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Resident Evil Outbreak File 2 (Playstation 2)

Artikel veröffentlicht am 19.09.2005

Es ist schon schlimm, was in manchen Städten abgeht. Racoon City erlebt eine weitere Zombie-Überschwemmung und wie immer findet sich eine handvoll lebenslustiger Bürger, die aus der Stadt entkommen wollen. Was bei der Bekämpfung der Zombie-Horden in "Resident Evil Outbreak File 2"abgeht, lest ihr in unserem Test. Von Clemens Eisenberger

Hallo, wie gehts dir? Moment, bist du nicht schon seit 2 Jahren tot?

"Du kommst hier net rein!" - Türen sollten für Zombies immer verschlossen sein

Der erste Eindruck von "File 2" verheißt nichts Gutes. Die Präsentation ist fast identisch mit der von Teil 1, es gibt die selben Charaktere, die selbe Grafikengine und nur 5 neue Missionen. Wohlgemerkt spielen sich auch diese 5 Missiönchen in jeweils 20-40 Minuten komplett durch, sodass auch dieses Spiel lediglich auf eine Gesamtspielzeit von gerade mal 2-3 Stunden kommt. Allerdings kann man einiges freischalten, sodass man wohl oder übel öfters durch Racoon City laufen muss, um alle Features zu bekommen. Ein anderer Vorteil ist der Besitz von Teil 1, denn mit einem Spielstand dieses Games kann man sich zu Beginn gleich einige Features freispielen - natürlich nur, was man sich im ersten Teil bereits hart erarbeitet hat. Die Story des Spiels ist auch sehr schnell erzählt: Ihr kämpft zwar noch um euer Überleben, wurdet aber bereits von einem Zombie gebissen, sodass ihr einen Teil der T-Viren in eurem Körper herumschleppt. Angezeigt werden diese rechts unten auf dem Bildschirm. Sollte die Anzeige 100% erreichen werdet ihr zum Zombie. Dies kann natürlich auch euren Begleitpersonen passieren, sodass man diesen am besten aus dem Weg geht, wenn sie sich verdächtig verhalten.

Europa ist Online!

Das neue In-Lokal in Racoon-City - die Stammkundschaft ist leider etwas ... tot

Die wohl größte Frage hierzulande in Bezug auf "Resident Outbreak 2" war "Wird es denn diesmal online spielbar sein?". Die Frage ich jetzt eindeutig zu beantworten: JA! Viele Überraschungen bietet der Online-Modus aber nicht, da man lediglich mit menschlichen Mitstreitern die 5 verschiedenen Missionen bestehen kann- und zugegeben- so macht das auch nicht viel mehr Spaß. "Um die Atmosphäre zu wahren" hat man auch die Kommunikation zwischen 4 menschlichen Spielern auf die lächerlichen 4 Befehlchen, die schon aus dem Offline-Modus bekannt sind, reduziert und Online-Freaks keine Headset- oder sonstige Kommunikationsunterstützung spendiert. Dies erschwert gemeinsames Überleben ungemein, da Taktieren eigentlich völlig flach fällt. Obwohl ich keine Möglichkeit hatte, den Online-Modus ausführlich zu spielen, wage ich zu behaupten, dass Leute ohne Netzwerkadapter nicht sonderlich viel versäumen. Im Endeffekt verhalten sich die Menschen (von eurem Standpunkt aus betrachtet) nicht wirklich intelligenter als die CPU-gesteuerten "Helfer" - bei beiden kann man nie voraussehen, was passieren wird.

"Irgendwie hast du dich verändert..."

In düsteren und atmosphärischen Umgebungen wie dieser hier werdet ihr euch öfters befinden.

Na ja, oder auch nicht. Wie eingangs erwähnt wurde für Teil 2 die selbe, nur minimal überarbeitete, Engine verwendet, die schon bei Teil 1 zum Einsatz kann, sodass man sich schon vorstellen kann, wie Teil 2 aussieht. Die Qualität der Grafik ist durchaus mit "auf aktuellem Niveau" zu bezeichnen. Die Hintergründe sind detailreich und auch die Zombies sehen gut aus. Allerdings ähneln sich die meisten Zombies und Monster, was die Atmosphäre leider negativ beeinflusst. Empfehlenswert ist das Spiel nur im 60HZ-Modus, mit 50HZ büßt man eine Menge Geschwindigkeit ein, außerdem stören die Pal-Balken. Der Sound hat ebenfalls nichts verloren und auch nichts dazubekommen. Die verschiedenen Musikstücke klingen nach wie vor sehr gut und unterstützen die Atmosphäre sehr gut, sodass eure Nerven stellenweise recht stark gespannt werden. Allerdings vermisse ich beim Sound das gewisse Etwas, das selbst erfahrenen Spielern eine Gänsehaut bescheren kann. Denn das (was die meisten Resis bis "Code Veronica X" auf weiten Strecken durchgehend geschafft haben) vermisse ich auch beim 2. Teil der "Outbreak"-Serie. Außerdem klingen die Nebengeräusche (Stöhnen, Schüsse) nicht immer gleich gut bzw. realistisch, sodass auch hier stellenweise etwas an Atmosphäre verloren geht.

Süß - Zombie-Kindern wird sogar ein eigener Spielplatz beschert...

Die Animationen leiden hingegen an den typischen "Resi"-Schwächen. Dazu gehören recht steife Animationen sowie extrem oft auftretende und lang dauernde Ladepausen, z. B. bei Raumwechseln. Auch wenn diese im Vergleich zum (diesbezüglich unerträglichen) ersten Teil etwas eingeschränkt wurden, stören sie den Spielfluss dennoch recht extrem. Besonders, wenn man gerade auf der Suche nach einem Gegenstand oder dem Verwendungszweck eines Fundstücks ist, stören die Pausen doch sehr, zumal man mit der Zeit auch das Ziel etwas aus den Augen verliert. Auch bei der Steuerungen wurden die serientypischen Macken beibehalten. Aufgrund der extrem schwammigen Steuerung wird es zum Glücksspiel, euren Charakter zielgenau durch eine Menge von Gegnern zu lotsen ohne sofort auf der Speisekarte zu landen. Besonders eine Horde von Zombies kann euch schon mal den letzten Nerv kosten, wenn ihr irgendwo einen Gegenstand finden müsst, aber nicht richtig ausweichen könnt. Hinzu kommt die ziemlich unhandliche Menü-Führung, die euch wahrscheinlich bei den Endgegnern den ein oder anderen Abschied präsentieren wird. Außerdem könnt ihr auch in diesem Teil nur sehr wenige Gegenstände mitnehmen, was eure Interaktionsfähigkeit ziemlich einschränkt.

Fazit

Clemens Eisenberger von Clemens Eisenberger

Auch wenn "Resident Evil Outbreak File 2" kein schlechtes Spiel ist, bin ich sowohl davon als auch vom Hersteller Capcom sehr enttäuscht. Nach dem ersten Teil einfach diesen mit selben Charakteren, selber Präsentation und nur 5 neuen Missionen neu aufzulegen ist bei Weitem nicht ausreichend - immerhin hat man den ersten Anlauf in spätestens 3 Stunden (auf schwereren Stufen max. 5-6 Stunden) hinter sich und für die kleinen Bonus-Features rentieren sich weitere Besuche in der Waschbärenstadt nur bedingt. Außerdem enttäuscht das, worin "wir" so große Erwartungen gesetzt hatten - der Online-Modus - ebenfalls. Mit seinen Kameraden nicht kommunizieren zu können, schafft "intellektuell hochwertige" Interaktionen wie "Folge mir" und "Bleib hier". Da macht selbst das Offline-Spiel noch mehr Spaß, da sich die Leute dort zumindest meistens dran halten. Außerdem könnte man sich bei Capcom langsam wirklich was gegen die permanenten "Resi"-Fehler überlegen. Steife Animationen und die immer noch extrem unhandliche Steuerung (sowie das grässliche und ebenfalls sehr unhandliche Menü) nehmen dem Spieler stellenweise jegliche Lust am Weiterspielen. Allerdings ist die Grafik recht gut gelungen und auch der Sound weiß die Atmosphäre des Spiels gut zu unterstützen. Auch wenn ich mich so sehr auf das neue "Resi" gefreut hatte, bin ich maßlos enttäuscht.

spieletipps meint:
68

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