Spieletipps - Deutschlands großes Spieleportal

Star Wars - Empire at War (PC)

Artikel veröffentlicht am 23.02.2006

Mit Episode 3 erklärte George Lucas im letzten Jahr den Krieg der Sterne für beendet. Glücklicherweise gilt dies nur für das Kino, auf dem PC tobt der Krieg der Sterne dank "Star Wars Empire at War" noch immer auf höchstem Niveau. Von Oliver Hartmann

Herrscher über die Galaxie

Ein Kampf im Weltraum

Die Jungs von Petroglyph, die früher an der "Command & Conquer"-Reihe beteiligt waren, wollten die bisherigen Fehlversuche Star Wars als Strategiespiel umzusetzen wie "Force Commander, "Rebellion" und "Galactic Battlegrounds" vergessen machen und ein der Vorlage würdiges Strategiespiel erschaffen. Dabei orientierten sie sich am Strategieschwergewicht "Rome: Total War" und mischten einen herkömmlichen Strategiepart mit Taktikelementen. In "Empire at War" müsst ihr als Befehlshaber - egal ob nun auf Seiten der Rebellion oder des Imperiums - galaktisch denken. Schließlich geht es nicht um kleine Scharmützel sondern um den Kampf um eine ganze Galaxie. Als Oberbefehlshaber findet ihr euch auf der Karte der Galaxie wieder, der Schaltzentrale eines jeden Nachwuchs-Vader. Hier werden sämtliche Truppen und Planeten verwaltet und die nächsten Schritte geplant. Dies gilt sowohl für die beiden Einzelspielerkampagnen als auch für den Modus Galaktische Eroberung und den Kampagnenmodus für den Mehrspielerteil. Und das macht eine Menge Spaß, auch wenn es eigentlich langweilig aussieht. Das liegt an der sehr guten KI des Computer-Gegners, die Nachlässigkeiten brutal bestraft. Das eigene Reich muss gut verteidigt und die nächsten Schritte wohl überlegt werden. Planeten sind wichtig, da sie neben Ressourcen auch Truppen und teilweise auch wichtige Boni liefern. Erobert ihr auf Seiten der Rebellen zum Beispiel Fondor, so bekommt ihr fortan die Fregatten zum halben Preis. Das gibt dem Spiel den nötigen taktischen Tiefgang. Der Wirtschaftsteil ist stark vereinfacht, als einzige Ressource dienen Credits, die ihr von eroberten Planeten in unterschiedlicher Höhe bekommt. Und für genug Credits bekommt ihr als potenzieller Herrscher der Galaxies alles was das Herz begehrt: Truppen, Technologien und Gebäude. Dieser Modus läuft im Gegensatz zu "Rome: Total War" in Echtzeit ab. Pausieren ist möglich, jedoch ohne die Option Befehle abzugeben.

Auf in den Kampf

Wenn ihr euch für euer nächstes Angriffsziel entschieden habt, wechselt das Spiel die Perspektive und ihr findet euch im Orbit des Planeten wieder. Hier finden die atemberaubenden Raumschlachten von "Empire at War" statt. Der Clou hierbei ist der Filmmodus, der die Schlachten noch gigantischer aussehen lässt. Befehle kann man hier keine erteilen, aber schön aussehen tut es auf jeden Fall. Je nach Flottenzusammenstellung greift ihr mit Fregatten, Jägern und Bombern an. Das Schlachtfeld ist dabei frei zoom- aber nicht drehbar. Im Gegensatz zu "Homeworld" finden die Raumgefechte auch nur auf einer Ebene statt und nicht in 3D. Für die Übersicht ist das aber eher vorteilhaft. "Empire at War" folgt in allen Schlachten dem klassischen "Schere, Stein, Papier"-Konzept. Für jede Einheit gibt es einen entsprechenden Konter. Bomber sind sehr gut gegen Fregatten einzusetzen, gegen schnelle Jäger haben sie jedoch keine Chance. Große Schiffe müssen gezielt angegriffen werden: Zunächst die Schildgeneratoren ausschalten, dann die Geschütze vernichten und erst dann wird zum entscheidenden Angriff angesetzt. Kenner des Star-Wars-Universums haben hier klare Vorteile. Verluste werden durch das Anfordern von Verstärkungen ausgeglichen, sofern genug Schiffe für den Angriff mitgenommen wurden.

Action am Boden

Darth Vader und Obi Wan: Alte Bekannte im Clinch

Wenn die Verteidiger im Orbit ausgeschaltet sind beginnt die Invasion am Boden. Wir fühlten uns sofort an "Codename: Panzers" erinnert. Wie dort gibt es in "Empire at War" keinen Basisbau. Dies sorgt für eine gewisse Spannung, da die vorher ausgewählten Truppen reichen müssen. Werden auf dem Schlachtfeld Verluste beklagt, muss Verstärkung angefordert werden, so lange sich noch Nachschub im Orbit befindet. Der Verteidiger kann ebenfalls Verstärkung hinzuziehen, sofern rechtzeitig auf der Galaxiekarte entsprechende Gebäude auf dem Planeten errichtet wurden. Auch hier muss gut nachgedacht werden, denn Bauplätze sind je nach Planet stark begrenzt und da will gut überlegt sein, ob man diese für Produktions- oder Verteidigungsanlagen verwendet. Auf den sehr unterschiedlichen Karten entbrennt dann ein Kampf um die wichtigen Schlüsselpositionen, an denen Nachschub angefordert werden kann. Je nach Planet sehen die Karten sehr verschieden aus, von tropischer Vegetation bis zu kargen Eisplaneten reicht das Angebot. Neben den beiden sich bekriegenden Parteien gibt es natürlich noch einheimische Bewohner auf dem Planeten, die sich der einen oder anderen Seite anschließen und diese unterstützen. Ebenfalls nicht unwichtig ist das Wetter auf den Planeten, das in der jeweiligen Taktik berücksichtig werden muss. Starker Regen beeinträchtig die Wirkung von Laserstrahlen, Sandstürme auf Wüstenplaneten machen Raketen nahezu wirkungslos.

Technisch auf der Höhe

Die Raumschlachten sind grandios

Technisch weiß "Empire at War" wirklich zu gefallen. Die Grafik ist sehr gut, insbesondere die Raumschlachten haben fast Kino-Niveau. Da ist teilweise so viel los, dass man fast den Überblick verlieren könnte. Überall zucken Laserstrahlen und Explosionen füllen den Bildschirm. Ausgeschaltete Sternenzerstörer stürzen langsam Richtung Planet ab. Die Bodenmissionen hätten hingegen etwas hübscher ausfallen dürfen. Trotz aller Abwechslung fehlten uns hier prägnante Punkte, so wirkt dieser Spielteil ziemlich eintönig. Die Animationen der einzelnen Einheiten hingegen, hier möchten wir vor allem die AT-ATs herausheben, sind vom Allerfeinsten. Keine ungelenken Ungeheuer, fast grazil stampfen sie durch die Karten. Wie in so vielen Strategiespiele gibt es auch in "Empire at War" hin und wieder ein paar Probleme mit der Wegfindung der Einheiten, die gerne mal irgendwo anecken. Ansonsten sind wir mit der KI des Computers jedoch sehr zufrieden, sie ist als Gegner stets eine Herausforderung und agiert insbesondere auf höherem Schwierigkeitsgrad sehr clever und nutzt jegliche Schwächen eiskalt aus. Ein richtiges Ärgernis stellte bei unserem Test der Mehrspielermodus dar. Es war uns nicht möglich, ein entsprechendes Match ohne Verbindungsfehler zu beenden, obwohl kurz nach Release bereits der erste Patch verfügbar war.

"Empire at War" ist Star Wars

Der Todesstern schlägt zu, die Rebellion ist beendet

Fans der Kinofilme kommen bei Empire at War voll auf ihre Kosten, stoßen sie doch an allen Ecken auf Bekanntes. Der komplette Fuhrpark vom X-Wing bis zum Todesstern ist ebenso anwesend wie alle wichtigen Helden aus den Filmen. Leider verfügen diese nicht über die Original Synchronstimmen. Vor Vader hatten wir zunächst auch Angst, aber vermutlich eher, weil er uns an einen alten Lehrer erinnert hat. Die bekannte Musik von John Williams tut ihr übriges und spätestens wenn die packende Schlacht um die Rettung des Planeten Alderaan oder die Invasion auf den Eisplaneten Hoth beginnt schlägt das Herz eines jeden Nachwuchs-Jedi höher. Was uns gar nicht gefiel waren die doch recht eintönigen Bodenmissionen, der nicht richtig funktionierende Multiplayer und der dank Echtzeit etwas hektische Taktikpart. Ein bisschen mehr Abwechslung neben dem üblichen "Vernichte alle Feinde" wäre bei den Missionen auch nett gewesen, aber so ist das eben bei Star Wars. Abseits davon zeigt "Empire at War" jedoch, dass es auch gute Strategiespiele im Star-Wars-Universum geben kann.

Fazit

von Oliver Hartmann

Ich war zunächst skeptisch was "Empire at War" angeht. Ich habe alle Star-Wars-Spiele gesehen und bei allen - zumindest aus dem Strategiebereich - habe ich es anschließend bereut. Nicht so bei "Empire at War". Da ich eine gehörige Portion Star Wars bereits mit der Muttermilch aufgesogen habe, schlägt mein Herz Purzelbäume angesichts der filmreifen Raumschlachten. Sicherlich hat "Empire at War" auch Schwächen, was eine höhere Wertung verhindert. Aber das hält mich nicht davon ab als dunkler Lord mit harter Hand über die Galaxie zu herrschen. Nieder mit den Rebellen!

spieletipps meint: Raum- und Bodenschlachten mit dickem Star-Wars-Bonus. Das bisher beste Strategiespiel im Sternenkrieger-Universum!
84

Disclaimer: © 1998-2012 Spieletipps.de GmbH. Nutzung nur für den privaten Gebrauch! Vervielfältigung sowie Reproduktion ist nur nach schriftlicher Genehmigung gestattet.


URL: http://www.spieletipps.de