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Car Tycoon (PC)

Artikel veröffentlicht am 04.01.2002

Des Deutschen liebstes Kind ist immer noch das Auto. Zudem stehen die Deutschen nach wie vor im Ruf, ausgezeichnete Autos herstellen zu können. Vielleicht kam Vetorcom darum auf die Idee, daraus eine Wirtschaftssimulation zu kreieren und entwickelten darum das Spiel "Car Tycoon", das vor kurzem auf den Markt kam. In unserem Test erfahrt ihr, ob es qualitativ genauso gut ist wie ein deutsches Auto. Von Gerd Schüle

Die Geburt eines Imperiums

Das Produktionsmenü

Das Ziel in "Car Tycoon" ist klar festgelegt: es geht darum, einen erfolgreichen Automobilkonzern aus dem Boden zu stampfen. Dazu braucht man drei unentbehrliche Gebäude: Fabriken, um Autos herzustellen, Filialen, um sie möglichst erfolgreich verkaufen zu können und Werkstätten, die bei Bedarf die nötigen Reparaturen erledigen können. Wer jetzt aber gedacht hat, dass man diese notwendigen Unterkünfte in typischer Aufbaumanier selbst erstellen kann, hat sich ordentlich verspekuliert. Zu Beginn eines Spiels erhält man das nötige Kapital und eine Fabrik mit der dazugehörigen Filiale. Alle anderen Gebäude muss man sich erst mühselig ersteigern. Dazu meldet man sich im Rathaus für die entsprechenden Auktionen an, um dann mehr oder weniger geduldig auf deren Durchführung zu warten. Der jeweilige Zeitpunkt wird dummerweise nicht vorher angekündigt.

Fahrzeugherstellung

Werbung ist wichtig

Das führt zu unnötigem Frust, weil es einem passieren kann, dass man ein dringend benötigtes Gebäude nicht bekommt, nur weil man dummerweise kurz vorher eine andere aufschiebbare Investition getätigt hat und deshalb gerade kein Geld auf dem Konto ist. Als Spieler könnte man deshalb wesentlich besser planen, wenn es möglich wäre, Grundstücke zu kaufen, um darauf die notwendigen Gebäude selbst zu errichten. Zudem wäre diese Vorgehensweise auch noch realistischer. Um Geld zu verdienen, sollte man so schnell wie möglich Autos herstellen. Dazu klickt man auf die Fabrik, um das entsprechende Menü zu öffnen. Hier kann man dann aus den vier verschiedenen Komponenten Fahrwerk, Innenraum, Karosserie und Motor einen Wagen zusammenstellen und den Vertrieb festlegen. Allerdings kann man in einer Fabrik immer nur ein Modell produzieren. Will man verschiedene Fahrzeuge anbieten, braucht man auch mehrere Fabriken.

Unausgereift

Akzeptable Stadtgestaltung

Im Menü der Filialen kann man dann lediglich Rabatte festlegen, aber nicht welche Autos man dort verkaufen will. Das ist genauso unrealistisch wie die eingeschränkten Forschungsmöglichkeiten. Es ist nur möglich bereits festgelegte Komponenten durch Forschung genannte Schalter freizulegen. Klar vorgegebene Forschungsziele kann man so nicht vorgeben und jede der vier Firmen greift auf die gleichen Komponenten zu. Auch hier wurde spielerisches Potential verschenkt. Auch die Werkstatt gibt nicht mehr her. Mehr als das festlegen von kostenlosen Extras und der Garantielänge ist hier nicht möglich. Da reisen auch die Möglichkeiten der Wirtschaftsspionage, der Firmensabotage oder die möglichen Werbemaßnamen das Spiel nicht mehr aus der Mittelmäßigkeit heraus. Trotz verschiedener Missionsziele ist der Ablauf in den 20 Missionen oder dem Endlosspiel fast immer gleich und nach spätestens 1 Stunde wiederholt sich alles - wie spannend.

Querschnitt

Die herkömmliche 2D-Grafik von "Car Tycoon" sieht zwar durchaus nett aus, ist aber keinesfalls zeitgemäß. Das Ganze spielt auf Karten mit mehreren Städten ab. Wie erfolgreich man ist, sieht man an der Farbe der Autos. Je mehr Autos man im Vergleich zur Konkurrenz verkauft um so mehr Autos sieht man in der Farbe der eigenen Firma herumfahren. Wenigstens der Sound des Spieles wurde sehr zufriedenstellend gelöst. Vor allem die Sprachausgabe ist exzellent. Für die Einfachheit des Spielablaufs ist die Mausbedienung dagegen zu umständlich. Dank eines gerade noch akzeptablen Tutorials hat man das Ganze aber bald im Griff. Ist das allerdings geschehen, macht sich meistens auch schon die Langeweile breit.

Fazit

von Gerd Schüle

Einfach schade, dass ein solch interessantes Szenario so mager umgesetzt wurde. Viele Möglichkeiten, dem Spiel Tiefgang zu geben, wurden leichtfertig vertan. Im Prinzip hat man bei "Car Tycoon" nichts weiter zu tun, als sich durch einige Menüs zu klicken, um das Ganze zum Laufen zu bringen. Das ist zu Beginn durchaus spaßig, schlägt aber spätestens nach 2 Stunden in pure Langeweile um. Hätte man die jeweiligen Möglichkeiten, die das Szenario bietet, konsequent umgesetzt, wäre mit Sicherheit eine hochinteressante Wirtschaftssimulation entstanden. In der vorliegenden Form ist "Car Tycoon" dagegen nicht sehr zu empfehlen.

spieletipps meint:
62

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