E-SPORTS - Seite 2

(Special)

Laut dem DOSB genießt Schach jedoch aufgrund seiner Gründungsmitgliedschaft beim Deutschen Sportbund einen Sonderstatus. Dazu ein Statement der Verantwortlichen:

"Der Deutsche Schachbund zählte 1950 zu den Gründungsmitgliedern unseres Rechtsvorgängers, des Deutschen Sportbundes. Die auf unserer Webseite genannte Sport-Definition wurde erst viel später zur Aufnahmevoraussetzung, wobei den damaligen Mitgliedern Bestandsschutz eingeräumt wurde. Aus diesem Grund bedurfte die Frage, ob alle damals bereits zum Kreis unserer Mitglieder zählenden Verbände "Sport" im Sinne dieser Begriffsbestimmung betreiben, keiner Klärung. Bei der Verschmelzung von DSB und NOK zum DOSB wurden kraft Gesetzes alle Mitglieder der Gründungsorganisationen automatisch auch DOSB-Mitglieder."

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Games:

Und dennoch: Die gesamte Szene rund um den eSport wächst ständig. Clans, Gilden und sogar ganze Communitys werden immer professioneller, da große Firmen wie Intel, Atari und ATI Graphics die Schirmherrschaften von Events, wie die der Intel Friday Night Game und von Spielergemeinschaften übernehmen. So gibt es ganze "Zocker-WG's", in denen die Mitglieder eines Clans teilweise bis zu 16 Stunden täglich trainieren. Natürlich alles, von der Miete bis hin zu den Rechnern und Tastaturen, von den jeweiligen Sponsoren finanziert ist. Diese Leute haben dann sozusagen ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie sind Pro-Gamer (professionelle Gamer, oder auch PG genannt).

Wir haben zu diesem höchst umstrittenen Thema auch den Giga Moderator Maximilian Gstettenbauer, welcher ebenfalls lange Zeit aktiver eSportler war, befragt.

Meinung von Richard Olbrecht

eSport sollte auch in Deutschland als Sportart anerkannt werden. Es gibt viele Aspekte die diese Aussage untermauern. Das Hauptargument ist allerdings der Wettbewerbsgedanke. Dies sagen auch die aktiven Gamer und Sportler.

Egal ob Profi-, Hobby- oder Gelegenheitsspieler: Man will einfach gewinnen und immer besser werden. Das ist es schließlich, was meiner Meinung nach eine Sportart ausmacht.

Die Stimme der Zocker

Gstettenbauer sprach sich in einem kurzen Statement für eine Anerkennung aus:

"Es ist nun locker 8 Jahre her, als ich das erste Mal mit dem eSports zu tun hatte, das war nämlich ein Rennen gegen meine große Schwester im Spiel Mario Kart im Star Cup. Wir waren gerade auf dieser fetten Regenbogen Strecke unterwegs, die keiner leiden konnte - ich fand die aber irgendwie geil. Das Problem: Meine große Schwester war verdammt gut. Keiner hatte den Panzer von Bowser so gut im Griff wie meine große Schwester. Sie war auch der einzige Mensch auf der Welt, der Bowser freiwillig als Spielcharakter genommen hat. Aber ich schweife ab.

Schon damals war das für mich echter Sport, denn ich wollte immer besser werden in diesem Spiel und jede Strecke bis zum nonplusultra meistern. Dann trat WarCraft III in mein Leben und ich war Teil einer großen Gemeinschaft. Schließlich wurde ich Shoutcaster und habe die Spieler durch ihre schwierigsten Spiele begleitet. Bei GIGA2 sah ich dann die pure Emotion, die bei Spielern ausgelöst wurde, als sie einen wichtigen Punkt holten. Ich habe tausende von Leuten gesehen, die für ihr Team gecheert haben und wurde fasziniert von den Momenten in denen ein Kapio sein Team anfeuert, ein Miou seine Siegerfaust zum besten gibt und einer der beiden Schellhase Brüder (ich weiß grad nicht welcher) die World Cyber Games gewinnt. Das ist für mich die Magie, die einen echten Sport auszeichnet.

In einer Stellungnahme des DOSB's uns gegenüber wird deutlich, wie es nun wirklich um die Zukunft des eSports aussieht. Denn wir wollten wissen, ob es vorgesehen ist diesen in nächster Zeit, wie z.B. in Brasilien oder China, zu akzeptieren.

"Man soll niemals nie sagen. Es ist derzeit aber nicht daran gedacht, den Begriff "Sport" weiter zu fassen, als dies in der gültigen Aufnahmeordnung verankert ist. Würden wir "Sport" weiter interpretieren, wäre damit zu rechnen, dass auch Verbände aus den Bereichen Skat, Backgammon, Tischfußball, Modellbau, Hundesport und vielen anderen Freizeitbetätigungen in den DOSB drängen würden. Wir erhalten bereits heute regelmäßig Aufnahmeanfragen aus diesen Bereichen. Es spricht daher zur Zeit alles dafür, dass sich der DOSB auf den in der Satzung definierten Kernbereich konzentriert."

Fazit

Trotz vieler Argumente für eine Anerkennung des eSports ist es seitens des Deutschen Olympischen Sportbundes eher unwahrscheinlich, dass wir in nächster Zeit mit einer Umsetzung rechnen können. In der Hinsicht sind die Verantwortlichen hartnäckig. Trotzdem wächst die gesamte Szene ständig und wird auch immer profesioneller. Also wird auf die Dauer ein solcher Schritt wohl unumgänglich sein.

Die Forderung der Aktiven ist ebenfalls klar: Sie wollen, dass der eSport offiziell akzeptiert wird. Ob es in naher Zukunft zu einer Übereinstimmung der beiden Interessengruppen kommen wird, steht allerdings noch in den Sternen. Hier würde sich eventuell ein Blick zu den ausländischen Kollegen (USA, Korea, Bulgarien, etc.) empfehlen, in denen dieser Streit bereits geklärt ist.

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