Valves Doug Lombardi im Interview - Seite 2

(Interview)

spieletipps: Left4Dead scheint im Gegensatz zu Team Fortress 2 keine Klassen zu haben.

Doug Lombardi: Richtig, auch wenn jeder der vier Survivors anders aussieht. Am Anfang einer Map kannst du dich ausrüsten, und damit entscheidest du, welche Rolle du spielen willst. Es gibt nämlich ein knappes Limit, was du tragen kannst. Wenn du also ein Scharfschützengewehr nimmst, wirst du anders spielen, als wenn du dir eine Maschinenpistole greifst. Im Laufe des Spiels lässt sich das auch wieder ändern, es stehen diverse Waffentische und so weiter herum in den Maps.

spieletipps: Dass Counterstrike so erfolgreich ist, liegt vor allem an der E-Sport-Szene. Left4Dead hingegen scheint nicht sonderlich geeignet für Tabellen und Wettkämpfe zu sein...

Doug Lombardi: Das ist etwas, über das wir nachdenken. Klar, Left4dead ist nicht so perfekt für die E-Sport-Szene geeignet wie Counterstrike mit seinen beiden praktisch gleichstarken Parteien und dem klaren Missionsziel. Im Versus-Modus von Left4Dead geht es darum, dass die Survivors von hier nach dort kommen. Wer die Boss-Zombies spielt, hat im Prinzip nur die Aufgabe, destruktiv zu sein. Allerdings ermitteln wir zahlreiche Statistiken, vielleicht wird es ja E-Sport-tauglich sein, die Leistung jedes Survivor-Teams mit Punkten bewerten. Was solche Dinge anbelangt, haben wir schon immer sehr auf die großen E-Sport-Organisationen gehört.

Valve ist bekannt dafür, dass wir unsere Produkte auch nach dem Release pflegen

spieletipps: Wäre es nicht vorstellbar, zwei Teams von Survivors gegeneinander kämpfen zu lassen?

Doug Lombardi: Mit Sicherheit nicht bei der Veröffentlichung. Aber Valve ist bekannt dafür, dass wir unsere Produkte auch nach dem Release pflegen. Bei Team Fortress 2 gibt es alle paar Monate neue Achievements, freischaltbare Waffen, neue Maps und einen neuen Film. Wir werden also über solche Themen nachdenken.

spieletipps: Valve hat als Entwicklungsstudio begonnen, war dann gleich mit dem ersten Spiel, Half-Life, sehr erfolgreich. Was seid ihr heute: ein Entwickler? Ein Publisher? Ein Online-Distributor?

Doug Lombardi: Ich weiß die Antwort nicht. Ein Publisher sind wir jedenfalls nicht, denn wir finanzieren keine Entwicklung außerhalb unserer eigenen Marken. Wir machen auch kein Marketing für andere Leute. Okay, wenn ein Spiel neu auf Steam erscheint, begleiten wir diesen Release natürlich werblich. Aber wir machen nicht die ganze PR-Arbeit oder schalten sechs Monate vor dem Release von Bioshock Anzeigen in den Spieleheften.

spieletipps: Aber es gibt einige kleinere Studios, die eure Hilfe wohl nicht bekannt geworden wären.

Doug Lombardi: Das stimmt schon: AudioSurf, Darwinia, Red Orchestra - bei solchen Spielen haben wir eine etwas andere Rolle gespielt. Das macht meinen Job ja so interessant! Ich kam zu Sierra (dem Publisher von Half-Life 1, Anm. d. Autors) etwa ein Jahr, bevor Half-Life erschien, und nachdem es draußen war, wechselte ich zu Valve. Damals waren wir 23 Leute. Dann wurde das Spiel ein Riesenerfolg. Die Counterstrike-Mod erschien, und wir kauften diese Jungs auf. Dann begannen wir mit Steam, und wir entwickelten Half-Life 2. Es war immer was los!

spieletipps: Wollt ihr in den nächsten Jahren weitere neue Marken wie Left4Dead veröffentlichen, wird es weitere Half-Life-2-Episoden geben? Oder konzentriert ihr euch immer mehr auf Steam?

Doug Lombardi: Ich denke, wir werden all das machen. Am Anfang des Jahrzehnts haben wir viel in Forschung und Entwicklung investiert und gleichzeitig einen großen Rechtsstreit gegen Vivendi ausgefochten. Wir haben lange an Half-Life 2 und Steam gearbeitet. Seitdem diese beiden Projekte fertig sind - das erste Steam-Spiel war Counterstrike Zero im März 2004, und im November 2004 erschien Half-Life 2 -, haben wir pro Jahr mindestens ein neues Spiel veröffentlicht. In 2005 waren das Day of Defeat Source und Half-Life für die Xbox 360, in 2006 Episode 1, in 2007 The Orange Box, und dieses Jahr wird es Left4Dead sein. Währenddessen haben wir mit Portal und Team Fortress 2 zwei neue Marken geschaffen.

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