Test
Everlight - Elfen an die Macht!
Hogwarts war gestern, Tallen ist heute! In der zauberhaften Welt von "Everlight - Elfen an die Macht" ist kein Platz für seltsam geformte Narben und frivole Ballspielereien. Für vorlaute Elfen, greise Spanner und viel schwarzen Humor umso mehr. Und so zeigt der Großstadtjunge und unfreiwillige Protagonist Melvin dem Potter wo sein Harry hängt. Ob es sich lohnt, Melvin auf seinem Abenteuer zu begleiten und das Rätsel um die dunkle Vergangenheit Tallens zu lüften, erfahrt ihr jetzt in unserem Test! Von Philipp Rauh
Wenn einer meint besser gehts nicht mehr...
Nachdem Silver Style mit "Simon, the Sorcerer 4" bereits Anfang diesen Jahres eine hervorragende Fortsetzung der beliebten Spielreihe abliefern konnte, wollen die Berliner nun mit "Everlight" an die Spitze des Adventure-Olymps. Dabei wurde an dem bekannten Erfolgsrezept nicht viel geändert. Wieder dreht sich alles um einen magiebegabten, männlichen Teenager im besten Clerasil-Alter. Unterstützt von Fenny, der fliegenden Elfe, und Melvins spirituellen Führerin, macht er sich daran, all seine Ängste zu besiegen, mit dem Ziel ein großer Zauberer zu werden. Dabei muss er eine Menge Rätsel lösen, die bis auf wenige Ausnahmen immer fair und logisch bleiben. Um dies zu bewältigen, hilft ihm nur das intelligente Ausnutzen von Tag und Nacht. "Everlight" verfügt nämlich über einen dynamischen Wechsel der jeweiligen Tageszeiten. Viele Rätsel sind so nur durch die zeitweise auftretende Schizophrenie der Bewohner Tallens lösbar, aber dazu im folgenden Absatz mehr.
... kommt von irgendwo ein Melvin her!
Die Charaktere sind liebevoll aus dem Leben daneben gegriffen; wie erklärt man sich sonst eine 80-jährige nymphomanische Jungfrau mit Vorliebe für Karotten? Die holde Daphne ist aber nicht die einzige mit beängstigenden Persönlichkeitsdefiziten im Dorf Tallen. Alle Bewohner leiden an einer, durch einen Fluch hervorgerufenen, Tag-Nacht-Schizophrenie. So mutiert der tagsüber raubeinige Stadtwächter nachts zum Riesenbaby mit äußerst schreckhafter Blase und der sonst so sparsame Schmied Simon versäuft und verspielt des Nächtens sein letztes Geld in der örtlichen Kneipe. Der alte Sigmund hätte hier seine wahre Freud(e) gehabt. Doch nicht nur beim abgefahrenen Charakterdesign, sondern auch bei den Dialogen spürt man die Erfahrung von Silver Style. Geriet das Durchklicken aller Dialogoptionen in anderen Spielen zur psychischen Dauerbelastung für den Spieler, wird man in "Everlight" bei wirklich jeder Unterhaltung unterhalten! Der eingeflochtene schwarze Humor bleibt aber immer angemessen und wirkt nie flach oder gar obszön. Hier macht sich die Altersfreigabe ab 6 Jahren bemerkbar.
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