Test Gothic 3: Ein böses Omen wird wahr

von Daniel Frick (02. Dezember 2008)

Vor ein paar Monaten lief im Kino eine lustige Komödie mit dem Titel "Outsourced". Darin ging es um das amüsante Chaos bei der Auslagerung des Telefonservices einer amerikanischen Firma nach Indien. "Gothic 3"-Publisher Jowood hat mit dem Addon "Götterdämmerung" etwas ganz ähliches getan. Nachdem sich die Österreicher mit Entwickler Piranha Bytes überworfen hatten, entwickelte das weitgehend unbekannte Studio "Trine Games" das Addon "Götterdämmerung". Soweit zu den Parallelen. Großer Unterschied: Das Addon hat im Gegensatz zum Film eher das Potential zu einer Bollywood-Tragödie als zu einer erfrischenden Komödie.

Ihr beginnt schon als Schwertmeister.Ihr beginnt schon als Schwertmeister.

Ein Schwertmeister mit Gedächtnisverlust

Nachdem in "Gothic 3" Myrtana von unserem namenlosen Helden erneut gerettet worden war, verfolgt er gemeinsam mit dem Magier Xardas das weitere Schicksal der Welt. Alte Bekannte der Gothic-Reihe haben das Land unter sich aufgeteilt, und natürlich haben nicht alle die gleichen Vorstellungen darüber, wie die Macht verteilt werden sollte. So überwirft sich unser Held mit Xardas und kehrt zurück nach Myrtana, um das bereits wieder im Krieg befindliche Land zu vereinen. Dabei begegnen uns natürlich viele bekannte Gesichter wie Gorn, Lee und Thorus. Das Abenteuer beginnt in der Stadt Silden, wo uns schon bald die ersten lustigen Quests erwarten. Durch die bekannte Spielwelt ist auch gleich das Gothic-Gefühl wieder da, auch wenn die neue Geschichte nur im alten Kernland Myrtana spielt. Das stimmungsvolle Wüstenland Varant können wir nicht mehr bereisen. Dafür beginnt unser Held nicht ganz so schwächlich, sondern schon mit einem starken Schwert-Skill, so dass die ersten Kämpfe bald bestanden sind und der erste Levelaufstieg nicht lange auf sich warten lässt.

Wer will, kann sich als Schlachter betätigen...Wer will, kann sich als Schlachter betätigen...

Kantiger Held und schräge Quests

Wie in den vorherigen Teilen verteilen wir die durch Levelaufstiege verdienten Lernpunkte in Charakterwerte und bekannte Fähigkeiten wie Bogenschießen, Schlösserknacken und natürlich Magie. Am Spielprinzip hat Trine Games nichts geändert, es gilt einfach, ein neues Abenteuer als der namenlose Held zu spielen, der immer noch die gleichen markigen Sprüche wie eh und je drauf hat. Bei den neuen Quests erinnert man sich ebenso an alte Qualitäten. Auch wenn es wie so oft darum geht, Pflanzen zu suchen oder Vertrauensbeweise gegenüber den neuen Führern zu schaffen, haben die Quest einiges zu bieten. Schon in den ersten Spielstunden trefft ihr auf einen dicken Kerl, der sich für einen Vogel hält ("Zu viel Sumpfkraut geraucht, was?"), einen Ehemann, der nichts über den pikanten Nebenerwerb seiner Gattin weiß und einen Schäfer, der euch beauftragt, die mit Zaubersprüchen "getunte" Kuhherde seines Konkurrenten ins Kuh-Jeneits zu befördern. Schmunzler sind also garantiert und alte Gothic-Freunde werden auch die Hintergrundgeschichte neben den vielseitigen Quests mögen.

Solche Clippingfehler treten leider gehäuft auf.Solche Clippingfehler treten leider gehäuft auf.

Ein schlechtes Omen

Wir erinnern uns: "Gothic 3" hatte die Fachpresse gespalten, selten erhielt ein Spiel so weit auseinander liegende Wertungen. Sachlich betrachtet war "Gothic 3" bei seiner Veröffentlichung ein unfertiges Spiel, für das Publisher Jowood nach einer Weile keine Patches mehr herausbrachte. Das erledigte dann die Fan-Community. Ich persönlich hatte das damals auf meinem Rechner unspielbare Rollenspielabenteuer frustriert in mein Regal gestellt und es über ein Jahr später mit großem Spaß gespielt... zu dem Zeitpunkt war das allerdings ein ganz anderes Produkt als beim Erscheinen.

Das ist über zwei Jahre her. Startet man "Götterdämmerung", kratzt man sich unweigerlich am Kopf und schon kurz darauf stellen sich die ersten unerfreulichen Déjà-vus ein: Das Spiel ruckelt noch immer stark, und das, obwohl schon die ursprüngliche Grafik nicht so hammermäßig war, dass das nachvollziehbar gewesen wäre. Gelegentlich friert das Bild für deutlich über zehn Sekunden ein und man denkt, das Spiel wäre abgestürzt. Das Gleiche Trauerspiel hatten wir schon einmal vor zwei Jahren. Nach den damaligen Versprechungen, es in Zukunft besser machen zu wollen, sind wir ob dieser Schlampigkeit sprachlos.

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