Spiele-Mekka E3

(Special)

von Oliver Hartmann (12. Mai 2006)

Babes, Babes, Babes und an die Freundin denken. E3 in Los Angeles bedeutet neben viel Stress jede Menge neuer Spiele, tolles Wetter und die überaus hübschen Stand-Hostessen. Bevor das bunte Treiben jedoch beginnt laden Sony, Microsoft und Nintendo zu exquisiten Pressekonferenzen.

Sony gewohnt selbstsicher

Sony verriet sämtliche Details zur PlayStation 3 in einem Hangar der hauseigenen Film-Abteilung Columbia Pictures. Mit einer Stunde Verspätung zwar, nicht aber ohne die übliche Selbstsicherheit ("Eine neue Konsolen Generation startet erst dann, wenn Sony sie startet"). Wichtigste Neuerung war dabei die Veröffentlichung des Preises, der zum Verkaufsstart am 17. November 2006 zu bezahlen ist. 499 Euro wird man für die Basis-Version an den Händler seines Vertrauens übergeben müssen, 599 Euro gar für die Premium-Version.

Der Unterschied gegenüber der Basisversion liegt in einer größeren Festplatte (60 statt 20 GB) für Multimediainhalte, einem HDMI-Output, WLan und Plätze für diverse Speicherkarten. Während sich eine größere Festplatte später nachrüsten lässt kann man dies für den Rest nicht sagen. Man sollte also bereits vor dem Kauf genau abwägen, welche Version für einen die beste Option ist.

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Sony Playstation 3:

Xbox Live im Visier

Sony selbst geht davon aus, dass das Premium-Modell im Focus der Konsumenten liegen wird. Erstmals gab Sony auch weitere Details zum Xbox-Live-Konkurrenten bekannt, ohne aber die Umgebung selbst zu zeigen. So soll es von Sony typische Features wie Freundeslisten, Voice-Chats, Profile, Namen und Ranglisten geben und dies alles absolut gratis.

Im Gegensatz zu Xbox Live wird Sonys System aber offener gestaltet sein, was Drittherstellern zu Gute kommen wird. Für das gezeigte MySingStar wird man neue Songs kostenpflichtig downloaden können. Eine weitere Überraschung hatte Sony dann noch mit dem neuen Controller zu zeigen. Wie es sich schon in Gerüchten abzeichnete, ist der futuristische Bumerang Geschichte.

Steuern fast wie bei Nintendo

Das Controller-Layout erinnert an den guten alten Dualshock 2. Der Clou sind aber Bewegungssensoren, die genau ermitteln, wie der Controller gehalten und bewegt wird. Das erinnert uns natürlich ein klein wenig an Nintendos Wii, was Sony natürlich so gar nicht gerne hört. Gerüchten zu Folge soll das grundsätzliche PS3-Design auch geklaut sein. Aufgrund der Bewegungssensoren musste allerdings der Shock-Motor weichen. Beides zusammen geht laut Sony nicht vernünftig.

Nintendo hätte der große Sieger der Show werden können

Als erstes Spiel wird Warhawk dieses Feature nutzen, ein Dogfight-Actionspiel. Ansonsten gab es vornehmlich Trailer zu sehen. Hier beeindruckten vor allem Final Fantasy XIII und Metal Gear Solid 4. Electronic Arts schickt gleich zehn Titel ins Rennen, zu denen die bekannten Reihen wie Need for Speed und die Sport-Titel gehören. Ein sehr viel versprechender Titel ist Resistance: One Man Fall von den Machern von Ratcher & Clank.

Sehr guter Softwaresupport

Wie schon bei der PS3 wird der Support seitens Drittherstellern sehr gut werden, Konami, Namco, Square, Ubisoft, Sega und Midway haben entsprechende Titel angekündigt. Verwunderlich war jedoch insgesamt die Tatsache, dass es ausschließlich Trailer zu sehen gab. Aber das war bei der Xbox 360 nicht großartig anders. Die Entwickler werden die Launchtitel vermutlich gerade rechtzeitig fertig bekommen.

Microsoft mit einfachem Job

Im Gegensatz zu den beiden Konkurrenten hat es Microsoft vergleichsweise einfach. Das Produkt ist bereits im Markt etabliert und laut Microsoft reden wir immerhin von fünf Millionen Konsolen weltweit. Bis zum Start der PlayStation 3 sollen bereits zehn Millionen Geräte in den Haushalten dieser Welt stehen. Ein mutiges ehrgeiziges Ziel. Die größte Überraschung für die Xbox 360 kommt allerdings nicht von Microsoft selbst sondern aus dem Haus Rockstar Games/Take 2.

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Microsoft Xbox 360:

Der vierte Teil der beliebten GTA-Reihe kommt nicht mehr exklusiv für die Sony-Konsole sondern im Oktober 2007 zeitgleich für PS3 und Xbox 360. Die 360-Version bekommt darüber hinaus sogar noch exklusiven Content, der kostenpflichtig über Xbox Live vertrieben wird. Eine bittere Pille für Sony, die sicherlich nicht ganz billig zu bekommen war. Immerhin handelt es sich beim GTA-Franchise um einen Millionenseller.

Microsoft selbst veröffentlicht einiges an Zubehör. So wird es sowohl ein kabelloses Lenkrad mit Force Feedback geben als auch ein kabelloses Headset. Im Augenmerk der Besucher stand jedoch das externe HD-DVD-Laufwerk. Einen genauen Preis dafür nannte Microsoft nicht, es soll aber im Vergleich zu anderen Laufwerken sehr günstig werden. Dass das Gerät nur über eine analoge Ausgabe verfügt ist jedoch ein echter Wermutstropfen.

Schwerpunkt Xbox Live

Viel Neues wird es auch für Xbox Live geben. Das zukünftige Betriebssystem Windows Vista wird Live Anywhere einführen. Damit können PC-Besitzer mit 360-Spielern in Kontakt treten und auch gegeneinander spielen. Mehr als 100 Software-Entwickler arbeiten an kleinen Independent-Produktionen, die via Xbox Live vertrieben werden sollen. Dazu kommen aus einer Kooperation mit Namco, Miday und Konami sollen in Kürze weitere Klassiker wie z.B. Paperboy kommen.

Das interessanteste ist natürlich auch bei Microsoft das angekündigte Software-Lineup. So wird es viele Multiplattformtitel geben, aber auch sehr wichtige Exklusivtitel. Dazu gehöre vor allem das grafisch herausragende Gears of War von Epic Games und das spielerisch sehr abgedrehte Viva Pinata von Kult-Entwickler Rare. Außerdem kommt Halo 3, wenn auch erst spät. Gespannt sein darf man natürlich auch auf das bereits erwähnte GTA 4 und Alan Wake, das auch für den PC (Windows Vista exklusiv) erscheint.

Meinung von Oliver Hartmann

Enttäuschend. Das war mein erster Gedanke nach der Ankündigung von Sony. Nicht, dass ich die Konsole an sich nicht für technisch absolut State of the Art halte. Die PS3 hat halt nur einen Haken: Sie ist im Moment nicht zu kaufen. Im Gegensatz zur Xbox 360.

Bis zum Start sollen angeblich zehn Millionen 360-Geräte verkauft sein und dann 160 Titel verfügbar. Und das ist eine Hürde, die Sony erstmal überspringen muss.

Der lachende Dritte könnte Nintendo werden. Abseits von Technik-Prahlereien lacht sich Nintendo clever ins Fäustchen, verdient vermutlich vom Start weg mit der Hardware gutes Geld und erreicht eine Zielgruppe, die mit Spielen eigentlich eher nichts zu tun hat.

Verpasste Chance von Nintendo

Nintendo hätte der große Sieger der Show werden können. Leider schwieg man sich dort jedoch zum Preis der Konsole Wii und dem Verkaufsstart aus und hielt sich vage an das vierte Quartal und einem günstigen Preis fest. Mit harten Fakten hätte Nintendo hier ein großes Ausrufezeichen setzen und für Furore sorgen können. So bleibt eine unterhaltsame Show eines gut gelaunten Shigeru Miyamoto, der freudestrahlend mit dem Wii-Controller ein Orchester dirigierte.

Wie gut der Controller funktionieren kann zeigte man in einer Präsentation des kommenden Zelda-Titels. Mittels des Controllers konnte Spielheld Link die Bogensehne ziehen und sein Schwert furios im Kreis schwingen. Cooler Effekt: Der Controller hat einen kleinen Lautsprecher, der so auch akustisch ein Mittendrin-Gefühl erzeugt.

Neben Link gab es ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. Sowohl der berühmteste Klempner Mario als auch Titelheldin Samus aus Metroid kommen auf den Wii zurück.

Ebenfalls an Bord: Der fixe Igel Sonic und Final Fantasy. Dieses Video fasst sehr gut das gesamte Lineup zusammen. Eine weitere Neuigkeit war der Standby-Modus Connect24 des Nintendo Wii. In diesem Modus kann der Wii z.B. Daten aus dem Internet ziehen und verbraucht dabei extrem wenig Strom. Weitere Infos hatten wir kürzlich erst in unserem Wii-Special präsentiert.

Ebenfalls an Bord: Der fixe Igel Sonic und Final Fantasy. Dieses Video fasst sehr gut das gesamte Lineup zusammen. Eine weitere Neuigkeit war der Standby-Modus Connect24 des Nintendo Wii. In diesem Modus kann der Wii z.B. Daten aus dem Internet ziehen und verbraucht dabei extrem wenig Strom. Weitere Infos hatten wir kürzlich erst in unserem Wii-Special präsentiert.

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Nintendo Wii:

Fazit

Überraschung. Für Sony ist der Verlust der GTA-Exklusivität sicher eine ebenso große Schlappe wie für Microsoft ein Gewinn. Das Zugpferd schlechthin kommt also für beide Konsolen parallel. Überhaupt werden sich insbesondere Microsoft und Sony um den gleichen Kundenkreis schlagen. Der Konsument kann sich also mittelfristig auf sinkenden Preise freuen.

Nintendo hält sich aus diesem Zweikampf eher raus und spricht neben den eigenen Fans vor allem Leute an, die bisher einen großen Bogen um Spiele gemacht haben. Für Sony wird es sicherlich nicht einfach.

Microsoft hat einen guten Vorsprung inzwischen und dazu bis zum PS3-Launch ein großes Softwareangebot. Das Weihnachtsgeschäft wird also spannend.

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