Dark Void (Xbox 360)
Artikel veröffentlicht am 02.01.2009
Eine kriegerische Alienrasse rüstet sich zum Angriff auf die Menschheit. Altbackene Story? Jawohl, aber das ist dann auch schon das größte Manko von Capcoms "Dark Void". Von Mark Heywinkel
Lahmes Wunder
Ach, die frühen Neunziger - was waren das träge Zockerzeiten! Ego-Shooter fühlten sich noch so öde an wie der Lichtschwertkampf aus Episode IV, Rennwagen waren kantige Klötze und den Raketenrucksack gab es zwar schon, er war jedoch ein noch schwer steuerbares Technikwunder. Im hierzulande 1991 erschienenen "Pilotwings" für SNES musstet ihr so zum Beispiel mit dem Jet-Pack manch kniffligen Parcours meistern, das war jedoch ziemlich mühselig - Starten, Landen, Fliegen: eine Qual.
2009 erlebt der Raketenrucksack sein Revival als schnelles, wendiges Tool, das nicht plötzlich zweihundert Meter über dem Boden zu stottern anfängt. In Capcoms Action-Shooter "Dark Void" dürft ihr damit durch eine von Aliens bevölkerte Parallelwelt düsen.
Die menschliche Pflicht
Ihr schlüpft in die Rolle eines Frachterpiloten, der im Bermuda-Dreieck verschwindet und sich kurz darauf in der Parallelwelt Void wiederfindet. Hier plant die mysteriöse Spezies der "Wächter" einen Rachefeldzug gegen die Erde. Selbstredend empfindet ihr es als eure menschliche Pflicht, dem Einhalt zu gebieten und schließt euch einer humanoiden Gruppe an, die sich selbst die "Überlebenden" nennt.
Ziemlich müde, aber wer braucht eine außergewöhnliche Hintergrundgeschichte, wenn der Look stimmt und es einen Raketenrucksack gibt? Ähnlich der "Resident Evil"-Teile verfolgt euch die Kamera über die Schulter. Sobald ihr zur Waffe greift, fährt sie näher heran, kommt das Jet-Pack zum Einsatz, zoomt sie weiter raus. Im Flug ist sie frei schwenkbar. Ebenso wie beim Horrorschocker solltet ihr auch in "Dark Void" auf Quicktime-Events achten und alle Tasten im Schlaf bedienen können.
Piraten haben's leichter
Zu Beginn könnt ihr mit dem Raketenrucksack nur dicht über dem Boden gleiten, nach ein paar Updates ist es dann aber kein Problem, mächtige Felswände zu erklimmen oder sogar die Verfolgung fliegender Untertassen aufzunehmen und sie zu kapern. Auffällig hierbei: Die Airtight Studios, die uns zuvor mit dem Piraten-Flieger-Spiel "Crimson Skies" beglückt haben, haben einige Elemente aus der Action-Flugsimulation übernommen.
So soll ein "Crimson Skies"-Fan sehr schnell in die Steuerung von UFOs und anderer Vehikel hineinfinden, einige Manöver gehören auch in "Dark Void" zum fliegerischen Equipment. Der Kampf auf der zerklüfteten Void-Oberfläche wartet jedoch mit viel Neuem auf, in dem noch niemand geübt sein sollte: So müsst ihr euch sehr oft im Vertical Combat behaupten - in Gefechten an steilen Gebäude- oder Felswänden. Bei den Schusswechseln müsst ihr immer im Hinterkopf behalten, dass die Schwerkraft Granaten oder auch große Geschosse nach unten zieht und so mancher Schuss zu euch zurückkommen kann.
Fazit
von Mark Heywinkel
Wenn ein Spiel das Label Action verdient, dann ist es "Dark Void". Die ersten Spielszenen strotzen nur so von schnellen Schusswechseln mit Robotern und Aliens sowie rasanten Flugeinlagen. Sofern auf die Aussagen der Airtight Studios Verlass ist, wartet das Spiel mit einem großen Arsenal und einer beachtlichen Menge an Vehikeln auf, die für Abwechslung und taktische Variation sorgen dürften. Auch grafisch ist "Dark Void" ein Knaller: Die Parts in der Luft überzeugen ebenso wie die auf der Oberfläche. Schnallt euch schon mal eure Jet-Packs um, 2009 geht's hoch hinaus!
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