20 Jahre Final Fantasy - Seite 2

(Special)

Die Geburtstunde des ATB

Mit Final Fantasy IV revolutionierte Square den RPG-Markt endgültig: Das rundenbasierte Kampfsystem wurde durch das "Active Time Battle"-System ersetzt; hierbei hatte der Spieler eine Anzeige mit einem stets ladenden Balken - war dieser voll, konnte er angreifen. Je nach Charakter und Level lud sich der Balken unterschiedlich schnell auf. So wurden die Kämpfe viel dynamischer, da man nicht mehr über mehrere Runden lang planen konnte.

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Verwirrung:

In Final Fantasy IV hatte jeder Charakter angeborene Fähigkeiten, die er weiterentwickeln konnte - und mindestens eine Fähigkeit, die nur er anzuwenden wusste. Das ATB, diese Fähigkeiten sowie die Möglichkeit, bis zu fünf Spieler gleichzeitig kämpfen zu lassen, machten Final Fantasy 4 zu einem damals außergewöhnlichem taktischem und dynamischen RPG, das seiner Zeit voraus war.

Dies bezog sich auch auf die Story, nicht zuletzt, weil diese (mitunter minutenlang) in Spielgrafik erzählt wurde und sich etwas von den typischen Klischees lösen konnte. Der Hauptcharakter, Cecil, ist zu Beginn ein Dunkler Ritter des Imperiums, ein typischer Bösewicht also. Einige andere Charaktere sind nur zeitweise im Team und auch nicht jeder ist vertrauenswürdig. Die Spielwelt erstreckt sich von unterirdischen Zwergenreichen bis hin zum Mond.

Mit Final Fantasy 4 erschien 1991 erstmals ein FF-Teil für das SNES. Die US-Version, die im gleichen Jahr als Final Fantasy 2 erschien, war eine abgespeckte Version, in der nicht nur das Spiel vereinfacht und Inhalte verkürzt wurden - Orte und Fähigkeiten fehlten sogar! In Europa erschien Final Fantasy IV erst 2003 (zusammen mit Final Fantasy V als Final Fantasy Anthology).

Zwei Welten und das beste Jobsystem

In Final Fantasy V müssen fünf Helden den Bösewicht Exdeath aufhalten, der die Heiligen Kristalle zerbrechen und die Welt vernichten will. Um die altbackene Kristallgeschichte aufzupeppen, spielt Final Fantasy V allerdings in zwei Welten, die später zu einer dritten Welt verschmelzen. Seltsam mutet auch an, dass die "wahre" Form von Exdeath ein Baum(!) ist...

Das Jobsystem von Final Fantasy V hingegen ist eines der beliebtesten der Serie: Ihr könnt euch für eine von 22 Jobklassen (neben den üblichen wie Ritter, Ninja oder Magier auch exotische wie Tiertrainer oder Tänzer) entscheiden - nach einem Jobwechsel behaltet ihr aber alle Abilities. Habt ihr beispielsweise als Ninja die Fähigkeit erlernt, Schwerte beidhändig führen zu können, könnt ihr diese Fähigkeit auch als Ritter nutzen.

Final Fantasy V erschien 1993 in Japan auf dem SNES. Ursprünglich sollte es in den USA als Final Fantasy Extreme für den SNES erscheinen, doch die US-Spieler mussten sich bis 1999 (dann auf der PS) gedulden. In Europa erschien das Spiel 2003 als Final Fantasy Anthology zusammen mit Final Fantasy IV.

Eine epische Geschichte

Final Fantasy VI glänzt vor allem durch eine epische Geschichte, die - insbesondere beim PSX-Remake mit den aufwändigen Zwischensequenzen - eher wie ein interaktiver Film wirkt. In einer trostlosen Welt gibt es 1000 Jahre nach einem gigantischen Krieg zwischen Menschen und Esper kaum noch Magie. Terra, eine magiebegabte junge Frau - halb Mensch, halb Esper, flieht vor den Schergen eines bösen Imperiums. Terra und die anderen über 15 spielbaren Charaktere müssen nicht nur das Imperium bekämpfen, sondern auch die Rätsel ihrer eigenen Vergangenheit lösen.

Bei Final Fantasy VI kamen zum Fantasy-Setting der Serie zum ersten Mal auch futuristische Elemente hinzu. Es gab noch andere Neuerungen: Esper konnten an Spieler gekoppelt werden (um Magie zu erlernen) und die Charaktere konnten mächtige Spezialattacken ausführen, wenn sie nur noch wenige Lebenspunkte hatten. Viele Quests waren optional: Der Spieler konnte selbst entscheiden, ob er etwas über das Leben der Charaktere erfahren oder nur die Hauptstory durchspielen wollte. Der Soundtrack gilt heute noch als der beste der gesamten Reihe.

Final Fantasy VI erschien 1994 in Japan und den USA (als Final Fantasy 3) als letztes Spiel für das SNES. Die europäischen Fans mussten sich bis zum PSX-Release 2003 gedulden. Auch wenn Final Fantasy VI von der RPG-Fangemeinde frenetisch gefeiert wurde, fristeten Rollenspiele damals (zumindest außerhalb Japans) noch ein Nischendasein.

Der Durchbruch: Final Fantasy VII

Dies änderte sich erst 1997 mit dem PSX-Debüt Final Fantasy VII: Dank einer großen Werbekampagne konnte es sich auf Anhieb weltweit gut verkaufen. Kein Wunder; Final Fantasy VII setzte neue Maßstäbe in Sachen Grafik und Technik - die Charaktere bewegten sich vor herrlichen vorgerenderten Hintergründen mittels dreidimensionaler Polygongrafiken und die aufwendigen Zwischensequenzen wurden mit bombastischen Effekten versehen. Ebenso gab es erstmals Animationen bei der Herbeirufung der Beschwörungen.

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Mehr als ein Videospiel?

Die Story ist ebenso mitreißend: Der Söldner Cloud schließt sich einer Rebellengruppe an, die gegen seinen früheren Arbeitgeber Shinra kämpft. Shinra entzieht dem Planeten die wichtige Lebensenergie. Die komplizierte Story überzeugt durch vielschichtige Charaktere (vor allem der Oberschurke Sephiroth ist überzeugend dargestellt) und regt aufgrund ihres philosophischen und ökologischen Inhalts zum Nachdenken an - und der ergreifende Tod eines Hauptcharakters erschütterte die Fangemeinde.

In Final Fantasy VII entfiel das Jobsystem. Fertigkeiten wurden durch das Einsetzen von "Substanzen" in Waffen oder Rüstungen erlernt, die aufgewertet und sogar miteinander kombiniert werden konnten. Darüber hinaus konnte die ohnehin schon üppige Spielzeit von Final Fantasy VII durch die hohe Anzahl an Sidequests (optionale Charaktere, Chocobozucht) und die diversen Minispiele noch verdoppelt werden.

Der Wechsel der Final Fantasy-Reihe Squares von den Systemen Nintendos zu Sonys Playstation dürfte ein nicht unerheblicher Grund für den immensen Erfolg der Playstation gewesen sein. Nintendo hingegen verlor seine Führungsposition im Konsolengeschäft an Sony.

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