Bethesda-Vize Pete Hines über Fallout 3

(Interview)

Als Product Manager von Fallout 3 und Vice President von Bethesda kümmert sich Pete Hines nicht nur um Packungsdesign, Anleitung und Werbeanzeigen zu dem für Herbst geplanten Action-Rollenspiel, sondern auch um den Kontakt zu Fans und Presse. Jörg Langer befragte den Amerikaner zu einigen Balance-Ungereimtheiten, der Mechanik hinter der Spielwelt und Unterschieden zum letzten Bethesda-Hit Oblivion. Alte Fans der Fallout-Serie (die von Interplay stammte und auf Rundenkämpfe sowie Pixelgrafik setzte) sorgen sich, dass die 3D-Engine und Actionkämpfe das alte, zynische Endzeit-Feeling zerstören könnten. Nachdem wir Fallout 3 sowohl auf der E3 (Xbox-Version) als auch auf der GC (PC) gespielt haben, können wir zumindest partiell Entwarnung geben. Aber lassen wir Pete Hines zu Wort kommen...

spieletipps: Pete, als ich Fallout 3 vorhin gespielt habe, auf der normalen Schwierigkeitsstufe, schien es mir zu einfach zu sein. Das lag am V.A.T.S.-Modus [ein Pausemodus, bei dem man unter Verwendung von Aktionspunkten gezielt einzelne Körperteile des Gegners anvisiert, um besonders großen Schaden anzurochten, Anm. d. Autors]. Ich konnte praktische jeden Gegner mit dem Aufreihen von Headshots oder Schüssen ins Bein problemlos besiegen. Schraubt ihr daran immer noch herum, oder soll das Spiel wirklich so einfach werden?

Pete Hines: In der Regel sollte das, was dir am Anfang begegnet, ziemlich einfach sein. Wir wollen auf jeden Fall nicht, dass du aus dem Bunker kommst und sofort kämpfen musst und ständig stirbst. Deshalb werden die Gegner in diesem Teil der Welt auch für einen frischgebackenen Stufe-2-Helden nicht allzu schwer zu besiegen sein. Aber später wirst du definitiv schwierigere Gegner finden, die eine größere Herausforderung darstellen.

spieletipps: Aber ich habe eben einen Super Mutant mit meiner Anfangspistole getötet! Das hätte in den alten Fallout-Spielen niemals geklappt.

Pete Hines: Wir wollen das Spiel nicht so balancieren, dass das, was du beschreibst, überhaupt nicht vorkommen kann. Abhängig davon, wo du hingehst und was du dabei hast, gibt es die Möglichkeit, dass so was vorkommt.

spieletipps: Dennoch: War die E3-Version vielleicht vereinfacht?

Pete Hines: Sie war in soweit vereinfacht, dass du die höchstmöglichsten Werte für die Waffen, mit denen du startest, hattest. Aber es war keinesfalls jeder V.A.T.S-Treffer ein kritischer Treffer. Das ist völlig zufällig.

Jedes Körperteil hat eine eigene Hitpoint-Anzeige

spieletipps: Werden per V.A.T.S. erzielte Kopftreffer immer tödlich sein?

Pete Hines: Nein. Sie richten einen bestimmten Schaden an dem jeweiligen Körperteil an, und einen bestimmten Schaden an den Hitpoints insgesamt. Die einfacheren Gegner am Anfang haben nicht viele Hitpoints, darum sterben sie schneller. Wenn man dann auf stärkere Kreaturen trifft, kommt es vor, dass man einzelne Körperteile verkrüppelt, bevor sie sterben.

spieletipps: Und werden die Gegner dann weiterkämpfen, also etwa mit einem kaputten Bein?

Pete Hines: Im Falle eines getroffenen Beins humpeln sie erst dann, wenn das Bein komplett verkrüppelt ist, also seine Hitpoints auf Null. Jedes Körperteil hat eine eigene Hitpoint-Anzeige.

spieletipps: Was Kenner von Oblivion interessieren dürfte: Würdest du sagen, dass Fallout 3 im Prinzip wie Oblivion ist, nur eben mit einem postmodernen Setting, anderen Waffen und einem anderen Level- und Skill-System?

Pete Hines: Das musst du selbst entscheiden. Als du gerade Fallout 3 gespielt hast, hast du dich da gefühlt wie in Oblivion, nur mit einer Pistole statt eines Schwerts in der Hand?

spieletipps: Die Gesichter der NPCs beispielsweise haben mich sehr an Oblivion erinnert.

Pete Hines: Natürlich werden Oblivion-Kenner einige Ähnlichkeiten feststellen. Ich weiß nicht, ob wir überhaupt ein Spiel erschaffen könnten, das völlig anders aussieht als das vorherige. Übrigens, ich finde dass die menschlichen Gesichter von Fallout 3 viel besser aussehen als in Oblivion, wir haben eine Menge mit Shadern und anderen Tricks gearbeitet. Es gibt sicher noch eine andere Gemeinsamkeit: Auch Fallout 3 ist ein Spiel mit weiten Landschaften und großen Sichtweiten. Aber es gibt doch soviel mehr: Diese spezielle Fallout-Stimmung, die ganze 50er-Jahre-Ästhetik. Die Charaktere und die Dialoge, sind sehr, sehr unterschiedlich. Und die Missionen, die du bekommst, sind viel individueller als in Oblivion. Das war einer der Gründe, weshalb wir Fallout 3 machen wollten: Unsere Designer sollten die Chance haben, etwas Neues zu machen, statt nur nochmal das, was sie schon gemacht haben.

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Im Flair der 50er Jahre:

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