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So Blonde

Eine einsame Insel mitten in der Südsee. Bevölkert von merkwürdigen Figuren und skurrilen Möchtegernpiraten, die darauf ihr Unwesen treiben. Dazu ein tyrannisches Inseloberhaupt, vor dem alle Angst haben. "Monkey Island 5", werden jetzt viele sofort denken. Obwohl sich dieser Gedanke automatisch aufdrängt, handelt es sich hier nicht um eine Fortsetzung des Klassikers. Von Frank Hinken

18. Mär 2008

Ein Leben ohne Luxus?

Ob es auf der Insel eine Maniküre gibt?

Sunny Blonde, die Hauptdarstellerin in diesem klassischen Point and Click Adventure, führt das ganz normale Leben einer 17 Jährigen. Ihr größtes Abenteuer bis dahin war ein Horrorstreifen, den sie sich zusammen mit ihrer Freundin Kimberly angesehen hat. Als sie mit ihren Eltern auf einer langweiligen Bermudakreuzfahrt ist, kommt plötzlich ein furchtbarer Sturm auf. Irgendwie ist sie dabei vom Schiff gefallen, und als sie aufwacht, liegt sie mutterseelenallein am Strand einer einsamen Insel. Die neuen Probleme sind schnell lokalisiert: das Make-Up ist futsch, die Haare sehen grausig aus, das Handy hat keinen Empfang und von den Eltern ist weit und breit nichts zu sehen. Also erst mal die Insel erkunden. Irgendwo auf diesem herrlichen Eiland muss doch ein Ressort sein oder wenigstens ein ordentliches Luxushotel. Doch die Suche gestaltet schwieriger, als anfangs angenommen.

Der rote Faden fehlt

Hoffentlich kann der Betrunkene bei der Flucht helfen!

Natürlich bekommst du bei der Erkundung der Insel nichts geschenkt. Aber in guter alter Adventuremanier nimmst du erst mal alles mit, was du finden kannst. Auch wenn's vielleicht keinen Sinn macht, angeknabberte Schokoriegel oder schmutzige Trichter mitzunehmen. Sie sind sicherlich irgendwann mal von Nutzen. Zwar finden sich schnell erste Gesprächspartner ein, allerdings vermisst du zu Beginn einen roten Faden, der sich durch das Spiel zieht. Zudem sind die anfangs noch sehr dünn gesäten Rätsel nicht mal logisch. Du musst z.B. eine Kanonenkugel, die weit oben auf einem Regal liegt, herunter holen. Die einzige Lösung ist, diese Kugel mit einem Flaschenkorken von da oben runter zu schmeißen. Leider ist nicht nachvollziehbar, wie mit einem wenige Gramm leichten Korken eine kiloschwere Kugel bewegt werden kann. Deshalb ist es etwas schade, das in vielen Situationen das benutze-alles-mit-allem Prinzip angewandt werden muss.

Monkey Island lässt Grüßen

"Beleidigungsfechten" mit Blondinenwitzen

Beim weiteren Erkunden der Insel erkennst du sehr schnell, dass "So Blonde" eine Parodie der großen "Monkey Island" Serie ist. Denn nach nicht allzu langer Zeit findest du im Rathaus der Stadt einen Teppich, in dem das Gesicht von Guybrush Threepwood eingearbeitet ist. An der Wand befinden sich berühmte Piraten. Mitten unter ihnen LeChuck mit seinem brennenden Bart. Selbst das berühmte Beleidigungsfechten wurde übernommen. Allerdings sind die Waffen keine Degen und scharfe Beleidigungen, sondern, wie könnte es anders sein, Blondinenwitze. Ziemlich schnell ist klar, dass "So Blonde" nicht ganz ernst genommen werden will. Das spiegelt sich auch in den Rätseln wieder. Die sind vom Niveau her mehr auf die Adventureneulinge zugeschnitten. Wirklich gefordert wirst du bei den Problemen nicht. Zumal die Aufgaben immer wieder durch kleine Minispiele aufgelockert werden. Diese können aber bei Bedarf übersprungen werden und tragen nicht zur Lösung der Rätsel bei.

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