Test
Der Marionettenspieler: Dröge Polizeiarbeit
Krimi-Serien im TV sind vollkommen normal, Adventure-Reihen auf dem PC dagegen immer noch die Ausnahme. Nachdem uns im letzten Jahr "Die Kunst des Mordens" in die Rolle der FBI-Agentin Nicole Bonnet gesteckt hat, dürft ihr im Nachfolger "Der Marionettenspieler" abermals mit der 08/15-Frau ermitteln. Die Beliebtheit eines Derrick oder Matula wird Nicole Bonnet wohl nie erreichen. Von Jan Höllger
Böser Bulle - guter Bulle
Die Story im zweiten FBI-Adventure dreht sich um eine Reihe mysteriöser Mordfälle, für die ein Marionettenspieler verantwortlich sein soll. Als nach einigen Verbrechen in Amerika auch in Paris Morde nach dem scheinbar selben Strickmuster passieren, wird Nicole Bonnet kurzerhand in die Stadt der Liebe geschickt. Hier beginnt ziemlich unvermittelt und ohne große Einweisung das Abenteuer, das an Spannung die gesamte Spielzeit über kaum wirklich zulegen kann. Relativ gelangweilt löst ihr die zahlreichen Rätsel und werdet von den Kollegen in Frankreich natürlich nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Ein Klischee trifft dabei das andere.
Frau ohne Stil
Statt euch wirklich auf die Mordfälle zu konzentrieren, müsst ihr mit Nicole also auch noch die französischen Kollegen hinters Licht führen und allerlei eigentlich unnützes Zeug machen. Auch die Heldin selbst kommt reichlich unsympathisch herüber, was für eine Krimi-Reihe schon mal ein schlechter Ausgangspunkt ist. Immerhin sind die Rätsel solide und stellenweise ganz interessant. Hier hält das Spiel locker das Niveau des Vorgängers. Nicht immer sind die Lösungen ganz logisch und vieles schafft ihr nur mit Ausprobieren, doch dank Hotspot-Hilfefunktion löst ihr letztlich jede Knobelei, zumal die Bildschirme pro Gebiet überschaubar bleiben.
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