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Battlefield 1943 (Playstation 3)

Artikel veröffentlicht am 04.06.2009

Die "Battlefield"-Reihe wächst und wächst. Neben dem koreanischen "Battlefield Heroes" in Comic-Grafik und dem "Bad Company" für die NextGen-Konsolen kommt nun "Battlefield 1943 Pacific" auf den Markt. Eine neue Engine und ein stark abgespeckter Inhalt sollen Gelegenheits-Spieler bei der Stange halten. Doch schlägt EA mit diesem Konzept den richtigen Weg ein? Von Philipp Rauh

Lad es dir doch einfach runter!

Wer kennt es nicht: Das erhabene Gefühl, für viel hart erarbeitetes Geld ein Stück bunt bedruckte Pappe nebst Silberscheibe erstanden zu haben. Doch wenn es nach den großen Publishern geht, sollen immer weniger Silberlinge in den Handel gelangen. Zu groß ist das Risiko, von Raubkopierern in den Bankrott getrieben zu werden, zu verlockend die Einsparmöglichkeiten bei Download-Content. Demnach werdet ihr auch den bald erscheinenden Ableger der Battlefield-Serie "1943 Pacific" vergebens beim Händler eures Vertrauens suchen. Das Spiel erhaltet ihr nur online über "Xbox Live Arcade", "Playstation Network" und ein noch nicht näher bestimmtes Portal für den PC - möglicherweise Steam.

Das Herunterladen wird dabei flott von der Hand gehen, nicht einmal 400 MB soll das Spiel auf die Waage bringen. Kann es bei der Größe überhaupt Abwechslung bieten? Bekannte Mods von Battlefield 2 sind immerhin mehr als dreimal so groß.

Kenn ich. Kenn ich Teil 2. Kenn ich Teil 3.

Luftpost und Briefbomben. Keine gute Kombi.

Der Umfang des Spiels hört sich mau an. Drei Karten, drei spielbare Klassen. Wie es der Titel schon sagt, kämpft ihr thematisch im Pazifikraum, wahlweise auf Seiten der US-Amerikaner oder der kaiserlichen Armee Japans. Die verfügbaren Maps sind allesamt aus dem Urvater Battlefield 1942 recycelt, "Wake Island", "Guadalcanal" und "Iwo Jima". Viel geändert hat sich dort nicht. Lediglich auf "Wake Island" starten nun beide Teams auf einem Flugzeugträger, nicht mehr nur die G.I.s wie im Original.

Ebenfalls typisch für die Serie ist die Auswahl der steuerbaren Vehikel. Auch hier ist die Anzahl zwar eingeschränkt, aber immerhin gibt es Jeeps, Panzer, Wasser- und Luftfahrzeuge zur Auswahl. Neu ist die Möglichkeit, von der KI gesteuerte Bomberstaffeln als Unterstützung anzufordern. Die fliegen dann in Formation quer über das Schlachtfeld und entlassen ihre unheilvolle Fracht über dem Zielgebiet - sofern sie nicht vorher vom gegnerischen Team vom Himmel geholt wurden.

Früher nannten wir so etwas Cheaten.

Neue Wege marschiert die Spielmechanik aber auch in anderen Punkten: So heilt jeder Spieler kleinere Verletzungen von allein, und die Munition geht euch nur aus, wenn ihr einen Krampf im Zeigefinger bekommt - in "Battlefield 1943" füllen sich eure Magazine mit der Zeit automatisch wieder auf. Altbekannte Munitionskisten oder Support-Einheiten, Medizinschränke oder Sanitäter entfallen daher. Daher gibt es auch nur drei Klassen, den Schützen mit Karabiner und Granaten, den Infanteristen mit einem leichten Maschinengewehr samt Panzerabwehr-Mitteln und den Scharfschützen mit Präzisionsgewehr und Sprengstoff.

Hört sich das nach Battlefield Heroes an? Ein ganz klein wenig vielleicht. So oder so, übernommen wird auf alle Fälle das neue Spawn-System. So könnt ihr euch nach dem Ableben direkt in die am heftigsten umkämpfte Zone einsetzen lassen, um euer Team ohne lange Laufwege direkt zu unterstützen. Die guten alten Flaggen gibt es aber weiterhin.

Schränk dich ein. Jetzt!

Da ist sie ja schon. Die Putzkolonne.

Der wohl größte Pluspunkt des Spiels ist die verwendete Frostbite-Engine, die auch in der Battlefield - Bad Company-Reihe zum Einsatz kommt. Durch sie könnt ihr die Nüsse von den Palmen holen und den klapprigen Bambushütten das Fürchten lehren. Nahezu alle statischen Objekte sind komplett zerstörbar und so verändert sich das Schlachtfeld von Minute zu Minute.

Diese Technologie hat aber auch ihre Nachteile. Konnten in Battlefield 2 noch 64 Spieler gegeneinander in den Kampf ziehen, wird die Anzahl der Soldaten in "Battlefield 1943" auf 24 beschränkt, die Menge der zu übermittelnden Daten zwischen Server und Clients könnte bei größeren Spielermengen nicht mehr gestemmt werden und die Schlacht wäre ein einziges Lag. Und noch eine Einschränkung gibt es: LAN- und Singleplayer-Kämpfe könnt ihr von Anfang an abschreiben. Der einzige Modus namens "Conquest" wird in "Battlefield 1943" nur online spielbar sein. Eine schnelle Internet-Anbindung vorausgesetzt, natürlich.

Fazit

von Philipp Rauh

Gut, "Battlefield 1943" soll nur knapp 15 Euro kosten. Aber dafür bekomme ich auch nur drei Karten und ebenso wenig Klassen. Klar, die neue Grafik ist beeindruckend. Aber die kann ich auch in "Bad Company 2" genießen. Und da habe ich die Wahl zwischen vier Klassen, mehr Maps, darf auch auf LAN-Partys spielen und bekomme eine Singleplayer-Kampagne mitgeliefert. Ich bin nicht einmal auf ein Download-Portal angewiesen! Ich darf mir die tolle Papp-Verpackung in mein Regal stellen. All das lässt mich am Sinn und Unsinn von "Battlefield 1943" zweifeln. Vielleicht belehrt mich EA ja bald eines Besseren, momentan haben sie mich jedenfalls noch nicht überzeugt.


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