Test Ego Draconis: Weck den Drachen in Dir!

von Jan Höllger (27. Juli 2009)

Es könnte ein goldener Herbst für Rollenspielfans werden. Mit "Risen", "Arcania" und "Dragon Age: Origins" erscheinen in den nächsten Monaten gleich drei Abenteuerschwergewichte. Da ist es ein geschickter Schachzug von dtp, das ähnliche "Divinity 2: Ego Draconis" bereits jetzt im Sommerloch herauszubringen, das hat schließlich bereits im letzten Jahr mit "Drakensang" hervorragend geklappt.

Die Welt von Rivellon präsentiert sich atmosphärisch.Die Welt von Rivellon präsentiert sich atmosphärisch.

Die Herausforderer

"Ego Draconis" ist ein Rollenspiel im Stile eines Gothic 3 mit der Detailverliebtheit eines Drakensang. Als einsamer Held erkundet ihr die offene Spielwelt von Rivellon, besucht Städte und neue Landstriche, um Aufträge zu erfüllen und in der Story voranzukommen. Die Geschichte entwickelt sich bedächtig, aber stets spannend. Anfangs werdet ihr etwas ins kalte Wasser geworfen, doch später könnt ihr es auch ohne Vorkenntnisse aus den bisherigen Divinity-Spielen kaum abwarten, wie es weitergeht.

Ihr übernehmt dabei die Rolle des Göttlichen, dessen Aufgabe es ist, dem bösen Herrscher Damian Einhalt zu gebieten. Doch um überhaupt eine Chance zu haben, muss aus dem Drachentöter zuerst ein Drachenflieger werden. Diese Wandlung erlebt ihr im Laufe der Handlung hautnah mit. Während ihr etwa die ersten zehn Stunden (mit einer winzigen Ausnahme) ganz normal per Pedes unterwegs seid, dürft ihr später sogar auf dem Rücken eines mächtigen Drachen Platz nehmen und aus dieser ungewohnten Perspektive Kämpfe führen.

In den Gesprächen könnt ihr die Gedanken eures Gegenüber lesen, das kostet aber viel Erfahrungspunkte.In den Gesprächen könnt ihr die Gedanken eures Gegenüber lesen, das kostet aber viel Erfahrungspunkte.

Ausweichen unmöglich

Die Luftschlachten spielen sich dabei ebenso actionreich wie die Bodenduelle, lassen allerdings die Intensität eines Drakan vermissen. Doch schließlich ist "Ego Draconis" ein Rollenspiel und muss sich eher mit seinesgleichen messen lassen als mit einem Action-Adventure. Dabei ähnelt das Kampfsystem dem der Gothic-Reihe, spielt sich aber noch hektischer und lässt euch weniger Freiheiten. Die jederzeit mögliche Pausenfunktion ändert daran wenig. Gerade als Nahkämpfer ist es oft Glück, ob ihr einen Gegner richtig trefft oder nicht, während euch die Feinde mit Fernangriffen eigentlich immer treffen, ein Ausweichen vor einem Pfeil oder Feuerball ist praktisch nicht möglich.

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