Mario Kart Wii (Wii)
Erster Boxenstop der neuen Generation
Mario Kart Wii
von Oliver Hartmann
Nur noch eine Kurve. Die Reifen quietschen, der Auspuff raucht und plötzlich stoppt ein roter Schildkrötenpanzer die Siegesrunde. Was anfangs wie der Albtraum eines überarbeiteten Rennfahrers klingt, begeistert seit 16 Jahren die Spielergemeinschaft: Mario Kart. Doch was macht die Faszination dieser recht unkonventionellen Rennspielserie aus?
Wie alles begann
1979 lernte ein kleiner Zimmermann, ausgestattet mit Latzhose, Mütze und Schnauzer das Laufen. Es waren die ersten Schritte in eine mehr als nur erfolgreiche Zukunft. Schon kurze Zeit später schulte "Jumpman" zum Klempner um, zeigte seine italienische Seite und sprang von da an als "Super Mario" durch die Videospielwelt. Doch auch Nintendos Urgestein konnte dem verführerischen Duft von abgefahrenem Gummi und verbrannten Benzin nicht widerstehen. So bestieg Mario neben dem Jump&Run-Thron auch den der Funracer.
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Seinen ersten Auftritt hatte Mario noch unter dem Namen "Jumpman" in Donkey Kong. Es folgten die typischen Jump'n'Run-Abenteuer, bei denen Bruder Luigi dazu kam.
Die Zutaten für das unglaubliche Erfolgsrezept waren vom ersten Teil an klar: Technische Meilensteine, Multiplayeraction und eine Itemsammlung, bei denen sogar die Fans der "Worms"-Serie neidisch werden könnten. Dazu fiel der Einstieg auch genrefremden Personen extrem leicht, ohne dabei die Langzeitmotivation aus dem Auge zu verlieren.
schon im ersten Prototypen des Spiels saß ein Typ in Latzhose im Kart
Die Erfindung des Rads
Bereits 1991 begeisterte ein Rennspiel auf Nintendos Erfolgskonsole SNES die Spieler: "F-Zero". Die unglaubliche Geschwindigkeit zog Rennfans in ihren Bann, das Spiel ließ die Konkurrenz weit abgeschlagen hinter sich. Doch obwohl das SNES über zwei Controllereingänge verfügte, durfte bei F-Zero nur ein Spieler gleichzeitig Bestrunden fahren. Nintendo wollte dieses Manko mit einem neuen Renntitel abschaffen, der sich überdies stark von F-Zero distanzieren sollte. Dabei standen Mario-Erfinder Shigeru Miyamoto und sein Team von Beginn an vor technischen Problemen.
Geschwindigkeiten, wie die Spieler sie aus F-Zero kannten, waren nicht realisierbar, wenn zwei Fahrer am Spiel teilnehmen können sollten. Generell litt das Mehrspielerprojekt unter der dafür zu schwachen Performance des SNES. Im Gegenzug zu den Abstrichen im Rennbereich, wollte man bei Nintendo den Spielern direkte Duelle bieten, bei denen man mehr miteinander interagieren konnte. So entstanden die bis dato einmaligen Items und der legendäre Battle-Modus, bei dem man durch gezielten Einsatz jener Items die drei Ballons des Gegners zerstören musste. Eine weitere technische Glanzleistung war der Mode-7, ein Hardwarechip im Spielmodul, der auch schon bei F-Zero zum Einsatz kam. Dieser Chip konnte die zweidimensionalen Strecken durch Drehen und Zoomen dreidimensional wirken lassen.
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Die Mutter aller Funracer: Mit Super Mario Kart für das Super NES begann die Erfolgsserie. Die Langzeitmotivation bei dem Titel war enorm hoch.
Doch wieso wechselte Mario vom Sprungkönig zum Kartweltmeister? Genaugenommen war dies nicht konkret geplant. Doch "schon im ersten Prototypen des Spiels saß ein Typ in Latzhose im Kart", erklärt Hideki Konno, Producer bei Nintendo. Ob gewollt oder nicht, die unverkennbare Ähnlichkeit der ersten Entwürfe mit dem italienischen Klempner brachte Mario den Stammplatz im Kartcockpit. Hinzu gesellten sich weitere sieben Fahrer aus dem Mario-Universum - sogar Fieslinge wie Bowser und Donkey Kong.
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