Test Men of War: Der Zweitausendste Weltkrieg

von Andreas Hecken (11. Mai 2009)

Endlich, endlich kommt mal jemand auf die Idee, ein Strategiespiel über den Zweiten Weltkrieg auf den Markt zu bringen. Wir können Panzer fahren, mit Maschinengewehren herumballern und Dörfer erobern, Entschuldigung, befreien. Schon erstaunlich, dass noch nie jemand vorher diese Idee hatte. Jedenfalls sind wir sehr gespannt, ob dieses frische, unverbrauchte Szenario auch gut umgesetzt worden ist.

Ein großer Knall in Nahaufnahme.Ein großer Knall in Nahaufnahme.

Vom Hörsaal an die Front

Wir schlüpfen in die Rolle zweier russischer Studenten, die aus Mangel an Soldaten zwangsrekrutiert werden, um gegen die heranstürmenden deutschen Blitzkrieger zu kämpfen. Unsere Ausbildung erhalten wir auf dem Schlachtfeld, wo wir uns nach einem kurzen Intro wiederfinden.

Die beiden Neulinge werden also direkt ins kalte Wasser geworfen und so fühlt sich der Spieler auch ein wenig allein gelassen mit seinen Alter Egos. Nur unterstützt von kurz eingeblendeten Hilfetexten wird schnell klar, dass uns Erfahrungen aus anderen, täuschend ähnlichen Spielen sehr viel weiter bringen, als das, was wohl so etwas wie ein Tutorial sein soll. Ein Blick in die Tastaturbelegung bestätigt Hoffnung und Verdacht gleichermaßen: Truppenteile zusammenfassen, zwischen drei verschiedenen Bewegungsarten wählen, Granate werfen und Panzer reparieren flutscht von der Hand wie eh, oje.

Wenn's knallt, dann richtig!Wenn's knallt, dann richtig!

Der Übermacht erlegen, im Geiste unbesiegt

Arroganz bezüglich der Bedienung ist allerdings ein wenig verfrüht, denn bereits nach ein, zwei rudimentären Übungen gegen einzelne Gegner stehen wir plötzlich im Kugelhagel nicht enden wollender Gegnermassen, unser gerade erst reparierter Panzer ist schon wieder fahruntauglich und der letzte Gedanke gilt der ruhigen Universitätsbibliothek.

Natürlich gehört es zu einem Strategiespiel dazu, eine Mission immer und immer wieder zu starten, um sich durch das Probieren verschiedener Taktiken an den erfolgreichen Abschluss heranzuarbeiten. Dafür sind gelegentliche Erfolgserlebnisse wichtig, um auch Einsteiger bei der Stange zu halten. Wenn aber das Briefing bereits Chancenlosigkeit verbreitet, weicht die Herausforderung schnell der Resignation. Auffallend lange Ladezeiten, vor allem beim Spielstart, erschweren das Trial&Error-Prinzip zusätzlich.

Und es knallt ununterbrochen.Und es knallt ununterbrochen.

Eine Armee voller Scharfschützen

Was den gegnerischen Truppen an taktischer Intelligenz fehlt, machen sie durch ihre zahlenmäßige Überlegenheit und Treffsicherheit wieder wett. Zwar drehen sie unseren heranrückenden Soldaten gerne einmal den Rücken zu und zielen auf die eigenen Reihen, aber sobald wir den ersten Schuss abgeben, sind sie sofort zur Stelle und feuern aus allen Rohren. Meist reichen zwei oder drei Treffer, um unsere ohnehin sehr überschaubare Mannschaft zu dezimieren. In Deckung bleiben hilft ungemein fürs Überleben, bringt uns dem Missionsziel aber keinen Schritt näher. Ein Fahrzeug mit einer Handgranate zu zerstören ähnelt einem Himmelfahrtskommando. Selbst in der einfachsten Schwierigkeitsstufe ist es innerhalb von dreißig Sekunden möglich, eine Mission zum Scheitern zu bringen.

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