Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 (PC)
Artikel veröffentlicht am 07.03.2008
Ihr haltet Killerkraken, Kampfdelphine und explodierende Kühe für bizarr? Dann müsst ihr euch auf einiges gefasst machen. Denn mit "Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3" schickt sich EA an, das abgedrehteste Paralleluniversum der Gamegeschichte neu zu beleben. Skurrile Einheiten inklusive! Von Mark Heywinkel
Nachhilfe in Geschichte
Vergesst alles, was ihr bislang über den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen zu wissen glaubtet. So ist es nicht gewesen - zumindest nicht im Universum des Echtzeitstrategie-Hits "Alarmstufe Rot". Da nämlich hat es den Zweiten Weltkrieg nie gegeben. Stattdessen gerieten die Sowjetunion und ein NATO-ähnlicher Verbund aneinander (so geschehen im ersten Teil der Reihe). 1973 fielen die Russen sogar in Nordamerika ein, wurden aber geschlagen (Story des Add-ons "Alarmstufe Rot 2: Yuris Rache"). Nun setzt EA mit "Alarmstufe Rot 3" die schrulligste aller Spielgeschichten fort: Mit einer Zeitreise wollen die Sowjets die Geschichte verändern und zu alter Stärke zurückfinden. Das Experiment misslingt jedoch und es entsteht eine alternative Zeitachse, in der ihr euch an einem hochtechnologisierten Dritten Weltkrieg beteiligen müsst. Alles ganz logisch - zumindest für "Alarmstufe Rot"-Verhältnisse.
Überdreht, bunt und knallig
1996 brachte Westwood mit dem Titel "Red Alert" (in Deutschland "Command & Conquer 2: Alarmstufe Rot") einen technisch einwandfreien "Tiberium Dawn"-Nachfolger auf den Markt, der storymäßig aber mal so gar nicht mit dem ursprünglichen "Command & Conquer"-Szenario vereinbar war: Anstatt irgendwann in der Zukunft das außerirdische Tiberium abzubauen, kämpft ihr euch in "Alarmstufe Rot" durch die Kampagnen einer alternativen Weltkriegs-Vergangenheit. Dabei stehen euch Teslaspulen und später sogar Russen mit hypnotischen Fähigkeiten zur Verfügung. Trotz oder gerade wegen dieser total abgedrehten Ideen wurde die Reihe ein Erfolg. Für den ersten Teil erschienen zwei Add-ons und im Oktober 2000 folgte "Alarmstufe Rot 2". 2001 verabschiedeten sich die Programmierer mit der Erweiterung "Yuris Rache" vorerst vom "Alarmstufe Rot"-Universum, um der eigentlichen "C&C"-Reihe einen Nachfolger zu geben. In diesem Jahr soll es nun weitergehen, gewohnt überdreht, bunt und knallig.
Drei Kampagnen
Wie bereits in den Vorgängern dürft ihr wieder die Rote Armee oder die Alliierten-Truppen befehligen. EA spendiert, wie bereits in "Tiberium Wars", auch in "Alarmstufe Rot 3" eine zusätzliche dritte Kampagne, in der ihr dem s.g. Japanischen Imperium zu Ruhm und Ehre verhelfen sollt. In der alternativen Zeitlinie sind die Japaner zu einer hochentwickelten Weltmacht aufgestiegen, die zu Land und zu Wasser mit in den Krieg zieht. Ja, auch auf dem Wasser wird es wieder Schlachten geben: Erste Bilder zeigen nicht nur große Kreuzer und kleine Schnellboote, sondern auch erstmalig schwimmende Inselfestungen. Neben altbekannten Einheiten wie Luftschiffen, Wachhunden und Panzern, wird es in "Alarmstufe Rot 3" darüber hinaus eine Vielzahl neuer Verrücktheiten geben: So zum Beispiel schwer bewaffneten Bären, Tesla-Boote oder Samurai-Infanteristen, die mit Lasersäbeln kämpfen.
Grafik bunt, Gameplay super
EA wird nichts an dem bunten Outfit der "Alarmstufe Rot"-Serie verändern. Dieses Mal soll es sogar noch realitätsferner zugehen: Die ersten Ingame-Bilder zeigen fröhliche Küstenlandschaften, durch die comicartige Einheiten donnern. Für das 3D-Strategiespiel verwendet EA erneut die SAGE-Engine, die auch in "Command & Conquer 3: Tiberium Wars" und "Schlacht um Mittelerde" zum Einsatz kam. Für "Alarmstufe Rot 3", so erklärt EA, habe man jedoch 60 Prozent der Grafik-Engine umgeschrieben und erneuert. Man kann also von einer gründlich überarbeiteten Engine sprechen, die in realistischen Wasser- und Physikeffekten ihr ganzes Potenzial entfaltet. An der leichten Handhabung der "Alarmstufe Rot"-Reihe hält EA ebenfalls fest: Das Gameplay soll auch für Neueinsteiger so einfach gehalten sein, dass dem schnellen Spiel für Zwischendurch nichts im Wege steht. Alle Liebhaber der gemeinsamen Ballerei dürfen sich zudem auf einen Kooperationsmodus freuen.
Fazit
von Mark Heywinkel
Seit Westwood von EA übernommen wurde, wanderten immer mehr Programmierer der ersten "C&C"-Teile zu anderen Spieleschmieden ab. Inzwischen besteht das Team kaum noch aus Ursprungsmitgliedern und dennoch sieht es so aus, als würde EA mit "Alarmstufe Rot 3" an die Tradition der Vorgänger anknüpfen können - spielerisch wie grafisch: Bunt und mit vielen neuen skurrilen Einheiten kam "Alarmstufe Rot 3" bislang daher, genauso, wie wir es einst lieb gewonnen haben. Das als "Neu-Westwood" geltende Petroglyph Games-Studio fand in einem Interview auch nur positive Kritik für "Alarmstufe Rot 3". Und wenn sich die Erfinder der verrückten Spielereihe auf den dritten Teil freuen, warum sollten wir das nicht auch tun?
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