Test G.I. Joe: Lizenz zum Gähnen

von Daniel Frick (17. August 2009)

Zuletzt ließen es im Kino die "Transformers" krachen, aktuell läuft mit "G.I. Joe" eine weitere Verfilmung einer Spielzeugmarke von Hasbro im Kino. Und wenn es eine Gesetzmässigkeit in der Spielebranche gibt, nur eine, dann ist es folgende: Kein Kino-Blockbuster ohne das passende Spiel dazu! Die Ergebnisse dieser Gesetzmäßigkeit allerdings führen selten zu Begeisterungsstürmen...

Wer findet die Baroness auf dem Bild?Wer findet die Baroness auf dem Bild?

Überflüssige Weltenretter

Die Global Integrated Joint Operating Entity, kurz G.I. Joe, ist eine militärische Spezialeinheit der Vereinten Nationen. Im Jahr 2019 hat sie unter Leitung von General Hawk den Kampf für den Weltfrieden gegen die mächtige Organisation Cobra und den Waffenhändler Destro aufgenommen. Im Spiel findet sich nicht genau die Handlung des Films wieder, sondern eine Art Fortsetzung. Die Cobra-Agentin "Baroness" ist aus der Gefangenschaft entkommen und scheint die geheimen Pläne von Cobra weiterzuverfolgen. Was dabei im Detail passiert, ist weder spielerisch noch erzählerisch von Bedeutung. Die dünne Story, in die man ohne weitere Erklärungen hineingeworfen wird, dient nur als Alibi für Action. Hier ist die Parallele zum Film unübersehbar. Im Spiel wird sie in unbewegten Zwischensequenzen weitergesponnen - damit es halt irgendwie weiter geht. Ähnlich wie beim aktuellen Transformers-Spiel für den DS also: viel Spektakel, wenig Sinn, wenig Spiel.

Auch die Fahrzeugsequenzen ändern nichts am tristen Spielprinzip.Auch die Fahrzeugsequenzen ändern nichts am tristen Spielprinzip.

Zerstören - sonst nix!

Durch das Spiel steuert ihr aus der Vogelperspektive jeweils eine der Figuren aus dem Film: Ninja "Snake Eyes", den Mann fürs Grobe "Heavy Duty" und die heiße Amazone "Scarlett", um nur drei der sechs Charaktere zu nennen. Mit der Zeit sammelt ihr Erfahrung und baut so Schlagkräftigkeit und Spezialfähigkeiten aus. Wirklich relevant ist das nicht, auch wenn sich die einzelnen Fähigkeiten zumindest optisch voneinander unterscheiden. Das Problem ist, dass das Spiel ohnehin nur eins von euch verlangt: Durch monotone, schlauchartige Levels laufen und Gegner kaputt machen, Türen kaputt machen, Computerterminals kaputt machen, Geschütztürme kaputt machen, Barrieren kaputt machen.

Schwierigkeitsgrade gibt es theoretisch drei, deutlich voneinander unterscheiden tun sie sich nicht. Das Spiel ist für jeden, der schon einmal länger als drei Stunden einen Nintendo DS in der Hand gehalten hat, viel zu einfach und wenig abwechslungsreich. Daran können auch die gelegentlichen Einsätze in Fahrzeugen und Kampfanzügen nichts ändern. Alles was dann noch reizvoll wäre, zum Beispiel den Weg selbst zu finden (wenn es denn mal eine Gabelung gibt) machen euch eure "Helfer" zunichte, indem sie euch jeden Schritt vorkauen und auf der Karte anzeigen. Wir mögen ja Orientierungskarten in Spielen - wenn es welche braucht. Wenn sie uns den Spielspaß nehmen, sind sie überflüssig, mehr noch, ein Störfaktor.

Im Multiplayer kann man vielleicht noch etwas mehr Spaß haben, nicht weil das Prinzip anders oder gar besser wäre, sondern einfach weil man das triste Abenteuer nicht alleine bestreiten muss.

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