Spieletipps - Deutschlands großes Spieleportal

Die nächste Generation der Ego-Shooter ()

Artikel veröffentlicht am 21.10.2008

Am 23. Oktober 2008 erscheint mit Far Cry 2 eines der absoluten Action-Highlights des Spiele-Jahres. Der Vorgänger sammelte Awards und Höchstwertungen wodurch das deutsche Entwickler-Studio Crytek quasi über Nacht weltberühmt wurde. Während sich Crytek mit Crysis auf eine neue Aufgabe konzentrierte, arbeitete man bei Ubisoft in Montreal an einer Fortsetzung zum Shooter-Hit. Wobei das Wort Fortsetzung hier eigentlich völlig deplatziert wirkt, wenn man sich das Spiel genauer anschaut. Von Oliver Hartmann

Im Prinzip können wir so ziemlich alles vergessen, was wir noch vom Vorgänger behalten haben. Jack Carver ist ebenso Geschichte wie das Karibik-Flair. Far Cry 2 verschlägt uns in ein kleines Land in Ostafrika. Dort kämpfen die beiden Parteien United Front for Liberation and Labour (UFLL) und die Alliance for Popular Resistance (APR) um die Vorherrschaft. Unterstützt werden beide durch einen kriminellen Waffenschieber und Kriegstreiber, der unter dem Namen "Der Schakal" bekannt ist. Um den Krieg und das brutale Töten zu stoppen muss Der Schakal sterben.

Kraftvolle Explosionen:

Insbesondere in den Actioneinlagen spielt Far Cry 2 mit den Technik-Muskeln. Explosionen wirken so plastisch, dass ihr vor dem Bildschirm in Deckung gehen werdet.

Und genau hier kommen wir ins Spiel, denn diese undankbare Rolle fällt uns zu. Doch die zunächst simpel erscheinende Aufgabe ist ausgesprochen schwierig, denn niemand weiß, wo sich der Schakal aufhält. Zudem können wir wirklich niemanden trauen, denn jeder kann auf der Gehaltsliste des Schakals stecken. Über Tonbandaufnahmen, Telefonate und Gespräche erfahren wir im weiteren Verlauf mehr über den Schakal und seinen Aufenthaltsort. Gut und Böse sind nicht wirklich zu unterscheiden und so schlagen wir uns auf die Seite, die uns im Augenblick den größten Vorteil verschafft. Kaum ist ein Auftrag für die UFLL erledigt heuern wir schon bei der Gegenseite an, um weiter zu kommen.

Nicht ohne Grund erinnert das Geschehen an aktuelle Kino-Thriller. Als Inspiration für Far Cry 2 nahmen sich die Macher den Roman "Heart of Darkness". Das verknüpft mit Einflüssen aus Apocalypse Now und Blood Diamond ergibt die Rahmenhandlung von Far Cry 2. Quasi ein Action-Thriller zum Selberspielen. Das wird maßgeblich durch das Spielgefühl unterstützt. Ihr werdet zu jeder Sekunde das Gefühl haben, mitten im Spiel zu sein. Es gibt keine Kameraschwenks oder Perspektivenwechsel, ihr erlebt das Spiel durchweg aus der Ego-Perspektive. Selbst die Zwischensequenzen erlebt ihr ausschließlich aus der Perspektive der Hauptfigur. Der Blick auf die Karte ist hier nicht nur eine Floskel, ihr haltet wirklich eine Karte in der Hand, während das Spiel weiterläuft. Seid ihr verwundet, bandagiert ihr euch oder holt die Kugel sofort in einer kleinen Not-OP aus dem Arm.

Fahrzeug-Vielfalt:

Ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft: In Far Cry 2 werdet ihr keine langen Wege marschieren müssen. Und das ist auch gut so bei der großen Spielwelt.

Dazu kommt, dass ihr ausschließlich selbst bestimmt, wie die Geschichte weitergeht. Ihr entscheidet, welcher Auftrag der nächste sein wird und ihr legt fest, wer leben wird und wer sterben muss. Technisch spielt Far Cry 2 in der ersten Liga. Das im Spiel gezeigte Afrika wirkt absolut lebensecht. Das wird unterstützt von einer lebendigen Tierwelt sowie einem realistischen Tag-/Nachtzyklus und einer korrekten Physik-Engine. Bäume wehen im Wind, die Sonne blendet die Sicht - fast werdet ihr an einem Abenteuer-Urlaub denken. Die Entwickler waren extra vor Ort in Kenia, um ein möglichst realistisches Abbild der afrikanischen Steppe erschaffen zu können.

Spielerisch könnt ihr euch austoben in dem rund 50 Quadratkilometer großem Areal. Damit ihr nicht ewig zu Fuß langweilige Wander-Passagen absolvieren müsst, stehen reichlich Fahrzeuge zur Verfügung: Geländewagen, Buggys, Omnibusse, Boote oder der aus dem ersten Teil bekannte Gleiter. In den Fahrzeugen könnt ihr beliebig die Plätze wechseln. Im Geländewagen könnt ihr zum Beispiel auf der Beifahrerseite einsteigen, euch auf den Fahrersitz schwingen um dann beim nächsten Feindkontakt ans Maschinengewehr zu wechseln. Das machen andere Spiele nicht anders, nur habt ihr hier ständig das Gefühl mittendrin zu sein.

Realistische Spielwelt:

Der Besuch der Entwickler vor Ort in Afrika hat sich gelohnt. Statt einer amerikanischen Version des Kontinents bekommt ihr die volle Ladung Afrika.

Im Prinzip könnt ihr relativ frei entscheiden, was ihr als nächstes tun wollt. Die Hauptstory wird durch die Missionen der beiden Krieg führenden Parteien vorangetrieben. Diese werden durch zahlreiche Nebenmissionen begleitet, die ihr per Mobiltelefon von euren Freunden bekommt. Diese sind optional, machen jedoch bei richtiger Absolvierung die Hauptmissionen leichter. Weitere Missionen könnt ihr für den Untergrund erledigen, als Dank gibt es die so wichtigen Pillen gegen die Tropenkrankheit Malaria. Außerdem treten Waffenshop-Besitzer immer wieder an euch ran, die unliebsame Konkurrenz aus dem Weg haben wollen. Dazu kommen dann noch Aufträge von ausländischen Organisation, die eine eigene Kill-Liste haben.

Meinung

Ich liebe Action-Thriller a la Blood Diamond oder der Bourne-Trilogie. Da ist es natürlich völlig klar, dass ich mich extrem auf Far Cry 2 freue. Tolle Grafik und eine offene Spielwelt liefern mir auch viele andere Spiele. Far Cry 2 hat ein frisches Szenario, mit der Hetzjagd nach dem Schakal eine spannende Geschichte und schafft es spielend, mich förmlich in das Spiel hinein zu ziehen. Dadurch wirkt das Spielgeschehen noch actionreicher, der Adrenalinpegel geht quasi durch die Decke.

Oliver Hartmann, 21.10.2008

Damit ihr bei dieser Missions-Auswahl überhaupt eine Chance habt, bekommt ihr reichlich Argumentationsverstärker an die Hand. Das Angebot beinhaltet traditionelle Kost von der schallgedämpften Pistole bis zum Rakentenwerfer. Pyromanen freuen sich über Molotov-Cocktails und Flammenwerfer, die dank der exzellenten Physik-Engine in Kombination mit der richtigen Windstärke ganze Landstriche verwüsten können. Der Clou ist jedoch, dass sämtliche Waffen dem Verschleiss unterworfen sind. Gebrauchte Waffen leiden mit der Zeit, zeigen erste Schrammen, haben später Ladehemmung oder explodieren sogar in euren Händen. Mit zunehmenden Alter verziehen die Waffen auch stark und haben einen höheren Rückstoß. Bezahlt wird in den Shops mit Rohdiamanten, die leider rar sind.

Eine Parallele zum ersten Far Cry ist die freie Wahl eures Vorgehens. Sollt ihr zum Beispiel eine bestimmte Person in einem Camp ausschalten, dann habt ihr verschiedene Optionen. Ihr könnt wie Rambo alles niederschießen, das komplette Camp in die Luft jagen oder bis Einbruch der Nacht warten und euch wie Sam Fisher in Splinter Cell zur Zielperson vorschleichen. Dadurch bekommt das Spiel eine taktische Komponente und bringt eine Extraportion Abwechslung und hebt sich vom Shooter-Einheitsbrei wohltuend ab. Und genau diese Entscheidungsfreiheit war es schon, die das erste Far Cry auszeichnete.

Neben der normalen Fassung für PC, Xbox 360 und PlayStation 3 ist ab dem 23. Oktober 2008 auch noch eine spezielle Collector‘s Edition erhältlich. Neben dem Spiel findet ihr in einer schönen Holzbox noch das Artbook "The Art of Far Cry 2", ein T-Shirt zum Spiel, eine Making-of-DVD sowie eine Landkarte der Spielwelt.


Disclaimer: © 1998-2012 Spieletipps.de GmbH. Nutzung nur für den privaten Gebrauch! Vervielfältigung sowie Reproduktion ist nur nach schriftlicher Genehmigung gestattet.


URL: http://www.spieletipps.de