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SWAT 4 (PC)

Artikel veröffentlicht am 29.04.2005

Schier unübersehbar ist der Dschungel der sogenannten Action-Spiele, selbst für Fachleute. Neben hochkarätigen und weithin bekannten Titeln strömen auch regelmäßig "einfacher gestrickte" Action-Titel auf den Spielemarkt. Um so erfreulicher, wenn ein neuer Titel es schon im Vorfeld schafft, gespannte Erwartung aufzubauen und dabei noch "ethisch verträglich" ist. 5 Jahren nach dem Vorgänger brachte Irrational Games dieser Tage den vierten Teil ihrer Polizei-Simulations-Reihe "SWAT" heraus. Also, kugelsichere Weste angezogen, Tränengas und Knarre eingepackt und los! Von Daniel Frick

Chef einer Spezialeinheit

Der düstere Keller eines Serienmörders gruselt ordentlich

"Männer, wir haben es mit einer verbarrikadierten Geiselnahme zu tun. Vor 2 Stunden drangen drei bewaffnete Bankräuber in die First National Bank an und flohen mit der Beute. Auf ihrer Flucht wurden Sie von zwei Officern verletzt und haben sich nun in einem Restaurant verbarrikadiert und Geiseln genommen. Die Täter sind schwer bewaffnet und aufs Äußerste entschlossen. Seien sie vorsichtig und gewähren sie das höchste Maß an Sicherheit für sich selbst und befreien sie die Geiseln unverletzt." So und ähnlich klingen die Briefing-Anweisungen an dein Team in "SWAT 4". Als Kommandant einer SWAT-Spezialeinheit bist du für die Führung eines Teams von 4 Polizisten verantwortlich. Deine Aufgabe ist es in der Regel, Bankräuber, Geiselnehmer oder Schwerkriminelle festzunehmen und Zivilisten unverletzt aus der Gefahrenzone zu bergen. Vor dem jeweiligen Einsatz gibt es ein Briefing wie oben, bei dem außerdem taktische Informationen eingesehen werden können. Zum Teil gibt es Karten der Gebäude oder Fotos von Verdächtigen oder Geiseln.

Vorbereitung der Missionen

Verhaftung der Mutter des Serienmörders

Danach kann vor jedem Einsatz jedem Officer sein Equipment zugeteilt werden. Oftmals genügt die Standard-Ausrüstung, aber manchmal sind auch Änderungen nötig. So hat man es zum Beispiel in einer der ersten Missionen mit Bankräubern zu tun, die über kugelsichere Westen verfügen. Ohne Stahlmantelgeschosse hat man keine Chance, wenn es zu einer Konfrontation kommt. Von einer primären und sekundären Waffe mit verschiedener Munition, über Tränengasgranaten und Sprengladungen für versperrte Türen bis zur Spy-Kamera hat man dazu alles zur Verfügung, was die Polizei-Spielzeugkiste zu bieten hat. Als Leiter hat man natürlich im besonderen Maß die Möglichkeit, eine bestimmte Taktik zu verfolgen. So kann man sich beispielsweise als Mann an der Front mit mehreren verschiedenen Maschinenpistolen oder Sturmgewehren ausrüsten, oder aber als Pazifist mit Elektroschockerpistole, Pfeffergewehr und einer Schrotflinte mit Bohnensäckchen losziehen. Nachdem alle Männer ausgerüstet sind und der Startpunkt gewählt ist, beginnt der eigentliche Einsatz.

Taktik und Gebot höchster Gewaltlosigkeit

Dunkle Keller sorgen für Spannung

Die besondere taktische Komponente im Spiel kommt dadurch zustande, dass man seinen zwei Zweier-Teams die verschiedensten Anweisungen geben und als Chef im Hintergrund mit dem nötigen Überblick agiert. Über einen Monitor kann man die Teams jeweils aus deren Helmkamera-Perspektive überwachen und auch Einsatzbefehlte geben. So ist es z.B. möglich, verschanzte Geiselnehmer in die Zange zu nehmen und von zwei Seiten anzugreifen. Zudem stehen einem in den Missionen noch ein oder mehrere Scharfschützen zur Verfügung, deren Steuerung man nach einer Kontaktmeldung ebenfalls übernehmen kann und so bestimmte Ziele schon vor der eigentlichen Konfrontation ausschalten kann. Bei all dem ist immer und überall oberste Vorsicht geboten. Zimmer um Zimmer gilt es abzusichern, und dabei kann man nicht einfach zur Tür reinmarschieren. Vorher lohnt sich ein Blick unter der Tür durch mit der Periskopkamera, oder aber man sichert den Raum durch eine CS- oder Gummigeschoss-Granate. Die KI der Gegner ist hervorragend und so hat man keine Chance mit Rambo-Manier. Außerdem gilt es immer, auch Geiselnehmer möglichst unverletzt festzunehmen. Gelingt einem das, erhält man eine höhere Punktzahl. Hat man dagegen zu viele Verletzte und getötete Opfer zu beklagen, kann man eine Mission verlieren, obwohl man eigentlich alle Aufgaben erledigt hat.

Grafik, Sound und Technische Umsetzung

Wir stürmen den Hintereingang einer Disco

Technisch gibt es an "SWAT 4" nur sehr wenig zu bemängeln. Das Grafikdesign ist sehr ansprechend. Egal ob man sich mit seinen Mannen gerade in einem Nachtclub, einer Tankstelle oder einem Bürogebäude befindet, immer wirkt alles sehr lebensecht. Die Qualität der Grafik ist deutlich über dem Durchschnitt, ohne jedoch in der allerhöchsten Liga zu spielen. Vor allem Licht- und Schatteneffekte sind sehr gut umgesetzt und verleihen dem Spiel, je nach dem momentanem Standort, ein besonderes Maß an Realismus. So fallen z.B. die letzten Sonnenstrahlen durch ein Oberlicht, während in der Tiefgarage eines Autohandels dunkle (und damit potentiell gefährliche) Ecken auf einen warten. Die Musik setzt ein, wenn verdächtige Personen auf der Bildfläche erscheinen, ansonsten gibt es keine. Sehr schön und z.T. witzig sind auch die Sprachausgabe und die Kommentare von Kollegen, Geiseln und Übeltätern im Einsatz. Besonders hervorzuheben ist noch die Übersichtlichkeit und Einfachheit der Menüs, dies schlägt sich vor allem in der direkten Aktion bei taktischen Befehlen nieder. Probleme hatte ich einige wenige Male mit gespeicherten Spielständen. Gespeichert werden kann eigentlich nicht, man schaltet einfach Mission für Mission frei, wenn man die vorherige geschafft hat. Dies funktionierte nicht immer reibungslos, so dass ich etliche Missionen mehrmals spielen musste, bevor ich weiterkam.

Fazit

von Daniel Frick

"SWAT 4" verdient die Bezeichung "Polzei-Taktik-Simulation" wie wohl kein anderes Spiel aus diesem Bereich. Von der sehr realistisch dargestellten Ausrüstung, über die Atmosphäre und Spannung bis zur tollen KI der Kriminellen, denen man gegenüber steht, stimmt einfach alles. Taktisches und vorsichtiges Vorgehen sind nicht nur gewünscht, sondern eine Notwendigkeit. Ohne eine ausgefeilte Taktik sondern nur mit Rambo-Manier kann man seine Missionen nicht abschließen, denn es gilt, mit minimalen Verlusten das maximale Ergebnis herauszuholen. Ganz ohne schießen geht das zwar dann selten ab, doch muss man dem Spiel zu Gute heißen, dass es nicht um das "Abknallen" Wehrloser geht. Der Notwehr-Gedanke wurde noch in keinem Spiel das ich kenne, so gut transportiert. Die Grafik und die Schauplätze können sich sehen lassen, ebenso die Sprachausgabe. Lediglich bei der Handhabbarkeit der taktischen Feinheiten ist "SWAT4" manchmal etwas holprig. Aber das soll's dann schon gewesen sein an Kritik. Uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle Taktik-Fans.

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