Red Ocean (PC)
Artikel veröffentlicht am 27.03.2007
Ego-Shooter gibt es wie Sand am Meer. Mittlerweile wurde das Genre der Shooter mit Rätsel, Rollenspielelementen usw. erweitert, dumpfes Ballern wird kaum noch angetroffen. Collision's "Red Ocean" lässt jedoch die guten alten Zeit wieder aufleben. Aber geht dies auf? Kann der Titel mit reinster Waffengewalt überzeugen und an die Genialität à la "Far Cry" oder "STALKER" anknüpfen? Von Frank Roglmeier
Story vom Feinsten:
Wer von "Red Ocean" eine geniale und unterhaltsame Story erwartet, der wird leider endlos enttäuscht sein. Der Titel bringt, wenn überhaupt, eine kleinere Hintergrundstory mit. Tauchlehrer (!!) Jack Hard, der Name ist Programm, entdeckt tief unter der Meeresoberfläche eine Station, die Terroristen nutzen um eine Massenvernichtungswaffe herzustellen. Grund genug für unseren Hauptdarsteller Jack Hard einzuschreiten und die Welt zu retten. Die Fragen wieso, weshalb und warum werden übrigens nicht beantwortet. Im Prinzip hätte man die Story auch ganz weglassen können, diese ist genauso sinnvoll wie ein Kühlschrank in der Antarktis. Aber immerhin geht es gleich richtig zur Sache. Wie in allen anderen typischen Ego-Shootern haltet ihr in diesem 18er Titel auf alles drauf, was sich bewegt. Dies ist in "Red Ocean" besonders einfach, da sich die KI-Gegner anstellen wie kleine Kinder. Besonders deren Sichtweite - blind wie Maulwürfe - sowie deren Treffsicherheit bestärken die Vorwürfe, dass das Spiel eine extrem schlechte KI vorweist.
Positiv vs. Negativ:
Der Kampf der positiven gegen die negativen Seiten, wird eindeutig vom negativen Herausforderer entschieden. Denn gute Eigenschaften fehlen dem Spiel eindeutig. Zwar punktet der Titel durch seine unkomplizierten Gefechte und die vielen unterschiedlichen Gegner sowie der großen Waffenauswahl, sorgt aber in Sachen Abwechslung für Langweile pur. Monotone Kämpfe ohne Herausforderung frusten jeden Spieler bereits nach wenigen Stunden. Abwechslung gibt es aber immerhin in den Bossgegnerkämpfen, die regelmäßig im Spiel eintreten. Jeder dieser Gegner kann nur durch Einsatz verschiedener Taktiken besiegt werden. Nichtsdestotrotz, es fehlen einfach kleinere Rätsel, die das Spielvergnügen auflockern und somit neue Spannung ins Spiel bringen. Immerhin sieht die Grafik recht schick aus und ist Up to Date, auch wenn sie mit Genrekollegen wie "FEAR" oder "Dark Messiah" nicht mithalten kann. Besonders fallen die Effekte auf, Licht- und Schatteneffekte sehen verblüffend realistisch aus und reizen die Direct X 9.0 Fähigkeiten voll aus. Aber leider ist dies auch ein wenig zu übertrieben. Das beweißen vor allem die Effekte des Mündungsfeuers, die sich öfters über den gesamten Bildschirm verteilen und der Spieler somit blind ist. Der Soundbereich schneidet mittelmäßig ab, weder Höhen noch Tiefen sind hier zu verzeichnen. Die Geräusche wirken aber immerhin recht ordentlich, auch wenn die Synchronisation ein wenig lustlos klingt.
Fazit
von Frank Roglmeier
In Sachen Ego-Shooter habe ich schon alles gesehen bzw. gespielt. Ob Hitgiganten wie "Far Cry", "Fear" oder Pflaumen wie die bekannte "Terrorist Takedown" Serie. "Red Ocean" zählt zu keinem dieser Titel und treibt sich im Mittelfeld herum, denn heutzutage ist der Spieler deutlich mehr gewohnt und erwartet viel mehr. Stumpfe Shooter wie "Red Ocean" sind bereits überholt und die Anhängerschaft schwindet immer mehr. Abwechslung ist derzeit in Mode, "Red Ocean" bringt dies leider nicht mit. Zwar ist der Titel nun nicht grottenschlecht, mit mehr Entwicklungszeit hätte tatsächlich was werden können. Eine anständige Story, bessere KI der Gegner, schönere Levels und vor allem mehr Abwechslung, und der Titel hätte mit den Vorzeigetiteln mithalten können. Spieler, die hingegen gerne schlicht sinnlos drauflos ballern, dürfen "Red Ocean" gern anspielen, aber der Rest greift lieber zum lang erwarteten Hit "STALKER".
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