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Extreme Biker (PC)

Artikel veröffentlicht am 20.12.1999

Letztes Jahr erfreute Microsoft mit seinem "Motocross Madness" die gesamte Spielergemeinde und zeigte, daß auch Motocross-Spiele gut sein und Spaß machen können. Nachdem sich einige andere Hersteller recht halbherzig dazu entschlossen haben, auch in ihren Motorradspielen einen Motocross-Modus einzubinden, schickt nun Sierra das Spiel "Edgar Torronteras' Extreme Biker" ins Rennen. Mal sehen, ob Sierra es schafft, Microsoft den Thron in diesem Genre streitig zu machen ... Von dietmar

Das Spiel

Dreck und Matsch spritzt durch die Luft, wenn bei Motocross-Events die Fahrer zeigen, was sie drauf haben. Knatternde Maschinen, die danach schreien, über unwegsame Gegenden getrieben zu werden. Hand aufs Herz, wer hat sie noch nicht bewundert, diese Künstler auf Motorrädern? Wenn sie vorsichtig wie eine Katze über die unglaublichsten Strecken fahren, wenn sie todesmutig einen Sprung von zehn bis zwanzig Metern wagen und währenddessen auch noch Kunststückchen vorführen. Tja, das möchte man auch gern können.

Aber leider fehlt einem die Zeit, das Geld und nicht zuletzt der Mut, um das durchzustehen. Ich kann mich noch erinnern, wie es mir erging, als ich das erste Mal auf dem Fahrrad freihändig gefahren bin. Das letzte an das ich da gedacht hätte wäre, das ganze jetzt noch 10 Meter über dem Boden und mit ein bisschen mehr Gas ... Nee, nee, nee ... Lieber nicht! Aber zum Glück gibt es ja den PC, wo es einem nicht ganz so wehtut, wenn man als Fahrer mal hinfällt. Hier dürfen auch die unsportlichen, vollschlanken und ängstlichen mal so richtig zeigen, wie man richtige Stunts macht und Kunststückchen auf dem Motorrad fertigbringt - also genau das richtige für mich!

Bei Extreme Biker hat man die Chance dazu. Anfangs war ich ja noch etwas skeptisch. Als hartgesottener Motocross Madness-Fan stellt man schon hohe Ansprüche und als ich das Spiel das erste Mal startete und zu erst ganz brav, wie es sich für ein Erstes Mal eben gehört, diverse Fahrhilfen nutzte, war ich ziemlich enttäuscht vom Fahrverhalten des Motorads. Schön, der Computer hilft einem, die Balance zu halten, damit man nicht nach jedem Hüpferchen auf der Schnauze landet. Aber mit Stunts und so war da nicht viel zu machen! Ich dachte: "Das kanns doch nicht sein! Für so ein Spiel Geld auszugeben." Ich versuchte es aber nochmal und war diesmal etwas mutiger, stellte also alle Fahrhilfen ab. Und siehe da, das ganze ließ sich auf einmal wunderbar spielen! A propos spielen: Extreme Biker wartet mit drei verschiedenen Spielmodi auf: Motocross, Supercross und Freestyle.

Bei Motocross kann man einen von zehn verschiedenen Freilandkursen wählen. Beim Rennen muss man einem vorgegebenen Kurs folgen und versuchen, als Erster durchs Ziel zu kommen. Klingt recht einfach, hat es aber in sich. Die 10 Kurse sind sehr unterschiedlich und allesamt sehr schön anzuschauen. Da fährt man mal beim Grand Canyon rum, schlittert durch eine Schneelandschaft oder rast durch ein beschauliches Tal mit einem Fluss. Supercross findet in der Halle statt und verlangt einem totale Kontrolle über das Motorrad ab, wenn man da als Sieger das Rennen beenden will. Enge Kurven und schwierige Sprünge sind hier zu meistern und nicht selten verlässt man die Strecke, weil man mal wieder zu schnell oder schief einen Hügel überwunden hat.

Im Freestyle-Modus geht es um Stunts, die allerdings wirklich ganz schlecht hinzukriegen sind. bisher habe ich es mit Hängen und Würgen geschafft, daß der Fahrer mal die Hände vom Lenker nimmt und auch wieder richtig landet, aber die etwas schwierigeren Stunts waren noch nicht so der Erfolg. Aus diesem Grund fahre ich vorerst noch in der Gegend rum und übe - was aber in anbetracht der tollen Strecken nicht weniger interessant ist! Hier gibt es sechs verschiedene Gebiete, unter anderem ein Höhlensystem, eine Wüstenoase und eine von einem Erdbeben heimgesuchte Stadt mit umgestürzten Häusern.

Innerhalb dieser drei verschiedenen Modi kann man noch einen vierten hinzuschalten: BAJA. Im BAJA-Modus muss man so schnell wie möglich zu bestimmten und zufällig verteilten Punkten fahren. Dieser Modus macht mir persönlich am meisten Spaß, denn hier kann man mal so richtig zeigen, ob man auch fahren kann. Steile Berge hoch - in der Ferne sieht man schon das Ziel - den Berg wieder runter, über eine Ebene rauschen - das Ziel kommt immer näher - noch dieser Hügel und dann: Sprung!!!!! ICH FLIEGE ... Wie Hermes zische ich durch die Luft und fühle mich wie ein Vogel ... Oh Oh ... Oh nein ... NEEEEIIIIIINNNN ...

Tja, so kanns einem gehen, wenn man auf ein Schild zufliegt! Wie schon bei Motocross Madness leidet man auch bei Extreme Biker mit seinem Fahrer. Nun zu etwas völlig anderem.

Die Grafik

Hier scheidet sich ja bekanntlich das Spreu vom Weizen. Was mir bei Motocross Madness damals gefehlt hat, waren Bäume, Büsche, Häuser, Schilder und sonstige Geräte, die einem das Leben auf zwei Rädern schwer machen. All diese Sachen sind nun bei Extreme Biker enthalten und lassen die Landschaften dadurch viel realistischer wirken. Auch der Boden ist mit abwechselnder Textur belegt und man merkt dann ziemlich schnell, wenn man vom Kurs abgekommen ist. Bei einigen Strecken sind tatsächlich sogar bewegliche Objekte dabei, wie zum Beispiel ein Ufo, das von einem Düsenjäger verfolgt wird oder ein paar Autos in den Straßen der Pariser Innenstadt. Aber das war es auch schon mit beweglichen Objekten. Die Landschaften, die grafisch wirklich toll aussehen, wirken ein wenig leblos, allerdings um Weiten schöner als in Motocross Madness. Das Motorrad und der Fahrer sind auch sehr gut dargestellt. Aber auch hier ein kleiner Mangel: Wenn es den Fahrer vom Motorrad haut, fliegt er rum wie ein Dummy. Sieht aber trotzdem cool aus...

Der Sound

Extreme Biker bietet drei verschiedene Motorradklassen zur Auswahl: 125er, 250er und 500er Maschinen. Alle drei unterscheiden sich durch ihren speziellen Motorenklang. Während die 125er stotternd und knatternd in der Gegend umherspringt, beruhigen die 250er und die 500er durch cooles und überlegenes Tuckern die noch von der 125er aufgepeitschte Seele. Sehr schön auch, aber leider viel zu selten, sind die Umgebungsgeräusche. Wasserplätschern vom Fluss, donnerndes Dröhnen vom Düsenjäger, verärgertes Muhen einer angefahrenen Kuh, Rascheln der Blätter, wenn man durch einen Busch fährt, das "Tock" eines Baumes, wenn man dagegen fährt. Was auch witzig ist, sind die Schreie des Fahrers, wenn dieser mal wieder in hohem Bogen durch die Luft fliegt und sein Motorrad zurücklässt!

Die Bedienung

Die Menüführung ist absolut leicht verständlich und mit wenigen Klicks ist man schon mitten im Rennen. Was will man mehr. Optionen für Sound und Grafik sind auch einfach aufzufinden und zu verändern. Was mich allerdings tierisch nervt: Beim Spielstart versucht der Computer, eine Online-Verbindung aufzubauen. Ich frage mich, was das soll!

Der Spielspaß

Ja, Spaß machts! Wie oben schon erwähnt, hat es mir der BAJA-Modus angetan. Doch hier erlebte ich auch eine böse Überraschung: Ich versuchte den Modus im Höhlensystem und folgte so brav dem Pfeil, als ich auf einmal vor der Höhlenwand stand und eben nicht hinter die Wand zum Ziel kam. Sehr komisch. Hahaha! Vielleicht war das der "Spielspaß" der Programierer...

spieletipps meint:
80

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