spieletipps fragt - Seite 3

(Interview)

spieletipps: Glaubst du, dass du zuviel Zeit mit der Promotion deiner Spiele verbringen musst?

Peter Molyneux: Das wechselt. Dieses Jahr gibt es viele Präsentationen von Fable 2, fast jede Woche ist irgendetwas. Letztes Jahr gab es nur selten offizielle Termine. Das Jahr davor war so gut wie nichts. Und das Jahr davor, also 2005, durchlebte ich den Albtraum, dass Black&White 2, Fable Lost Chapters und The Movies praktisch gleichzeitig rauskamen. Es ist also immer wieder anders. Außerdem versuche ich, weitere "Frontleute" bei Lionhead aufzubauen. Das bedeutet, eine enorme Menge Vertrauen in jemanden zu investieren. Schließlich sollen sie auch langfristig in der Firma bleiben...

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spieletipps: Ist das der Grund, wieso die heutigen Stardesigner meistens dieselben sind, die es schon vor 10 oder 15 Jahren gab? Haltet ihr "alten Hasen" die neue Generation klein?

Peter Molyneux: Es gibt einige Gründe für diese Situation. Erstens: Viele Publisher mögen keine Medienstars. Sie wollen lieber PR-Leute vorschicken, die "gute Soldaten" sind, leicht zu kontrollieren, und die vor allem keine Andeutungen über offiziell noch gar nicht angekündigte Spiele machen. Stars sind nicht sonderlich beliebt. Zweitens ist es sehr schwer, jemanden zu finden, der nicht nur ungeheuer gut ist im Programmieren oder Designen, der außerdem perfekte Kommunikationsfähigkeiten hat und schlussendlich auch abkömmlich beim eigentlichen Spielprojekt ist. Das ist bei mir das Gute: Wenn ich nicht im Büro bin, geht die Arbeit an Fable 2 trotzdem weiter. Oft ist es aber katastrophal, wenn die wichtigste Person eines Projekts in der Endphase immer wieder Präsentationen geben muss. Und drittens, wie gerade erwähnt: Wenn du anfängst, jemanden zu einem Star zu entwickeln, musst du ihm absolut vertrauen können. Denn dieser Jemand könnte ja danach sagen, "Danke, und jetzt gehe ich woanders hin". Ich finde, wir entwickeln bei Lionhead unsere Mitarbeiter gut weiter, wir haben mittlerweile mehrere Leute der Presse vorgestellt. Andere Leute haben uns verlassen und ihre eigenen Firmen aufgebaut, etwa Media Molecule [Ragdoll Kung Fu, Little Big World, Anm. des Red.].

Ich mag die Idee, dass wir alle Spieldesigner sein können

spieletipps: Es könnte noch einen anderen Grund geben: Heutzutage dreht sich vieles um User-Content, gemeinschaftliche Mod-Projekte, die Demokratisierung des Spieldesigns. Ist die Zeit der Stars vielleicht einfach vorbei? Weil im Prinzip jeder ein Spiel designen kann?

Peter Molyneux: Ich mag die Idee, dass wir alle Spieldesigner sein können, und dass wir alle großartige Spiele erschaffen können. Aber ein Teil von mir bleibt skeptisch. Digitale Videokameras sind unglaublich günstig, wir können uns alle eine kaufen und könnten damit einen Film drehen. Und der müsste nicht besser oder schlechter als Blair Witch Project oder Cloverfield sein. Aber wir tun es nicht! Was es gibt, das sind zahllose YouTube-Videos, auf denen Polizei-Verfolgungsjagden zu sehen sind, oder wie Leute von ihrem Skateboard fallen. Und das zeigt mir, dass es eine große Begabung voraussetzt, etwas Kreatives zu schaffen. Und du brauchst dafür mehr als eine einzige Person. Aber ich finde es trotzdem gut, dass man heutzutage den Leuten diese Werkzeuge gibt: Viele Talente haben es nach Hollywood geschafft, indem sie Kurzfilme gedreht haben. Die waren zwar nie kommerziell erfolgreich, aber sie konnten damit ihr Talent beweisen. Und das kann bei Spielen genauso funktionieren!

spieletipps: Aber nochmal: Braucht die Spielebranche überhaupt noch Stars wie dich?

Peter Molyneux: Ich halte es für ein natürliches Bedürfnis der Menschen, dass sie von einer einzelnen Stimme eine klare Vision hören wollen, um was es bei einem Spiel geht. Ob das jemand wie ich sein muss oder ein Pressesprecher oder ein Produzent, das weiß ich nicht. Aber es gibt in jeder Unterhaltungssparte Stars. Ein Orchester hat einen Star, meist den Dirigenten, manchmal auch die Erste Violine. Autoren sind Stars. Filmemacher und Schauspieler sind Stars. Dabei braucht man viele, viele Menschen, um einen guten Film zu machen. Aber es gibt meistens nur ein oder zwei davon, die für den Film sprechen. Was die Stars in der Spielebranche anbelangt: Ich glaube, wir sind einfach in einer Übergangsphase. Die ganzen Community-Projekte bedeuten nicht, dass die Community nicht mehr eine einzelne Stimme hören will. Ich persönlich liebe es, die Leute reden zu hören, die für Call of Duty 4 oder Halo 3 sprechen. Weil ich absolut faszinierend finde, was sie sagen.

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