Test Im Reich der Big Daddys

von Jan Höllger (27. Oktober 2008)

Es sind die Visionen Einzelner, die die Welt verändern. Auch Andrew Ryan hatte so eine Vision und erschuf daraufhin die Unterwasserstadt Rapture auf dem Meeresboden des Ozeans. Doch nach einem mysteriösen Unfall geriet die Metropole lange Zeit in Vergessenheit, bis bei einem Flugzeugabsturz über dem Meer ein junger Mann namens Jack überlebt und den Eingang der Stadt findet. Nach einer kurzen Tauchfahrt eröffnet sich Jack eine ganz neue Welt. Willkommen in Rapture, dem Schauplatz des sicherlich ungewöhnlichsten Ego-Shooters der letzten Jahre. Mit einem Jahr Verspätung kommen auch endlich PS3-Besitzer in den Genuss von "Bioshock".

Kampf gegen einen Big Daddy.Kampf gegen einen Big Daddy.

Hörbuch unter Wasser

Ihr schlüpft bei "Bioshock" in die Rolle von Jack und erkundet die Stadt unter Wasser aus der klassischen Ego-Ansicht. Sehr schnell bemerkt ihr, dass Rapture immer noch bewohnt wird, zum großen Teil von offensichtlich Verrückten. Aber ihr werdet auch einige helfende Personen treffen - oder hören. Denn ein großer Teil der Geschichte wird über Funkübertragungen erzählt. Immer wieder meldet sich etwa ein Mann namens Atlas bei euch, der euch viel über die Stadt erzählt, aber euch ebenso bittet, seine Familie zu retten, die in einem U-Boot gefangen ist. Des Weiteren findet Jack allerorts herumliegende Audiotagebücher, die von den Geschehnissen in Rapture berichten und interessante Tipps verraten.

Das Gegnerdesign ist einzigartig.Das Gegnerdesign ist einzigartig.

Wo ist die Story?

Anders als in typischen Shootern müsst ihr euch deshalb die Story von "Bioshock" ein wenig erarbeiten. Wer stur durch die Gänge läuft und immer den kürzesten Weg wählt, wird viele der Tonbandaufnahmen verpassen und damit auch einen Großteil der Geschichte. Echte Zwischensequenzen gibt es sogar im ganzen Spiel nicht, wie in "Half-Life 2" erlebt ihr die Schlüsselereignisse als geskriptete Szene direkt mit den Augen des Helden. Dennoch bleiben beim Spielen viele Fragen offen und unbeantwortet, was durchaus als kleiner Kritikpunkt angesehen werden kann. Wer dagegen Fan der TV-Serie "Lost" ist, wird das als Pluspunkt auffassen.

Statt der Story verbreitet vielmehr die bedrückende Stimmung und die eigenwillige Architektur der Stadt viel Atmosphäre. Viele kleine Szenen machen "Bioshock" zu einem außergewöhnlichen Erlebnis, so dass es einfach riesigen Spaß macht, alle Viertel von Rapture zu erkunden. Allein schon die im Art-Deco-Stil gehaltene Inneneinrichtung vieler Räume gab es derart perfekt umgesetzt noch in keinem Spiel zu sehen.

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