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Tony Hawk's Proving Ground (Playstation 2)

Artikel veröffentlicht am 20.11.2007

"Ein Skateboard ist nicht nur ein Brett mit Rollen, es ist eine Lebenseinstellung.". Mit dieser Weisheit beginnt der Storymodus von "Tony Hawks Proving Ground". Und genau dieser Spruch wird von der Serie um den wohl berühmtesten Skater der Welt seit Jahren in die Welt gebracht, mit wechselseitigem Erfolg. Kann der neue Teil komplett überzeugen und den ein oder anderen vielleicht sogar zur Skater-Religion führen? Von Henrik Haumann

Let's skate!

Man hat die Wahl zwischen Karriere...

Dieser und ähnliche Sprüche waren bislang die Schlachtrufe der Skatercrew in der "Tony Hawks" Reihe. Nun jedoch ist es nicht länger bei deutschen Untertiteln geblieben, es wurden nun auch deutsche Synchronsprecher verpflichtet, die dem Spiel Leben einhauchen sollen. Tendenziell zwar nett, aber so kommen natürlich viele Skater darum, ihre Idole wie Tony Hawk, Bam Magera oder Mike V in Original zu hören. Zudem klingen einige der Sprecher (insbesondere der Off-Sprecher im Anfangsvideo) ziemlich monoton und lustlos, sodass man hier wohl nur Punkte für die gute Idee geben kann. Trotzdem ein nettes Extra, zumal nicht alle Synchronsprecher so schlecht sind wie das erwähnte negative Beispiel.

This is your story!

...und Rigger bzw. Hardcoreskater.

Zum ersten Mal in der Tony Hawks Reihe ist der Aufbau des Storymodus nicht vollkommen linear. So bietet sich u.a. eine Karierre als Profiskater, als Rigger (jemand, der alternative Skateparks baut und testet) oder als Hardcore-Skater an, die je nachdem, welche Missionen man bevorzugt, freigeschaltet werden. Natürlich haften dem Storymodus die typischen kleinen Logikfehler die Bekanntschaften mit Szenebekanntheiten betreffen an, aber darüber sieht man angesichts der tollen Designs und der schönen Dialoge gerne hinweg. Auch die Unterteilung der Ränge bei der Bewältigung der Aufgaben, "AM", "Profi" und "Krank" vermag zu motivieren und langfristig an den Bildschirm zu fesseln.

Sand im Board?

Im "Riggermenü" wird die Landschaft den aktuellen Ansprüchen gemäß umgestaltet.

Diese Frage wird man sich unfreiwillig stellen, wenn man "Tony Hawks Proving Ground" zum ersten Mal spielt. Schon die Vorgänger waren nicht immer ganz ruckelfrei und diese negative Tradition setzt auch der Nachfolger fort. Dass sich viele "Hänger" im Nachhinein als Fehler in der Missionsausführung entpuppen, macht die Sache auch nicht viel besser. Hier gibt es für Neversoft noch deutlichen Nachholbedarf, was das Auffinden und Fixen von Bugs angeht. Zum Glück jedoch lassen sich fast alle Bugs durch einen einfachen Neustart ohne Rückschäden beseitigen, weshalb man jedoch häufiger speichern sollte, um nicht mittendrin wegen eines (eventuell nur vermeintlichen) Bugs neustarten und alles noch einmal durchexerzieren zu müssen.

Und das Ganze braucht... Musik!

Auch der Videomodus...

Auch in diesem Teil wurde wieder sehr auf die Musikauswahl geachtet. So findet sich unter anderem Hip-Hop, allerdings auch neuere Stücke wie z.B. "The Pretender" von den Foo Fighters. Aber auch Klassiker kommen nicht zu kurz, unter anderem sind die Rolling Stones und die Sex Pistols vertreten. Zwar ist das musikalische Spektrum auch in diesem Teil wieder sehr breit geraten, aber leider sind von einer Band oder von einem Genre zu wenige Musikstücke im Spiel integriert, um hier voll zu punkten. Etwas mehr Auswahl und auch ein paar mehr Songs derselben Band wären sicherlich schön gewesen. Auch eine thematische Musikauswahl täte dem Spiel gut.

Teenage Wasteland?

...und die Ergebnisse desselben überzeugen.

Sowohl in Anlehnung an den Hit der Rockgruppe "The Who" als auch an den Titel des bislang gefeiertsten Teils der "Tony Hawks" Serie mag man sich hierbei erinnert fühlen. Jedes Skaterspiel muss einen Vergleich mit "Tony Hawks American Wasteland" bestehen, so auch dessen Nachfolger. Und man muss leider sagen, dass dieser ihn nicht überall besteht: Der Storymodus wurde teilweise deutlich abgespeckt, zwar sind hier noch echte Intentionen zu spüren wie z.B. die unterschiedlichen Karrieren und auch die schön gemachten Wettbewerbe, aber in "Wasteland" war einfach viel mehr Liebe zum Detail und für die Skaterszene und deren Eigenheiten vorhanden. Auch die Einbindung von neuen Extras wie z.B. Klamotten oder Tricks in die Story fehlt ein bisschen, sodass man hier getrost ebenfalls "Wasteland" einen Punkt geben kann.

Ein Rückschritt

In Punkto Grafik gewinnen die X-Box 360, PS3 und PC Version natürlich locker, auf der Playstation 2 hingegen hat die Serie eher noch einen Schritt zurückgemacht. Höchstes Lob verdient hingegen das Design der Tricks und des eigenen Skaters: Hier wurden tolle Innovationen wie z.B. "Nail the Trick" eingeführt oder maßgeblich verbessert. Und auch wenn das Designen des eigenen Skaters anfangs etwas mau erscheint, so kann man sehr viele tolle Items freispielen, die Langzeitmotivation garantieren und lange an den Bildschirm fesseln können, wenn man sich für sie begeistert.

Fazit

von Henrik Haumann

Eins ist klar: Mit "American Wasteland" kann "Proving Ground" es nicht aufnehmen. Es wurden einfach viel zu viele Schritte zurück bzw. in zu ungewohnte Richtung gemacht. Auch ein etwas umfangreicheres Tutorial wäre schön gewesen, um auch absolute Neulinge in die Materie des Spiels einzuführen. Nichtsdestotrotz ist mit "Proving Ground" ein sehr schönes Spiel gemacht worden, das mir durchaus Spaß gemacht hat. Allerdings muss ich dem Spiel auch bescheinigen, dass der Spaßfaktor bei seinem erstklassigen Vorgänger höher war. Schlecht ist das Spiel dennoch nicht und Skaterfans dürften sich darum dafür interessieren.

spieletipps meint: Tony Hawk wie er auch schon vor Jahren aussah. Langsam sollte sich Neversoft Neuerungen ausdenken.
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