Spiele im Wandel - Seite 2

(Special)

Kleinkriminelle Vereinigungen

Der ständig wachsende Markt für Spiele weckte Begehrlichkeiten, die vom Taschengeld allein kaum erfüllt werden konnten. So begann der Wettlauf zwischen Industrie und Raubkopierern, und so mancher Schulhof-Tycoon beendete seine erste Business-Laufbahn mit einer Abmahnung und einigen Zwangs-Arbeitsstunden in der Teestube. Dabei hatte die Cracker-Szene derartig massives Potential, dass nicht wenige der damaligen "Straftäter" heute in der Entwicklung großer Software-Schmieden sitzen.

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Cracker-Demos:

Warm ums Herz

Heute wie gestern ein beliebtes Problem: Wenn's beim Zocken heiß her geht, lässt das auch die Hardware nicht kalt. Rechner und Floppy fielen gerade im Sommer gerne in einen wunderlichen Zustand und der Druck auf die nachträglich eingebaute Reset-Taste war auch 1986 oft unvermeidlich. Flüsterleise Lüfter gab es nicht, aber so ein Standgebläse war ja auch nicht zu verachten.

Und dann?

Die Homecomputer wurden immer besser. Mit dem Amiga 500 und seinen enormen Grafik- und Soundmöglichkeiten gab es einen würdigen Nachfolger für den C64. Die ersten Festplatten erschienen zu horrenden Preisen. Auch die PCs lernten das Spielen und begannen Ende der Achtziger dem Werbeslogan "Ich freu' mich aufs Büro" wirklich Sinn einzuhauchen. Allein die Spielekonsolen brauchten noch bis in die Neunziger hinein, um wieder eine echte Alternative darzustellen.

Meinung

Natürlich hätten unsere Kinnladen geschaukelt, wäre uns 1986 ein Blick auf "Oblivion" vergönnt gewesen.

Trotzdem hatten wir damals genauso viel Spaß. Denn das Rezept für ein gutes Spiel ist heute wie damals gleich: Die Erschaffung einer Welt, in der man gerne lernt, voran-

zukommen. Und die lange genug fasziniert, um ein zweites und drittes Mal geladen zu werden.

In diesem Sinne: Press Play on Tape.

Spieler haben eine Scheibe

Die CD brachte das Gaming mit ihrem Speichervolumen ein großes Stück voran und verhalf auch Sonys "Playstation" ab Mitte der Neunziger zu unglaublichem Erfolg. Die Grafik wanderte vom Mainboard auf eigene Karten und mit den Voodoo-Modellen kamen die ersten GPUs, für die sich Spiele-Entwickler richtig ins Zeug legten. Und das Internet sorgte dafür, dass Brian aus Schottland Scott aus Neuseeland im Multiplayer-Modus von "Quake" richtig satt machen konnte.

Was machen wir heute?

Eine Flut von Neuerscheinungen, LAN-Partys und Online-Games bieten heutzutage jedem eine Möglichkeit, nicht dauernd an Sex denken zu müssen.

Wer ein Indiz für gute Spiele sucht: Wenn Gamer Mods für ein Spiel entwickelt haben, lohnt sich das Laden. Oder man spielt einfach die Highlights einer Zeit, in der Freizeit für halb Deutschland ein rotes Tuch war, das man um den Hals tragen musste...

Fazit

Zwanzig Jahre haben den Rennern von einst nichts anhaben können. Wer was auf sich hält, hat natürlich die Original-Hardware zuhause. Ansonsten bedient man sich entweder der verschiedenen Emulatoren für Windows und Konsolen oder kauft sich einfach eine der Spielesammlungen für den PC, die es ob der Retro-Welle nun für kleines Geld in jedem Kaufhaus gibt.

Echtes Indiz für die Ernsthaftigkeit dieses Booms ist die Tatsache, dass es tatsächlich wieder Entwickler-Teams gibt, die Original-Spiele für alte Geräte entwickeln und bauen.

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