Test

Runaway 2

Genau 4 Jahre ist es her, als "Runaway" das längst totgeglaubte Genre klassischer Adventures zu einem fulminanten Comeback verhalf. Endlich konnten sich Fans von Lucasarts Klassikern wie "Maniac Mansion" oder "Monkey Island" wieder so richtig austoben. Doch in 4 Jahren hat die Konkurrenz nicht geschlafen und hat die Latte hochgelegt. Was uns zu der Frage bringt, ob "Runaway 2" 2006 genauso begeistern kann wie 2002 der Vorgänger. Von Daniel Frick

12. Dez 2006

Rätselhafte Story, wie es sich für ein Adventure gehört...

Im Landeanflug vor dem Absturz...

Unser Liebespaar Brian und Gina aus dem Vorgänger hat vor, nach einem Liebesurlaub auf Hawaii per Wasserflugzeug eine einsame Insel zu besuchen. Doch beim Trip ins Paradies geht einiges schief: Der Gentleman Brian überlässt seiner lieben Gina den einzigen Fallschirm, als das Flugzeug abstürzt. Zwar überleben beide, doch sind sie natürlich getrennt. Brians Suche nach Gina gestaltet sich aber alles andere als einfach. Zuerst einmal heisst es für unseren Helden, sich einen Weg aus dem dichten Dschungel zu planen, was alleine schon eine ganze Weile in Anspruch nimmt. Doch damit nicht genug, denn die Insel ist alles andere als ein idyllisches Südsee-Juwel. Jede Menge Soldaten und Kriegsgerät lassen den wohlbegründeten Verdacht aufkommen, dass hier irgendwelche Dinge vor sich gehen. Und bis sich einige der vielen Fragen, die in den ersten beiden Spielstunden aufkommen, klären, gibt es jede Menge Rätsel zu lösen, die es in sich haben.

Knobeleien anspruchsvoll bis mühsam

Animationen und Mimik sind erstklassig

Die Rätsel in "Runaway 2" haben es in sich. Und wenn ich das sage, ist das Lob, Warnung und Kritik in einem. Lob deshalb, weil die Rätsel die Brian zu lösen hat, durchgehend anspruchsvoll sind - sowohl qualitativ als auch quantitativ. Und das will man bei einem Adventure ja zuallererst: Ordentlich knobeln bis die Birne raucht. Warnung deshalb, weil die zugrunde liegende Logik bei den Rätseln von "braucht seine Zeit und Nachdenken" bis zu "zu skurill und unlogisch, um auf die Lösung zu kommen" reicht. Sicherlich hilft es enorm, wenn man ein echte Adventure-Profi ist. Doch ich behaupte, dass selbst der seine Schwierigkeiten haben dürfte, alles herauszufinden. Logisch, dass der Anfänger da hilflos überfordert ist und auch der Fortgeschrittenen etliche Frustmomente erleben dürfte. Das liegt vor allem daran, dass die Rätsellogik linear aufgebaut ist. Bedeutet: Relevanter Gegenstand X kann erst an sich genommen werden, wenn Aktion Y ausgelöst wurde. Das bedeutet in der Praxis, dass man sich zuerst einmal einen kompletten Überblick verschaffen muss und dann nochmal anfängt mit der eigentlichen Rätsellösung.

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