Micro Transactions: Mit neuem Bezahlmodell zum Erfolg? - Seite 2

(Special)

Auch ehemalige Gegner der Micro Transactions wollen dieses Bezahlmodell bald in ihre Spiele integrieren. So polterte Jack Emmert, Chief Creatvie Officer bei NCsoft, im Februar 2008 auf der Game Developers Conference (GDC) in San Francisco noch: "Ich habe ein Abo fürs Kabelfernsehen, ich habe ein Abo für meinen Internetanschluss, ich habe ein Abo für mein Mobiltelefon. Ich will einmal zahlen und mich dann nicht mehr darum kümmern müssen!" Nur zwei Monate später, am 16. April, gab das Unternehmen jedoch bekannt, mit NCcoin sein eigenes Minizahlungsmodell einzuführen. NCSoft kombiniert damit die beiden herkömmlichen Geschäftsmodelle und die Micro Transactions. Für dessen Science-Fiction-Online-Rollenspiel "Tabula Rasa" bezahlte jeder Spieler neben den Anschaffungskosten noch 12,99 Euro pro Monat - inzwischen ist das Spiel jedoch eingestellt worden. Für "Guild Wars", ebenfalls ein MMOG aus dem Hause NCSoft, fallen neben dem Ladenpreis keine Abokosten an. Das erste Spiel, das sich allein durch Micro Transactions finanzieren soll, wird "Exteel" heißen und ein Actiontitel sein.

Das System der Micro Transactions steckt in Europa noch in den Kinderschuhen. In Asien hingegen ist es bereits weit verbreitet, das beste Beispiel dafür ist das chinesische Unternehmen Tencent. Es betreibt in seinem Heimatland unter anderem das größte Netzwerk für Instant-Messaging, ein Portal für Haustierfreunde und bietet rund 60 Spiele an. Etwa zwei Drittel seines Umsatzes erzielt Tencent durch Minizahlungen. Das macht 344 Millionen US-Dollar. Und auch Electronic Arts' Fußballspiel "FIFA", das bei uns mehr als 50 Euro kostet, gibt es in Korea als Gratisdownload. Fünf Millionen Fans haben es schon heruntergeladen und vier Millionen Frisuren, Trikots, Schuhe, Bälle und Musikstücke gekauft sowie die Fähigkeiten ihrer Spielfiguren gegen Geld verbessert.

Diesen Erfolg will EA jetzt in westlichen Gefilden wiederholen. Zwar nicht mit "FIFA", aber mit "Battlefield Heroes", das im für die kostenlosen Spiele typischen Comic-Look erschienen ist. Auch hier steht vor allem das äußere Erscheinungsbild des Charakters im Mittelpunkt der Bezahlinhalte. So bietet der Shop zum Beispiel eine neue Uniform oder einen modischen Helm zum Protzen vor den Mitstreitern. Neben den Outfits gibt es aber auch zeitlich begrenzte Stärkungen zu kaufen.

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