Vorschau Geheimakte 2

von Philipp Rauh (29. Mai 2008)

Ein ermordeter Priester, ein kalt gestellter Bischof, eine militante und skrupellos mordende Sekte, mysteriöse Apokalypse-Warnungen, weltweit Naturkatastrophen mit biblischem Ausmaß und der Hamburger Hafen. Das ist der Stoff aus dem deutsche Adventures sind. Auch wenn der Hamburger Hafen eher untypisch für das Adventure-Genre ist - "Geheimakte 2" macht's möglich.

Gemütlich: Rotlicht-Kajüte auf hoher SeeGemütlich: Rotlicht-Kajüte auf hoher See

Vergiss den Rest!

Anhänger des zwei Jahre alten Vorgängers "Geheimakte Tunguska" könnten direkt nach dem ersten Start des zweiten Teils leicht verwirrt reagieren. Wer ist der alte Mann mit Kreuz und warum sieht der nicht so aus wie die überaus attraktive und aus dem ersten Teil bekannte Heldin Nina Kalenkow? Diese Frage könnte sich euch aufdrängen, während ihr eben jenen grauhaarigen Kuttenträger im interaktiven Intro des Spiels steuert. In diesem werden euch die Steuerung und die Hintergrundgeschichte von "Geheimakte 2" näher gebracht. So müsst ihr ein brisantes Pergament vor schwer bewaffneten und blutrünstigen Auftragsmördern sicher verstecken. Gelingt euch das, heißt es auch schon wieder Abschied nehmen vom Bischof. Sein virtuelles Leben endet bereits kurz nachdem es angefangen hat. Nach dieser Odyssee ist es dann soweit und ihr erhaltet die Kontrolle über Nina. Damit nimmt die Geschichte ihren Lauf, fernab von der Tunguska-Katastrophe aus Teil eins. In zwei verschiedenen Handlungssträngen, ihr steuert jeweils Nina Kalenkow oder Max Gruber, (ebenfalls Held des Vorgänger-Spiels,) entwickelt sich eine Verschwörung rund um Klimakatastrophen und eine apokalyptische Sekte. Erst gegen Ende des Spiels verbinden sich die Stränge und münden in einer feststehenden finalen Sequenz.

Dieses Stargate wurde eindeutig zu heiß gewaschen.Dieses Stargate wurde eindeutig zu heiß gewaschen.

Oder auch nicht.

Auch wenn die Story komplett neu ist und - von den Hauptakteuren und einigen Nebenrollen abgesehen - sich deutlich vom Vorgänger abgrenzt, wurde am restlichen Spiel wenig gefeilt. Hauptproblem der Entwickler war hier wohl Mangel an Kritikpunkten. "Geheimakte Tunguska" wurde von der Fachpresse durchgehend positiv bewertet. Dennoch hat Animation Arts / Fusionsphere Systems an allen bemängelten, aber durchgehend kleinen Unzulänglichkeiten gefeilt. Für die Atmosphäre am wichtigsten ist die ausgearbeitete Gestik und Mimik aller Personen. Spricht Nina oder Max einen unbedarften Polygon-Wichtel an, zoomt die Kamera an die Gesichter heran und bietet so eine bessere Übersicht als im ersten Teil. An der simplen Steuerung wurde festgehalten. "Geheimakte 2" bleibt ein typisches Adventure. So kombiniert und verwendet ihr gefundene Gegenstände, löst Logikrätsel oder befragt relevante Personen. Hinzugekommen sind lediglich informative Tooltipps am Cursor und etwas größere Icons.

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