Test

X3 - Reunion

Nach gut eineinhalb Jahren Wartezeit war es dieser Tage endlich soweit: Der dritte Teil der X-Weltraumsaga stand in den Regalen. Egal ob Händler, Pirat, Polizist oder Fabrikant: Alle Karriere-Wege stehen einem in X3 offen. Bleibt die große Frage, wie das alles umgesetzt wurde und wie Spielspaß und Langzeitmotivation abgeschnitten haben. Unser Test stellt sich diesen brennenden Fragen. Von Daniel Frick

8. Dez 2005

Ein zäher Einstieg

Austieg in den Weltraum, gefährlich aber möglich

Bei "X-Beyond the Frontier" hatte ich damals jede Menge Spaß. Die Tatsache, dass ich damals noch eine paar Jahre weniger auf dem Buckel hatte, hat aber leider nichts damit zu tun, dass ich mich mit "X3 - Reunion" sehr schwer getan habe. Und das, obwohl ich mich nicht ganz ohne Stolz als Veteran aus der "C 64 Elite Ära" bezeichne. Zu Beginn steht einem in "X3" die Möglichkeit offen, einen von 3 Einstiegen zu wählen. Von Schwierigkeitsgraden im eigentlichen Sinne kann hier nicht gesprochen werden, denn lediglich die Startbedingungen sind unterschiedlich hinsichtlich Bargeld, Schiff und Ausrüstung. Dass von einem Schwierigkeitsgrad nicht gesprochen werden kann, merkt man dann auf andere Weise kurz darauf. Nach einem kurzen Intro, das Insiderwissen aus den Vorgängern voraussetzt und das per Intercom-Mini-Bildschirm "erzählt" wird, finde ich mich in den "unendlichen Weiten" wieder, die in "X3" wörtlich zu nehmen sind. Ehm: Was ist noch mal mein Auftrag? Wo kann ich den noch mal nachschlagen? Und was haben die zig Icons und Symbole in meinem HUD zu bedeuten? Der Einstieg wird einem selbst als Fortgeschrittener reichlich schwer gemacht in "X3". Die paar Fenster mit Tips sind nicht mal annähernd ein Alibi-Tutorial. Doch nach dem hätte ich schon nach 5 gerne laut geschrieen. Ist in "X3" aber leider Fehlanzeige. So muss man gleich zu Beginn ausgiebig das Handbuch bemühen, das auch nicht lückenlos Auskunft erteilt, aber zumindest die ersten Tastaturkommandos sind ersichtlich und so steht bald den ersten intergalaktischen Schritten nichts mehr im Wege.

Unendliche Weiten...

Die Grafikpracht setzt neue Maßstäbe im Genre

Die Hintergrundstory in "X3" knüpft an die des Vorgängers an: Wir spielen den jungen Piloten Julian Brennan, der in die Fußstapfen seines Vaters aus "X2" tritt. Dieser liegt seit einer mysteriösen Begegnung mit den bösen Khaak im Koma. Doch davon ist zu Beginn nur am Rande die Rede, ebenso wie von den Yaki, knallharten Weltraumpiraten, die im All ihr Unwesen treiben. Und dann sind dann noch geheimnisvolle Tarnschiffe, deren Mysterium sich auch erst im späteren Verlauf erschließt. Gut ist an der Story, dass sich nicht allzu linear verläuft, sondern einem zu jedem Zeitpunkt ermöglicht, längere Exkursionen abseits zu unternehmen, um Geld zu verdienen. Später kann der Faden wieder aufgenommen und weitergesponnen werden. Leider verliert die Hintergrundgeschichte dadurch zusätzlich zur eher durchschnittlichen Präsentation in kleinen Videos und eher seltenen Zwischensequenzen einiges an Bedeutung. Das stört aber nur am Rande, weil "X3" so vieles bietet, was die dünne Geschichte mehr als aufwiegt. Allein die schiere Größe der Spielwelt erschlägt einen, wenn man sie denn mal erfasst hat. Es gibt über 150 verschieden große Sektoren, kontrolliert von jeweils einer der 8 unterschiedlichen, schon aus den Vorgängern bekannten Rassen. Zu Beginn freilich schlägt man sich eher mit dem Problem herum, in welche Richtung die nächsten Sektoren liegen. Hier bekommt die Sektoren- und Statuskarte die Bedeutung, die sie verdient.

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