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Colin MC Rae Dirt (PC)

Artikel veröffentlicht am 20.06.2007

Endlich, endlich, endlich. Codemasters hat dem mehrfachen schottischen Rallyeweltmeister Colin McRae wieder ein neues Rennspiel gewidmet. Mehr als zweieinhalb Jahre sind seit dem grandiosen Vorgänger "Colin McRae 2005" vergangen. Die Fangemeinde dürfte so richtig heiß sein. Genau wie ich. Ab ins Cockpit und auf staubige Pisten. Und anschnallen nicht vergessen! Von Daniel Frick

Bewährte Reihe in neuem Gewand

Driften...

Der Vorgänger "Colin McRae Rallye 2005" hatte seinem Namen alle Ehre gemacht. Rallyefeeling an allen Ecken und Enden. Jede Menge Wertungsprüfungen und Etappen am Ende der Welt hatten sowohl der Fachpresse als auch der Community entzückte Schreie entlockt. Mit dem Karrieremodus hatte man der ganzen Sache zusätzlich eine Langzeitherausforderung verpasst. "DIRT" hat als erster Teil der Reihe kein "Rallye" in seinem Titel. Das kommt nicht von ungefähr, denn man hat den Schwerpunkt des Spiels nochmals etwas verlagert. Der Rallyemodus, in dem man Etappen gegen die Uhr fährt, ist nur noch einer von insgesamt 6 recht unterschiedlichen Spielmodi.

Mehr Abwechslung durch 6 Offroad Varianten

...und springen mit den Buggys

Eines haben sie gemeinsam: den namensgebenden Dreck. Bei der Hillclimb-Herausforderung jagt man mit absoluten PS-Monstern Hügel hinauf, beim Rallyecross trifft Rallye auf Rundstrecken. Mit Buggys und Pickups kämpft man sich durch die lizenzierte CORR-Meisterschaft, mit Allradgeländewagen im Rallye-Raid-Modus durch die kalifornische Wüste. Die Abwechslung ist wirklich groß und unterscheidet sich vom Vorgänger, aber überall geht es äußerst staubig zu. Jede Variante kann man als eigene Meisterschaft in mehreren Schwierigkeitsgraden spielen, der Karrieremodus wurde ebenfalls völlig überarbeitet.

Der Karrieremodus: Anders als bisher

46 Fahrzeuge stehen zur Auswahl

Dieser ist stark an das Produkt aus dem eigenen Haus, "DTM Race Driver 3", angelehnt. Wie auch dort spielt man im Karrieremodus nicht nur in einer Rennklasse, sondern arbeitet sich durch insgesamt 66 Einzelrennen quer durch die verschiedensten Klassen. Durch errungene Punkte und Bargeld schaltet man neue Wettbewerbe und Karrierestufen frei und leistet sich standesgemäß neue PS-Boliden. Insgesamt stehen 46 Fahrzeuge, 58 höchst abwechslungsreiche Rennkurse und diverse Tuning- und Lackierungsoptionen zur Verfügung. Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto mehr Preisgeld winkt. Und es gibt immer noch eine schicke Karre oder einen netten Lack, den man noch nicht sein eigen nennt und der unbedingt den eigenen Fuhrpark zieren muß!

Grafik und Sound: Allererste Sahne!!!

Motorhaubenansicht

Was Codemasters neuestes Machwerk mehr noch als der Vorgänger aus der Masse der Rennspiele abhebt, ist die grandiose Atmosphäre. Es ist schwer in Worte zu kleiden, was man da zu sehen bekommt, vorausgesetzt, man nennt einen äußerst potenten Rechner sein eigen. Fotorealistische Grafik ist so etwas wie der Stein der Weisen der Computerspiele. Gesehen hab ich sie bisher noch nie. "Colin McRae DIRT" hat sie. Das optische Schadensmodell setzt dem Ganzen die Krone auf. Splitternde Zäune und verbeulte Türen sorgen für Realismus pur. Es kann einem durchaus passieren, dass man vor lauter Staunen die Kontrolle über sein Lenkrad verliert. Das Spiel hat schlicht die beste Grafik, die man je bei einem Rennspiel gesehen hat und untermauert eindrucksvoll, wozu aktuelle Highend-Hardware in der Lage ist. Der Sound ist absolut solide, nur die Musik kann auf Dauer etwas eintönig werden.

Bedienung besticht durch präzises Fahrmodell

Ein kleines Kraftpaket

Bei der Bedienung gibt es nichts zu bemängeln. Vor allem die Umsetzung des Fahrmodells glänzt auf fantastischen Niveau. Die Physikengine berechnet das Fahrverhalten jedes einzelnen Reifen unabhängig voneinander und führt so zu einem völlig neuen Fahrgefühl. Ebenso wirkt sich der jeweilige Fahrbahnuntergrund sowie die aktuellen Tuningkomponenten spürbar auf das Fahrverhalten aus. Ein Forcefeedback-Lenkrad bringt wie der Vorgänger mehr Spaß als eine Steuerung mit der Tastatur. Da ist es wirklich etwas schade, dass Regenrennen nicht mehr zum Spielumfang gehören. Doch das ist angesichts des großen Spaßes, denn der bestehende Umfang des Spiels bringt, wirklich leicht zu verschmerzen. "DIRT" hat auch für Simulations- und Feintuningfans viel Potential, doch alles in allem ist der neue Teil weniger simulationslastig als der Vorgänger. Das ist nicht schlecht, aber man sollte es wissen.

Etwas magerer Mehrspielermodus

Die Landschaft sieht grafisch ebenfalls toll aus

Was der Mehrspielermodus zu bieten hat, klingt nach echter Action. Bis zu 100 Spieler gleichzeitig sollen in den Rallye- und Hillclimb-Varianten gegeneinander antreten. Die Realität sieht dann etwas anders aus. Wie im Solomodus fährt man nur gegen Ghosts, die Gegner werden nur als ein Pfeil auf der Karte, jedoch nicht als "echtes" Auto dargestellt. Da kommt kein Multiplayergefühl auf! Zudem nur 2 Spielmodi und eine freie Auswahl von Strecken bzw. Fahrzeugen ist auch nicht möglich: Statt dessen wählt man aus 7 zufällig zusammengestellten Kombinationen. Das ist für einen Multiplayermodus im Jahr 2007 deutlich zu wenig. Immerhin sorgt die integrierte Rangliste für etwas Motivation, doch solch ein Feature sollte heutzutage ebenfalls dazu gehören.

Fazit

von Daniel Frick

Ich hab's geahnt. Codemasters hat es geschafft, Altbewährtes mit neuen Ideen zu kombinieren und damit absolut zu überzeugen. Umfang, Fahrmodell, Abwechslung, bis auf den etwas mageren Multiplayer stimmt bei "DIRT" einfach alles. Mit einer fotorealistischen Grafik wie sie in einem Rennspiel bisher nicht zu sehen war, krönt Codemasters den sechsten Teil der bewährten Reihe als ein Rallyespiel der neuesten Generation. Nur nicht vergessen: Hardwareanforderungen vor dem Kauf überprüfen, "DIRT" ist äußerst hungrig...

spieletipps meint:
90
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