spieletipps fragt

(Interview)

Jeff Kaplan ist der Lead Designer des "Weltdesigns" von World of WarCraft. Blizzard heuerte ihn an, weil er sich beim Konkurrenzspiel EverQuest als Chef der bekannten Gilde Legacy of Steel hervorgetan hatte. Bei Blizzard verantwortet er nun alle Quests, Außenregionen, Dungeons und Raids - was ihn zu einem der wichtigsten Akteure beim angekündigten zweiten Addon Wrath of the Lich King macht. spieletipps wollte von Kaplan unter anderem wissen, wie Blizzard mit den Addons auch neue Spieler ansprechen will, statt nur Veteranen.

spieletipps: Jeff, es hat vom Release von World of WarCraft aus mehr als zwei Jahre gedauert, bis im Januar 2007 das erste Addon erschien, Burning Crusade. Sofern Wrath of the Lich King noch 2008 erscheint, wäre das ein gutes Stück schneller. Werden wir irgendwann WoW-Addons im jährlichen Rhythmus sehen?

Jeff Kaplan: Das ist unser langfristiges Ziel, wir wollen in der Tat dahin kommen, dass wir jedes Jahr eine Erweiterung veröffentlichen. Doch die Realität ist, dass wir Spiele erst dann rausbringen, wenn wir der Meinung sind, dass sie fertig sind. Burning Crusade war ein gutes Beispiel: Die Leute haben es für Ende 2006 erwartet, und es ist dann doch erst Anfang 2007 erschienen. Es hat die Extra-Entwicklungszeit einfach gebraucht. Wir würden das jederzeit wieder tun! Unser Ziel ist es also, ein bestimmtes Jahr zu schaffen, aber wir werden dafür keine Abstriche bei der Qualität des Spiels inkauf nehmen. Nachdem ich das klargestellt habe: Unser Team ist stärker als je zuvor, es arbeiten unglaublich talentierte Menschen an Wrath of the Lich King. Wir sind ungefähr 130 Leute, das Entwicklungsteam war nie zuvor größer. Wir haben eine eigene Programmierabteilung, die nichts anderes macht, als ständig unsere Tools und Editoren zu verbessern - und das hilft dem Produktionsprozess, wir werden immer schneller und besser darin, neue Inhalte für WoW zu entwickeln. Auch unsere Designer und Grafiker sind die besten, die wir jemals im Team hatten. Wir sind als Team komplett, wir marschieren zügig voran.

spieletipps: Heißt das, es wird nicht bis Ende 2008 dauern, bis Wrath of the Lich King herausbringt?

Jeff Kaplan: Das ist schwer zu sagen, wir haben noch immer keinen Termin genannt. Wir wollen uns lieber darauf fokussieren, ein richtig schönes Paket für unsere Spieler zusammenzustellen. Wie lange wir dazu brauchen, wird sich zeigen.

Es geht uns um einen langsamen, schrittweisen grafischen Fortschritt

spieletipps: Bereits jetzt scheint klar zu sein, dass das zweite WoW-Addon nicht die Grafik überarbeiten wird. Doch irgendwann werdet ihr - wie es schon bei Ultima Online, EverQuest oder Dark Age of Camelot der Fall war - darum nicht herumkommen.

Jeff Kaplan: Wir haben schon vor fünf, sechs Jahren an die Notwendigkeit von Grafik-Updates gedacht! Deshalb haben wir von Beginn an die technische Infrastruktur von World of WarCraft so ausgelegt, dass wir irgendwann einmal die Grafik komplett updaten können. Das heißt, unsere Schlüssel-Architekturen sind so aufgebaut, dass ein solches Upgrade kein Gift fürs Gesamtsystem bedeuten wird. Aber wir haben nicht das Gefühl, dass wir das bereits bei Wrath of the Lich King ausnutzen müssen. Zumindest nicht im Sinne einer kompletten grafischen Überarbeitung. Wir nutzen aber die zweite Erweiterung, um viele kleine, taktische Grafikgeschichten anzugehen. Dabei geht es um Dinge, die die meisten Spieler nicht mal bemerken werden. Wir bauen ein paar mehr Polygone ein, weil wir den Programmcode in bestimmten Regionen optimiert haben. Wir verwenden einige neue Textur-Techniken. Aber es geht uns um einen langsamen, schrittweisen Fortschritt, nicht um eine drastische Überarbeitung auf einen Schlag.

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Jeff Kaplan & Blizzard:

spieletipps: Dennoch, PCs werden immer leistungsstärker, also werdet ihr irgendwann die Grafik merklich überarbeiten müssen.

Jeff Kaplan: Langfristig wollen wir sicher up-to-date mit den neuen Grafikkarten und Prozessoren bleiben. Aber nicht auf Kosten von Spielern, die sich vielleicht keinen Highend-PC leisten können. Wir haben zudem das Gefühl, dass wir aufgrund unseres Grafikstils einen guten Puffer haben: Er ist zeitlos, er hängt nicht von den neuesten Grafiktechniken oder von visuellem Realismus ab. Dank dieses Stils kommen wir sicherlich länger um eine optische Rundumerneuerung herum, als wenn wir immer auf die neuesten Grafikeffekte setzen würden.

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