Roland Garros 2000 (PC)
Artikel veröffentlicht am 20.07.2000
Während sich Fußball- und Eishockeysimulation größter Beliebtheit erfreuen, führen Tennisspiele eher ein Schattendasein. Da ist es kein Wunder, dass in den letzten zwei Jahren nur drei Tennisspiele erschienen sind. Eines davon war sogar noch eine einzige Katastrophe: "Roland Garros 1999". Gerade dieses Spiel erscheint nun in einer Neuauflage. Unser Test soll zeigen, ob die Entwickler von Cryo Interactiv bei "Roland Garros 2000" die Schwächen des Vorgängers ausbügeln konnten. Von Gerd Schüle
Das Spiel: Natürlich dreht sich in "Roland Garros 2000" alles um Tennis. Man übernimmt die Rolle eines Tennisspielers. Wegen fehlender Lizenz haben die zur Verfügung stehenden Tennisspieler aber nur Fantasienamen. Weil trotzdem die Fähigkeiten der Spieler unterschiedlich sind, sollte man bei der Wahl seines Favoriten seine Spielstärke genau analysieren. Hat man dann eine Wahl getroffen, gilt es eins oder noch besser alle großen Turniere zu gewinnen. Das Spiel enthält dabei im Turniermodus alle vier Grand-Slam-Turniere von England, Frankreich, Australien und den USA.. Bevor man sich an ein Turnier wagt, kann man beim Training zuerst die Fähigkeiten seines Spielers studieren und einüben. Wenn man nur zwischendurch einmal schnell ein Match wagen will, stellt man sich im Spielmodus ein Freundschaftsspiel ein. Durch Turniererfolge ist es möglich, bessere Schläger oder Spieler freizuschalten. Darüber hinaus bietet das Spiel die Möglichkeit, drei verschiedene Schwierigkeitsgrade einzustellen.
Grafik: "Roland Garros 2000" kommt im modernen Kleid einer 3D-Grafik daher, wie es heutzutage bei Sportspielen üblich ist. Allerdings hat das Spiel nur zwei verschiedene Kameraeinstellungen. Da aber beide sehr gut sind, vermisst man nichts. Die grafische Darstellung der Spieler und des Spielfeldes sind wirklich überzeugend. Auch Einzelheiten der Spielarenen sind gut modelliert. Die Abbildung der Spieler ist gut gelungen und selbst die Gesichter sind fein gezeichnet.
Grafische Schwächen zeigt das Spiel jedoch in der Darstellung des Publikums, das streckenweise nur als ein einziger Einheitsbrei abgebildet ist. Leider wirken manchmal die Bewegungen der Spieler recht steif, was natürlich bei Sportspielen nicht allzu schön wirkt. Trotz allem ist "Roland Garros 2000" grafisch das beste Tennisspiel, das es zur Zeit gibt.
Bedienung und Sound: Die einfache und sehr gelungene Bedienung ist die größte Stärke von "Roland Garros 2000". Das komplette Spiel lässt sich sehr gut und präzise mit der Tastatur steuern. In den Menüs bewegt man sich mit der Maus. Da die Bedienung sehr einfach und selbsterklärend aufgebaut ist, kann man sich den Blick ins Handbuch ersparen. Vorbildlich ist es, dass die Bedienung frei konfigurierbar ist. Man kann sie seinen eigenen Wünschen entsprechend perfekt anpassen. Gut so. Auch der Sound ist auf der Höhe der Zeit. Sicherlich, bei einem Tennisspiel sind die Ansprüche für gelungene Soundeffekt nicht allzu hoch, aber da, wo sie nötig sind, sind sie im Spiel überzeugend umgesetzt und untermalen das Geschehen auf dem Center Court überzeugend. Egal ob es ein Ballwechsel ist, die Stimme des Schiedsrichters oder der gelungen umgesetzte Applaus des Publikums, man kann deutlich erkennen, was es ist, und aus welcher Richtung es kommt.
Fazit:"Roland Garros 2000" ist ein überzeugendes Tennisspiel, das vor allem durch seine einfache Steuerung sehr schnell zugänglich ist und ungeheuer viel Spaß macht. Besonders der Mehrspielermodus dieses Spiels ist sehr gut gelungen. Es ist mit Sicherheit das zur Zeit beste Tennisspiel, das es gibt. Sicherlich, die Spieltiefe ist nicht überragend, aber diese ist eben bei solch einer Art von Spiel nicht zu ändern. Der Tennissport lässt eben keine allzugroßen Möglichkeiten offen, irgendwelche neuen und bahnbrechenden Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Aber trotzdem ist dieses Spiel eine sehr solide Umsetzung des Tennissports und für alle Sportspielfreunde empfehlenswert, für Tennisfreunde ist es geradezu ein Muss.
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