Test

Treasure Island

Es ist ein absoluter Klassiker der Abenteuerliteratur, Robert L. Stevensons "Die Schatzinsel". Scharen von Jugendlichen dürften es in den letzten mehr als 100 Jahren verschlungen haben, an die 20 Verfilmungen sowie etliche Hörspiele zog der Klassiker nach sich. Die Berliner Entwickler Radon Labs haben nun an die erste Spielumsetzung auf den Markt gebracht. Ob ein Klassiker im Angesicht der modernen Konkurrenz wohl als PC Spiel überzeugen kann? Von Daniel Frick

17. Mär 2008

Ein Klassiker des Abenteuerromans

Long John Silver, der einbeinige Pirat

Es ist schon ein bisschen mutig, in Zeiten von Harry Potter mit einem Klassiker wie "Die Schatzinsel" aufzuwarten. Sicherlich ist es eine weithin bekannte Geschichte und das noch vor einer Weile tot geglaubte Piratengenre hat mit "Fluch der Karibik" auch wieder ordentlich Auftrieb erhalten. Wie auch immer, für alle die die Geschichte nicht kennen: Eines Tages taucht in der Taverne des Vaters von Jim Hawkins der alte Seebär Bill Bones auf. Er erzählt von einem Schatz, stirbt aber kurz darauf. Jim Hawkins kommt in den Besitz der Schatzkarte und startet gemeinsam mit Long John Silver, Doktor Livesey, Richter Trelawney und Captain Smollett eine Expedition in die Karibik, um die namensgebende Schatzinsel zu finden.

Auf Schatzsuche in die Karibik

Auf der Hispaniola

Das Spiel versetzt uns in die Rolle von Jim Hawkins, aus dessen Perspektive die Geschichte der Romanvorlage relativ nah am Original erzählt wird. Wir starten das Spiel nach dem Tod von Bill Bones in Bristol, Kapitel für Kapitel führt uns das Spiel schließlich auf dem Segelschiff Hispaniola auf die sagenumwobene Schatzinsel in der Karibik. Als weiblicher Gegenpart zu Jim wurde der fiktive Charakter der Antoinette eingeführt, ansonsten bewegt sich das Abenteuer wie gesagt sehr nah an der Originalgeschichte. Das ist auch die größte Stärke von "Treasure Island": Das Gefühl, einen der bekanntesten Abenteuerromane überhaupt nachspielen zu können. Wer die Geschichte kennt, identifiziert sich sofort mit dem Romanhelden, allerdings bedeutet dies auch, dass uns keine großen Überraschungen erwarten.

Rätsel auf Einsteigerniveau

Schöne Licht.- und Schatteneffekte sind bei "Treasure Island" selbstverständlich

Überhaupt sind die Rätsel und Aufgaben, die wir als Jim Hawkins zu lösen haben, alles andere als echte Adventure-Kopfnüsse. Wer ein echter Adventure-Crack ist, wird "Treasure Island" darum wohl eher als eine interaktive Geschichte interpretieren, eine sehr schön umgesetzte allerdings. Die Grafik des Spiels ist wirklich sehr hübsch, Radon Labs verwendet die Engine, die uns bald das Rollenspiel "Drakensang" präsentieren wird. Komplett in 3D gehalten verwöhnen wunderschöne Licht- und Schatteneffekte das Auge. Die Motion-Capturing-Animationen wirken manchmal etwas hölzerner, als es der aktuelle Stand der Technik zuließe, schlecht sind sie aber beileibe nicht zu nennen. Schade ist allerdings der Umfang des Spiels: Je nach persönlicher Zielstrebigkeit kann man das Spiel in fünf bis zehn Stunden durchspielen.

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