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The Chronicles of Spellborn (PC)

Artikel veröffentlicht am 11.12.2008

Es ist schwierig, sich in der heutigen Zeit neben dem Platzhirsch World of Warcraft zu behaupten. Das geht entweder durch Perfektion oder durch Innovation. Letzteres hat sich Frogster auf die Fahne geschrieben, und geht in "The Chronicles of Spellborn" einen ganz eigenen Weg, das Kampfsystem zu handhaben. Wir haben das Spiel unter die Lupe genommen. Von Frank Hinken

Düsteres Szenario

Die Splitterwelt.

Vor Urzeiten zerstörte eine Armee aus versklavten Menschen und Daevi in ihrem Aufstand gegen das Volk der Vhelgar die zentrale Energiequelle der Unterdrücker. Eine magische Schockwelle zerstörte daraufhin das Reich der Acht Dämonen. In einer gigantischen Explosion zerbrach die bekannte Welt in ihre Einzelteile.

Alles Leben verfiel in einen Tiefschlaf, und mit der Zeit bedeckte ein mächtiger Eispanzer die Reste der zerbrochenen Welt. Erst 500 Jahre später erwachte das Leben wieder. Doch die Heimat der Bewohner hat sich völlig verändert. Der einst blaue Himmel hat sich einen wirbelnden Strudel sengender magischer Energie verwandelt, einem Sturm aus toter Magie.

Kein Klamottenzwang

Das Splitterschiff, Transportmittel von Insel zu Insel.

Bevor ihr euch nun in diese düstere Welt begebt, um die Geheimnisse der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu entlüften, müsst ihr euch einen Menschen oder einen Daevi erstellen. Der einzige Unterschied hier sind die merkwürdigen Beine der Daevi. Spielerisch sind beide gleich.

Nachdem ihr euch aus den drei Klassen Kämpfer, Schurke oder Zauberer die passende herausgesucht habt, könnt ihr euren Charakter nach Herzenslust mit Klamotten und Waffen eindecken. Denn der ganze Kram bringt keinerlei Verbesserungen der Charakterwerte mit sich, das Outfit dient nur der Optik. Im Prinzip könnt ihr diese Rüstung das ganze Spiel über tragen.

Interessantes Kampfsystem

An Deck eines Splitterschiffs geht es heiß her im Kampf.

Einmal im Startgebiet angekommen könnt ihr sofort die ersten Quests annehmen und euch ins Getümmel werfen. Die Kämpfe laufen aber völlig anders ab, als ihr es von einem Rollenspiel gewohnt seid. Hier gibt es keine automatischen Zielmechanismen oder statische Auseinandersetzungen wie in "World of Warcraft".

Bei "The Chronicles of Spellborn" ist echte Handarbeit gefordert. Das sieht im Detail so aus, das die Fertigenkeitenleiste aus fünf Plätzen besteht. Diese sind auf einer Art Rolle platziert, die insgesamt sechs dieser Fünferreihen auf sich trägt. Sobald ihr eine Fähigkeit benutzt habt, dreht sich die Rolle um eine Position weiter.

Ego-Shooter im Rollenspiel?

Die Kampfarena von Quarterstone.

Anfangs habt ihr noch nicht so viele Angriffsmöglichkeiten, aber im späteren Spiel müsst ihr euch durchaus Gedanken machen, welchen Attacke ihr auf welche Reihe setzt. Denn nur durch gute Planung vorher könnt ihr ordentliche Schadensrotationen fahren.

Außerdem müsst ihr mit einem Fadenkreuz immer den Gegner im Visier haben, damit eure Angriffe nicht ins Leere gehen. Mit dem Mausrad wählt ihr dann den entsprechenden Zauber aus, mit der linken Maustaste wird die Attacke ausgeführt und die Rolle springt eine Position weiter. Wenn die Rolle alle sechs Positionen durch hat, fängt sie vorne wieder an.

Siegel - die neuen Bonuspunkte

Der Statuen-Distrikt in Quarterstone, im Hintergrund könnt ihr das Orakel erkennen

Wenn ihr Gegner tötet, habt ihr die Möglichkeit, von ihnen verschiedene Siegel zu erbeuten. Gegenstandssiegel sind magische Steine, die das Aussehen einer Waffe oder eines Rüstungsteils verbessern oder ihnen einen Bonuswert hinzufügen. Fertigkeitssiegel könnt ihr dazu verwenden, eure Klassenfertigkeiten zu verbessern.

So kann ein Kämpfer zum Beispiel den Schaden seines tückischen Hiebs erhöhen, die Reichweite vergrößern oder die Abklingzeit heruntersetzen. Ihr könnt einer einzigen Fertigkeit maximal vier Siegel hinzufügen. Insgesamt gibt es zehn verschiedene Ränge der Siegel, wobei kleine Siegel manchmal nur einen einzigen Bonuspunkt geben.

Kurz und Knapp - der Handel

Gefährliche Kämpfe gegen wilde Kreaturen.

Natürlich gibt es in "The Chronicles of Spellborn" auch Handel und Wirtschaft. Während einer Karriere sammelt ihr Unmengen an mehr oder weniger wertvollen Gegenständen, die ihr mit anderen Spielern tauschen oder eben einfach nur gegen Kohle verkaufen könnt.

Das verdiente Geld habt ihr auch bitter nötig, denn einzig bei den Schmieden oder den Schneidern habt ihr die Möglichkeit, neue Ausrüstung zu kaufen oder Gegenstände herstellen zu lassen. Das beginnt beim einfachen Einfärben der Kleidung und geht bis hin zum Kauf spezieller Rezepte. Außerdem könnt ihr hier weitere Siegel für Waffen oder Schmuckstücke bekommen.

Hochs und Tiefs

Karge Landschaften, aber farbenfrohe Animationen.

Die Qualität der Grafik ist sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite sind die Landschaften zwar fantasievoll gemacht, aber insgesamt ist doch alles ziemlich karg und düster. Bodenpflanzen gibt es nur sehr wenige, die meiste Zeit ist der Untergrund sandig und unbewachsen.

Auf der anderen Seite kommen dadurch die wirklich schön gemachten und farbenfrohen Zauber- und Kampfanimationen gut zum Vorschein. Untermalt wird das Ganze von einer stimmigen Hintergrundmusik, komponiert von Jesper Kyd, der schon die Soundtracks zu Hitman oder Assassin's Creed gemacht hat.

Fazit

von Frank Hinken

Irgendwie dreht sich bei "The Chronicles of Spellborn" alles nur ums neue Kampfsystem. Und gerade dabei denke ich, das dieses actionlastige Rumgehoppse auf Dauer anstrengend und ermüdend sein wird. Es verlangt einfach viel zu viel Konzentration. Außerdem kann ich durch dieses Fertigkeitendeck nicht immer das machen, was ich will. Ich muss meine Angriffe auf die Slots verteilen, und gehe damit immer einen Kompromiss ein. Die volle Palette meiner Fertigkeiten steht mir nie zur Verfügung. Der Rest des Spiels, wie der Handel oder das Handwerk, was ein fester Bestandteil eines jeden Rollenspiels sein sollte, kommt leider ziemlich kurz. Und durch die nicht mehr vorhandene Jagd auf neue Ausrüstungen geht ein gutes Stück Langzeitmotivation verloren. Alles in Allem spricht "The Chronicles of Spellborn" wohl nur eine kleine Zielgruppe an.

spieletipps meint: Das Kampfsystem sollte neuen Wind bringen, fördert aber eher Stress. Entspanntes spielen ist nicht möglich - wer Action sucht, wird sie hier auch finden.
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