Spiele zum Anfassen - Seite 2

(Special)

Doom & Co. als Brettspiel?

Andere Publisher setzen auf Brettspielumsetzungen bekannter Computerspiele. In den USA ist es besonders Fantasy Flight Games, die neben klassischen Strategiespielen wie "Britannia" auch Spiele wie "Doom" oder "Warcraft" im Programm haben. Allen Spielen typisch ist die opulente Ausstattung und ein komplexes Regelwerk. Der Heidelberger Spieleverlag, der viele diese Spiele in Deutschland vertreibt, muss deshalb viel Arbeit in die Lokalisierung setzen. Das Brettspiel "Doom" ist dabei eine rasante, kurzweilige Alternative zu den großen Strategietiteln. Eine Handvoll Marines versucht sich bis ans Ende eines Szenarios durchzuschlagen und den Fallen des außerirdischen Anführers zu entgehen.

Treffen die Marines auf Aliens, können sie Kampfkarten einsetzen, um die Durchschlagskraft ihre Waffen zu verstärken. Besonders spannend wird es, wenn sich die Spieler für eine Kampagne entscheiden und mehrere Szenarien hintereinander spielen. Wer es weniger martialisch mag, setzt lieber auf "Warcraft". Zunächst fällt auf, dass statt der üblichen Miniaturen nur abstrakte Holzfiguren in der Packung liegen. Den Mangel an Atmosphäre macht das Spiel aber durch Spielwitz aus. Menschen, Orks, Elfen und Untote kämpfen um Rohstoffe und wie im Computerspiel kann jede Einheit durch Forschung verstärkt werden. Neue Szenarien kann man übrigens für beide Spiele aus dem Internet herunterladen.

Meinung von Andreas Müller

Mein Tipp: Mit "Warcraft" erste Erfahrungen machen und dann auf "Der Ringkrieg" oder "Warhammer" umsatteln. Aber Vorsicht: Neben dem "Hobby" bleibt nur wenig Platz für andere Sachen. PC-Spieler greifen daneben beruhigt zu "Doom" oder dem brandaktuellen "Starcraft". Da ist für jeden Spielertyp etwas dabei.

Ein echter Brocken

Ganz aktuell ist die Brettspielumsetzung von "Starcraft" und trägt unverkennbar die Handschrift von Fantasy Flight Games. Ganze 3,5 Kilo wiegt die riesige Verpackung, voll gestopft mit 180 Miniaturen und unzähligen Spielmarkern. Auch die Anleitung ist mit knapp 50 Seiten nicht gerade ein Leichtgewicht und so muss sich der Fan erst einmal gründlich einarbeiten. Im Spiel selbst kämpfen Menschen, Zerg und Protoss um die meisten Eroberungspunkte und besiedeln dazu eine ganze Reihe von Planeten.

Darüber hinaus bietet das Spiel natürlich alles, was man von einem "Starcraft" erwarten kann: Sammeln, Forschen, Kämpfen. Das Spielfeld ist dabei variabel es gibt drei Aktionsphasen: Planung, Ausführung und Regruppierung. Besonders die erste Phase ist dabei entscheidend, denn hierbei legt man verdeckt seine Befehle ab. Mehrere solcher Befehle sind auf einem Planeten möglich und es bildet sich ein kleiner Stapel, der in der Ausführungsphase von oben nach unten ausgeführt wird. So kann es leicht passieren, dass einzelne Befehle vom Gegenspieler blockiert werden. Treffen zwei gegnerische Parteien durch eine Bewegung aufeinander, kommt es zum Kampf und hier verzichtet "Starcraft" vollkommen auf Würfel. Stattdessen treten die Spieler mit ihren Kartendecks gegeneinander an, quasi ein Trading-Card-Game light. Würfelhasser werden es den Designern danken und man darf davon ausgehen, dass schon bald weitere Karten folgen werden, die die taktischen Möglichkeiten erweitern. Insgesamt eine überzeugende Brettspielvorstellung des PC-Klassikers, die nur einen Haken hat: Vorerst gibt es das Spiel nur auf Englisch.

Ausdauer wird belohnt

Ein anderes Beispiel, aber doppelt legendär "Der Herr der Ringe: Der Ringkrieg". Erst nachdem man sich lange durch die Regeln "gequält" hat und ein paar Stunden Spielzeit hinter sich hat, kann man zufrieden feststellen: Was für ein Spiel! Nein, es macht es dem Spieler nicht leicht, es zu lieben, aber es wird der epischen Vorlage in allen Belangen gerecht. Auf der wunderbar detailreichen Karte kann man nämlich fast die ganze Kampagne nachspielen. So übernehmen die Spieler die Armeen Saurons oder die der freien Völker und gespielt wird auf Eroberungspunkte.

Alternativ dazu kann auch gewonnen werden, wenn es gelingt den Ring nach Mordor zu bringen. Jede Seite hat dabei ihre Helden wie die Ringgemeinschaft um Frodo und Gandalf oder Sauron und den Hexenkönig. Zunächst sieht es so aus, als wäre die böse Seite hoffnungslos benachteiligt, weil sie viel mehr Eroberungspunkte braucht, aber weit gefehlt: Die freien Völker müssen erst aktiviert werden, um in den Kampf einzugreifen und ein Verlust ist endgültig, während Sauron seine Truppen wiederbeleben kann. Das Besondere: Jede Aktion oder Bewegung wird dabei ausgewürfelt und die Kämpfe werden mit schlagkräftigen Kampfkarten unterstützt. Aber das alles ist nur ein Aspekt dieses Strategiespiels, Motivation bietet "Der Ringkrieg" für Monate.

Fazit

Man muss sie nicht mögen. Zu groß, zu komplex und nicht jeder hat die nötige Zeit, denn ein echtes Strategiespiel erfordert eben nicht nur am PC harte Arbeit. Lässt man sich auf ein umfangreiches Brettspiel wie "Der Ringkrieg" oder "Starcraft" ein, vergeht schon einige Zeit mit Auspacken und Aufbauen bevor der erste Spielzug getan wird. Dass man dann die Regeln im Schlaf beherrschen sollte, versteht sich von selbst, denn sonst drohen endlose Diskussionen. Aber man sollte aufpassen, denn der Spielspaß steigt zwar mit den Erweiterungen, doch die Kosten ebenso. Fantasy-Brettspiele lassen sich die detailreiche Ausstattung so auch bezahlen. Wer das aber berücksichtigt, kann sich auf wochenlanges "Social Gaming" freuen. Für Computer- und Videospiele bleibt da kaum noch Platz.

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