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Killzone 2 (Playstation 3)

Artikel veröffentlicht am 02.02.2009

Lange Zeit war die PS3 für Shooterfans nur zweite Wahl, doch dank der verspäteten Umsetzung von "Bioshock" sowie dem stellenweisen grandiosen "Resistance 2" hat sich das inzwischen erfreulicherweise geändert (über "Haze" legen wir lieber den Mantel des Schweigens). Und mit dem PS3-Exklusiv-Titel "Killzone 2" gibt es nun weiteren Nachschub für das beliebte Ego-Shooter-Genre. Von Jan Höllger

Ankunft in T-Minus...

Meist seid ihr mit einem Kollegen unterwegs.

"Killzone 2" hat bei Erscheinen schon eine kleine Odyssee hinter sich, schließlich ist der von Guerilla entwickelte Shooter bereits seit der ersten Ankündigung der PS3 in aller Munde, viele von euch werden sich vermutlich noch an den sagenhaften E3-Trailer erinnern. Zum Test lag uns eine nahezu finale Fassung von "Killzone 2" vor, wir hatten lediglich mit ein paar technischen Problemen zu kämpfen, die laut Sony in der Verkaufsversion gefixt sein werden (Ruckler im Intro und gelegentlich Soundhänger des bombastischen Soundtracks). Nicht möglich war in unserer Fassung das Anspielen des Mehrspielermodus, daher konzentrieren wir uns an dieser Stelle auf die Einzelspielerkampagne.

Rückkehr nach Helghan

Euren Kameraden könnt ihr auch heilen.

Als Fortsetzung zum vielleicht sogar besten Shooter für die alte PS2 spielt auch "Killzone 2" wieder auf dem Planeten Helghan, wo der finstere Imperator Scolar Visari immer noch eine große Gefahr für die Interplanetarische Strategische Allianz (ISA) darstellt. Diverse Kampftrupps werden daher von der ISA zusammengestellt, um die Helghast auf ihrem Heimatplaneten zu besiegen und den Imperator unschädlich zu machen. Ihr übernehmt in diesem Krieg die Rolle von Sergeant Tomas "Sev" Sevchenko, der mit seinem Trupp Alpha an verschiedene Konfliktherde auf Helghan geschickt wird.

Beziehungslos in fremden Welten

Helghast wohin ihr schaut.

Ganz ehrlich hat uns die Story von "Killzone 2" nicht gerade umgehauen. Zwischen der geballten Action bleibt wenig Zeit, um die Hintergründe zu erfahren oder eure Teamkameraden näher kennenzulernen. Das lösen andere Shooter besser. Spannung bezieht der Titel daher vor allem aus dem actionreichen Spielablauf und den stark geskripteten Ereignissen. Ständig passiert etwas Unerwartetes, so dass ihr euch im Kampf neu aufstellen müsst.

Tarnfarbenspiel

Zwischendurch dürft ihr auch einen Panzer steuern.

Die Levels sind allesamt recht linear ausgelegt, zuweilen werdet ihr schon fast zu stark durch Levelschläuche gehetzt, ebenfalls negativ ist das gelegentliche Level-Backtracking. Die Schauplätze sind allerdings abwechslungsreich, ihr kämpft in einer Stadt, auf einem Zug oder einer alten Raffinerieanlage in der Wüste. Das außerirdische Szenario mit den bösen Helghast-Soldaten erzeugt eine richtig bedrohliche Stimmung. Der düstere militärische Look des gesamten Spieles verschärft dies, ein wenig mehr Farbe hätte "Killzone 2" unserer Meinung aber gut getan.

Drehwurm mit schwerer Rüstung

Toller Schattenwurf, ansonsten ist die Grafik etwas farmarm.

Die Schießereien mit den diversen Waffen, angefangen vom Scharfschützengewehr über MGs bis hin zu Raketenwerfern spielen sich flüssig. Allerdings bewegt sich euer Held etwas träger als die Charaktere in vergleichbaren Spielen. Besonders beim Herumdrehen in eine andere Richtung fällt das auf, wodurch "Killzone 2" einen etwas realistischeren Touch erhält. Auch beim Zielen müsst ihr genauer zu Werke gehen als etwa in einem "Resistance 2". Habt ihr euch aber erstmal an die etwas trägere Steuerung gewöhnt, ist sie kein Problem mehr. Einzig bei einem hektischen Bossfight gegen eine fliegende Drohne hätten wir uns eine etwas direktere Steuerung gewünscht.

Helfe ich Dir, hilfst Du mir!

So nah solltet ihr den Feind nicht kommen lassen.

In aller Regel seid ihr auf dem Schlachtfeld nicht alleine unterwegs, sondern werdet von mindestens einem Soldaten begleitet. Fällt euer Kollege im Kampf, könnt ihr ihn sogar heilen, andersherum geht das leider nicht. Die KI-Kameraden schießen dafür aber ziemlich treffsicher und sind eine wirkliche Hilfe, ohne dass sie euch die ganze Arbeit abnehmen. Als Anführer des Trupps liegt es an euch, den ersten Schritt in unerforschtes Gebiet zu setzen und für den Feind als Zielscheibe zu dienen.

Auch die KI der Gegner ist vollkommen in Ordnung. Fast schon zu oft verschanzen sich die Feinde hinter Mauern oder Absperrungen, so dass ihr entweder offensiv vorgehen müsst (sehr riskant) oder den passenden Augenblick abwartet, bis der Gegner aus seiner Deckung herauslugt. Trotz des vorhandenen Deckungsfeatures spielt sich "Killzone 2" merklich flüssiger als der große indizierte Konkurrent auf der Xbox360.

Düstere High-End-Optik

Da war es eine Flak weniger...

Gelernt haben die Entwickler aus den Fehlern des ersten Teils und die Zahl an Checkpoints drastisch erhöht. Frustgefahr besteht so nur noch in wenigen Szenen. Angst haben, dass der Shooter zu leicht wird, müsst ihr aber nicht.

Technisch haben wir von "Killzone 2" viel erwartet und wurden im Grunde auch nicht enttäuscht. Das Spiel ist sicherlich der optisch beeindruckendste PS3-Shooter derzeit. Dabei sind es weniger die oft langweiligen braun-grauen Texturen, die uns begeistern, als vielmehr die vielen Spezialeffekte und die glaubhafte Umgebung. Abdeckplanen wehen cool animiert im Wind und die Explosionen sind auch nicht zu verachten. Etwas störend sind die häufigen Nachladepausen, hier hätten die Entwickler wohl lieber eine Installation der Spieldateien auf Festplatte zulassen sollen.

Fazit

von Jan Höllger

"Killzone 2" ist ein rundum toller Shooter, bei dem eigentlich alles passt, sei es die Technik, die Spielbalance sowie der Spielspaß. Die Rückkehr auf Helghan knüpft damit nahtlos an den tollen Erstling an, ist dank der PS3-Hardwarepower und einem faireren Schwierigkeitsgrad sogar noch eine Spur besser, vom sicherlich interessanten Mehrspielermodus ganz zu schweigen. Allerdings vermisse ich in "Killzone 2" echte Highlights. Mögen sich alle Einsätze der Kampagne auch noch so toll spielen, bleiben mir am Ende relativ wenige Szenen länger in Erinnerung, ein "Resistance 2" oder "Call of Duty 4" spielen sich hier einfach einzigartiger, das letzte Quäntchen Genialität lässt "Killzone 2" vermissen. Aus diesem Grund muss sich Sonys Militärshooter mit einer hohen 80er Wertung zufrieden geben, ist neben "Resistance 2" aber natürlich der beste exklusive PS3-Shooter und rechtfertigt sicherlich auch die Anschaffung der Konsole.

spieletipps meint: Nicht DER Shootermeilenstein, aber ein rundum tolles Actionspiel, bei dem fast alles passt, sei es Technik, Spielbalance oder Spielspaß.
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