Kolumne
E3 2009: Die Fuchtelmesse
von Martin Deppe
Es war ja abzusehen, dass Sony und Microsoft nicht tatenlos zugucken, wie die Wii mit ihrer Fuchtelsteuerung den ganzen Casual-Kuchen absahnt. Aber was die beiden Kontrahenten dann auffuhren, wird die Spielewelt endgültig umkrempeln!
Microsoft setzt auf einen ulkigen Namen namens "Natal", Sonys Steuermodell erinnert frappierend an einen dicken Dild... Filzstift. So locker-fluffig die Präsentationen auch rüberkamen - ich hege die Hoffnung, dass nach dutzenden Spielen wie Mario Kart Wii, Wii Sports und Rayman Raving Rabbids endlich auch "ernsthaftere" Titel kommen. Die Xbox-Rennspieldemo und die Pfeil-und-Bogen-Einlage auf der Playstation sahen jedenfalls schon mal ganz danach aus.
Natal: Schrecken am Morgen
Microsoft macht mir allerdings erst mal Angst. Natals Gesichts- und Stimmerkennung kann schließlich drastische Folgen haben! Ich sehe schon verkaterte, verschlafene Helden durch Fantasywelten schlurfen, die jeden Multiple-Choice-Dialog vermasseln, weil sie wegen der Kopfschmerzen nur flüstern können oder dermaßen heiser sind, dass Natalie sie schlicht nicht versteht. Noch schlimmer: Die scharfe Avatar-Blondine aus dem Chat-Kanal entpuppt sich nach dem Körperscan als die dickere Schwester von Cindy aus Marzahn - und spricht auch noch so!
Die eigentliche Steuerung fand ich hingegen klasse. Einfach mit Armen, Beinen und dem ganzen Rest rumzappeln, schon wird das Ganze in sportlich-elegante Bewegungen verwandelt. Ganz ohne Alkohol! Und meine Arme und Beine muss ich nicht wie meine diversen Controller überall in der Wohnung suchen - die habe ich schließlich meistens direkt bei mir. Nicht mal nach Batterien muss ich fahnden. Nachteil: Mit massivem Muskelkater ist erst mal Game Over.
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