Test Driver 3

von Florian Funk (14. Juli 2004)

Nach ganzen drei Jahren Entwicklungszeit und geschätzten 20 Millionen Dollar an Kosten ist nun endlich der dritte Teil der "Driver"-Serie auch in den PAL-Gefilden zu haben. Doch sehr geteilt sind die Meinungen der Fachpresse, und so stand auch ich vor einem recht zweischneidigen Urteil. Ist das Spiel Top oder ein Flop? Bevor ihr euch Reflections neueste Schöpfung blind kauft, rate ich dazu diesen Test zu lesen.

Wie die Zeit verfliegt

Runde drei Jahre benötigte Reflections, wie eingangs erwähnt um "DRIV3R" fertig zu stellen. Genug Zeit um ein tolles Spiel zu präsentieren. "DRIV3R" bietet euch wie beide Vorgänger wieder einmal einen spannenden Solomodus, in dem ihr als Undercover Cop (Tanner) in Miami tätig seit. Es gilt mal wieder einer Verbrecher-Organisation das Handwerk zu legen. Doch erstmal gilt es sich in die Reihen der Ganster einzuschleichen. Dabei bedient ihr euch eures fahrerischen Könnens und eurer Treffsicherheit. Treffsicherheit? Ja richtig gelesen. "DRIV3R" goes "GTA". Was einst als reiner Racer ist nun zum waschechten "GTA"-Klon mutiert. Ihr habt also die Möglichkeit eure Vehikel jederzeit zu wechseln und eure Waffe zu ziehen. Bevor ich zum kritischen Teil übergehe möchte ich anmerken, dass die Story und die Aufmachung sehr gelungen sind, ebenso der Soundtrack. Die Städte (Miami und Nizza) sind originalgetreu nachgebaut worden. Die Steuerung der Fahrzeuge ist erste Sahne, wie auch das Schadensmodel von Fahrzeugen und Umgebung. Zudem gibt es eine bescheidene Auswahl aus den typischen Spielmodi, wo ihr euch z.B. bei Verfolgungsjagden und Slalom beweisen müsst. Die Missionen sind ein netter Mix aus Fahr- und Laufabschnitten. An Abwechslung mangelt es dabei nicht. Für mich sind die Missionen nochmal wesentlich besser als in den Vorgängern. Zudem gibt es eine Art Regiesseur-Funktion, mit der ihr eure Ausflüge als Film aufzeichnen, und dann per Xbox live zum Download bereitstellen könnt. Leider wars das auch schon mit dem Lob, denn "DRIV3R" hat ein paar Macken die ich euch nicht vorenthalten will.

Die Schnecke im Tank

Der erste große Kritikpunkt wäre die Grafik. Auch wenn die Engine nicht schlecht ist und eine hohe Weitsicht bietet, so sehen viele Texturen aus der Nähe einfach nur schlecht aus. Ebenso die Animationen von Menschen. Selbst "Headhunter" auf der Dreamcast lief flüssiger. Hinzu kommen heftige Slowdowns bei viel Action und vor allem ein Grafikaufbau wie ich ihn selbst auf der PSone noch nicht gesehen habe. Teils tauchen ganze Fahrzeuge, Mauern, Büsche und Pylonen gut 20 Meter vor euch aus dem Nichts auf. Sogar Fenster erscheinen und verschwinden wie es ihnen passt, während Innenräume oft karg und steril wirken. Zweiter großer Kritikpunkt die Laufmissionen. Auch wenn es ein Schritt in die richtige Richtung ist, so ist die veraltete "Syphon Filter" Steuerung sicherlich nicht das was man in einem modernen Action Game erwarten würde. Zudem bockt die Kamera wenn ihr in 3rd Person Perspektive spielt. Ich rate also zum Umschalten auf Ego Perspektive. Das Aiming an sich ist ebenfalls sehr ungenau, was den Schwierigkeitsgrad unnötig in die Höhe treibt. Wären die KI Gegner nicht dumm wie Stroh, so wäre "DRIV3R" wahrscheinlich unschaffbar. Beispiel gefällig? Teils stehen bis zu 4 Gegner direkt vor euch, wie angewurzelt, und das obwohl ihr Dauerfeuer macht. Auch Passanten lassen Intelligenz schmerzlich vermissen, und laufen euch teils während ihr an einer Ampel wartet direkt in die Kiste. Von massiven Bugs ganz zu schweigen, die ich jetzt gar nicht aufzählen will. Trotz verschiedener Vehikel erreicht "DRIV3R" auch nicht die Klasse und den Suchtfaktor eines "GTA". Dabei macht das Spiel eigentlich richtig Spaß. Genre-Fans sollten zumindest mal anspielen.

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