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Super Paper Mario (Nintendo Wii)

Artikel veröffentlicht am 08.10.2007

Wo ist Mario? Das fragten viele Nintendofans zum Verkaufsstart des Nintendo Wii. Und tatsächlich, es gab kein passendes Spiel zum Start. Mit Super Paper Mario ändert sich das nun, wenn auch nicht mit einem klassischen Jump‘n‘Run. Ist das Spiel dennoch ein "Must Have"? Kann es an die Erfolge der Serie anknüpfen? Die Antworten werden wir liefern. Von Oliver Hartmann

Super Paper Mario? Was ist das?

Wie gut die 2D-Optik funktioniert, kann man mit einem Screenshot leider nicht transportieren

Es ist gar nicht so einfach zu erklären, was für ein Spiel genau Super Paper Mario eigentlich ist. Es ist kein Rollenspiel mehr, wie der direkte GameCube-Vorgänger Paper Mario: Die Legende vom Äonentor. Wir kommen dem Spiel sehr nahe, wenn wir es als Mischung aus klassischem Jump‘n‘Run, Adventure und Rollenspiel beschreiben. Dabei fällt der Einstieg zunächst sehr schwer. Das Spiel wirkt sehr unscheinbar, dazu kommen kindgerechte Dialoge und eine minimalistische Optik. Doch davon solltet ihr euch nicht einschüchtern lassen. Die zehn Minuten Biss am Anfang lohnen sich wirklich, denn erst mit de Zeit entfaltet Super Paper Mario sein volles Potenzial.

Ein Herz sie alle zu knechten

Die 3D-Rätsel geben Super Paper Mario enorme spielerische Tiefe

Mario-Fans werden die Ausgangslage nur allzu gut kennen. Prinzessin Peach wurde mal wieder entführt. Doch dieses Mal ist Erzschurke Bowser nicht nur unschuldig sondern ebenfalls Opfer eine Entführung. Hinter den Entführungen steckt der fiese Graf Knickwick, der natürlich - Achtung Überraschung - die Welt vernichten will. Dies will er mit einer gezwungenen Hochzeit zwischen Bowser und Peach erreichen. Diese Zwangsehe bringt ein dunkles Herz hervor, dass die Welt wie wir sie kennen, aufsaugen wird. Held Mario startet in Zwischenwelt Flipstadt. Ein weiser Mann berichtet ihm, dass er die acht reinen Herzen finden muss, die gegen das eine dunkle ankommen können.

Das Tor zwischen den Dimensionen

In den Shops können Verbesserungen erworben werden

In Flipstadt geht es sehr ruhig zu. In dieser "Schaltzentrale" kann Mario Gegenstände kaufen, im Hotel rasten, andere Personen befragen oder sich von einer Wahrsagerin die Zukunft voraussagen lassen. Von dort gelangt Mario dann in eine der acht total unterschiedlichen Zonen, in denen jeweils am Ende ein reines Herz wartet. Angekommen in der ersten Welt sieht alles nach einem typischen Mario-Spiel aus. Gesteuert wird mit einer quer gelegten Wiimote. Links und rechts steuern sowie springen. Steine können von unten angesprungen werden, Gegnern springt ihr beherzt auf den Kopf. Alles nur zu gut bekannte Kost.

Mach's mir in 3D

Die Türen führen euch in immer neue Welten in denen die reinen Herzen warten

Doch wie so oft in Super Paper Mario ist das alles nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint. Die platte 2D-Welt, die wie aus Papier ausgeschnitten wird, kann von Mario für eine gewisse Zeit per Knopfdruck in eine 3D-Perspektive gedreht werden. Dieses Feature ist kein optischer Gag, sondern elementares Spielelement. Erst in der 3D-Sicht ergeben sich Lösungen für Abschnitte, die zuvor noch wie eine Sackgasse wirkten. So können die flachen Gegner einfach umlaufen werden oder es zeigen sich so vorher hinter Levelelementen versteckte Geheimröhren. Und mit der Zeit fordert das Leveldesign von euch intensives Nachdenken.

Fleißige Helfer

Gegner sind in der 3D-Perspektive gar nicht so leicht zu treffen

Von Beginn an wird Mario von so genannten Pixls begleitet. Das sind kleine Helfer, die Mario bei seinem Abenteuer immer wieder mit speziellen Kräften helfen können. Den Anfang macht dabei Tippi. Wisst ihr in einem Abschnitt mal nicht weiter, dann zeigt einfach mit der Wiimote auf den Bildschirm. Tippi hat vermutlich einen entscheidenden Tipp dabei. Mit der Zeit gesellen sich weitere Pixls an Marios Seite. Wurfowitz lässt Mario Gegner durch die Luft schleudern, Platto lässt Mario extrem flach werden für extrem enge Passagen. Auch der Einsatz der Pixls erfordert in späteren Abschnitten höchste Konzentration und eine geschickte Kombinationsgabe.

Charaktervielfalt

Jede Welt überrascht mit einer tollen neuen Optik

Damit der Rollenspielcharakter der vorigen Spiele nicht ganz verloren geht. bekommt ihr später noch weitere Charaktere wie Peach, Bowser und Luigi an die Seite. Alle Charaktere haben besondere Fähigkeiten und so müsst ihr erneut gut Nachdenken, wann ihr zu welchem Charakter greift. Peach kann mit ihrem Schirm größere Abgründe überqueren, Bowser kann Feuer spucken und Luigi ist der beste Springer. Ein klassischen Kampfbildschirm gibt es nicht mehr, dennoch können verschiedene Gegner unterschiedlich viel einstecken. Einige benötigen zum Beispiel drei Sprünge auf den Kopf. Dies Manko kann man aber durch die Verbesserung von Marios Fähigkeiten ausgleichen.

Technisch minimalistisch

Bowser im All? Eine Parodie auf die zahlreichen 2D-Shooter

Die Optik von Super Paper Mario ist rein technisch gesehen sehr bescheiden. Stilistisch gesehen jedoch herausragend. Super Paper Mario ist das beste Beispiel dafür, dass es nicht immer High-Tech-Grafik sein muss. Die Animationen der platten Figuren ist extrem gelungen, alle zu besuchenden Welten extrem abwechslungsreich gestaltet. Wir würden uns sogar soweit aus dem Fenster legen, dass Super Paper Mario die beste Verbindung von 2D- mit 3D-Spielelementen ist. Leider kann die Sound- und Musikuntermalung da nicht ganz mithalten. Besonders die Musik enttäuschte uns mit zunehmender Dauer doch sehr.

Zum Brüllen komisch

Mario wird von kleinen Helfern begleitet, die Pixl heißen

Das ganz große Plus des Spiels ist aber ohne Zweifel sein grandioser Humor. Es gibt haufenweise Anspielungen auf das Mario-Universum. Gegner stellen sich mit lustigen Geschichten vor, so dass es schon fast schwer fällt, ihnen etwas anzutun. Insgesamt macht das Super Paper Mario zu einem der unterhaltsamsten und abwechslungsreichsten Wii-Titel bisher.

Fazit

von Oliver Hartmann

Der Einstieg ins Spiel fiel mir alles andere als leicht. Dies lag nicht daran, dass das Spiel irgendwie unheimlich schwer wäre, sondern daran, dass ich es zunächst gar nicht mochte. Hätte ich nicht so viel Biss gehabt, hätte ich einen der besten Wii-Titel überhaupt verpasst. Erst mit fortschreitender Dauer entfaltet sich der gesamte Charme des Spiels. Was zunächst als belangloses Gehüpfe beginnt, fordert extrem schnell die grauen Zellen und reizt die Lachmuskeln bis aufs Äußerste. Ein dickes Lob an die Grafiker, die zwar technisch gesehen nichts dolles liefern, dafür jedoch stilistisch ein kleines Meisterwerk abgeliefert haben.

spieletipps meint: Überraschend fesselndes Spiel, das sowohl Geist als auch Geschicklichkeit bis an die Grenzen fordert. Selten steckten so viele Ideen in einer Spielepackung.
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