Test
Grand Theft Auto: Vice City Stories
So wie "Liberty City", bekommt auch "Vice City" nun seinen verbesserten Nachfolger - "Vice City Stories" - in dem ihr auf neue Missionen in der Sonnenstadt geschickt werdet. Zum "halben Preis" gibt es die "VC"-Hommage zu kaufen, aber lohnt sich das Geld wirklich, wenn man bereits "VC" besitzt? Von Wachtang Budagaschwili
Zurück nach Möchtegern-Miami
Wir befinden uns wieder in den 80er Jahren mitten im Neonlicht von "Vice City", hören die großen Hits von Phil Collins und INXS während wir das nächste Fahrzeug stehlen und ballern alles weg, was sich uns in den Weg stellt. Die Story, gefüllt mit bizarren, bunten Charakteren und scharfsinnigem, schwarzem Humor, setzt vor dem Originaltitel "GTA: Vice City" ein, in dem ihr euch als Scarface-Montana-Verschnitt Tony Vercetti die Stadt mit Drogen und Waffen unter den Nagel gerissen habt. Dieses Mal schlüpft ihr in die Rolle des Vic Vance, dem Bruder des aus dem Vorteil bekannten Lance Vance (gesprochen von Phillip Michäl Thomas), der sich gerade bei der Army angemeldet hat, um Geld für seine Familie und seinen kranken Bruder zu verdienen. Eure ersten Jobs, erteilt vom Army-Chef Jerry Martinez, sind Drogengeschäfte, Mordaufträge und Zuhälterei. Ein guter Start ins große Business der Untergrundwelt! Kein Fan der "GTA"-Serie wäre jetzt geschockt, denn schließlich musste bisher jeder Held sein Geld mit den dreckigsten Geschäften verdienen.
Ein neuer Antiheld
In diesem Fall aber ist die Entwicklung besonders konträr, da Vic von Anfang an gegen Drogen etc. spricht und dann doch jede Art von Mist erledigt beinahe ohne Hintergedanken und ohne irgendwelchen Skrupel. Der Charakter und seine Handlung sind nicht übereinstimmend und beeinträchtigen den logischen Verlauf der Story. Die meisten "GTA"-Spieler wird das jedoch wohl kaum kümmern. Vic ist zu allem bereit, sogar dazu, ganze Horden von Bikern oder Mexikanern umzulegen, nur um Geld zu verdienen. Gut, dass Rockstar im Titelbildschirm erwähnt, das Spiel solle nichts Dargestelltes verherrlichen oder rechtfertigen. Dennoch, "GTA"-Helden waren schon immer Antihelden, wie man sie in der Literatur vorfindet, und man sollte sich mit ihnen nicht identifizieren können - sie sind ja keine Pfadfinder, sondern Gangster, Killer und Drogendealer. "VCS" wollte mir Vic als einen Helden zeigen, der dies alles nicht tun will, es aber im Endeffekt liebend gerne ausführt. Ein Hypokrit eben. Schade.
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