Suikoden Tactics (Playstation 2)
Artikel veröffentlicht am 03.04.2006
Rollenspiele im Strategieformat sind derzeit voll im Kommen. Nachdem Squareenix mit "Final Fantasy Tactics" einen Topseller auf dem Videospielemarkt erzielte, war es nur noch eine Frage der Zeit bis Konami der beliebten "Suikoden" Reihe einen Strategieableger liefert. Mit altbekannten Charakteren und Gebieten, neuen Zaubern, neuen Waffen und vielem mehr soll der Rollenspielfan wieder an die Playstation 2 gefesselt werden. Ob "Suikoden" auch im Strategieformat überzeugen kann, erfahrt ihr in unserem Test. Von Frank Roglmeier
Altbekannte Gesichter:
Fans vom Rollenspielhit "Suikoden IV" werden bei der kommenden Meldung zu "Suikoden Tactis" vor Freude in die Höhe springen, denn der Strategieableger spinnt die Story des vierten Teils weiter. Der Konflikt zwischen der Inselnation und dem Kooluk-Imperium ist noch längst nicht vorbei. Der Streit hat jetzt erst seinen Höhepunkt erreicht. Kenner werden sich daher sofort zurecht finden, Neueinsteiger werden anfangs durch die Zusammenhänge und Anspielungen auf den Rollenspielvorgänger ein wenig verwirrt sein. Doch ein tolles Introvideo erzählt die wichtigsten Ereignisse von "Suikoden IV" sehr lieb- und detailvoll. Die Story dreht sich um den jungen Kyril, der den Auftrag hat, die Konflikte der beiden Parteien zu beenden, für diese Aufgabe steht ihm eine große Landschaft im "Final Fantasy" Stil zur Verfügung, die er mit seinen Freunden und Kriegerkameraden durchstreifen darf. Innerhalb dieser Welt befinden sich mehr als 50 Charaktere, mit denen er kommunizieren kann, um sie falls es ihm nützlich erscheint für seine Mission gewinnen kann. Jeder dieser Charaktere hat eine eigene, individuelle Persönlichkeit, die jedem Kämpfer besonderen Vorteil im taktischen Kampf beschafft.
Taktik pur:
Kämpfer rekrutieren, Gegenstände einsammeln, Waffen kaufen, Landschaften erkunden usw. hört sich immer noch wie ein Rollenspiel an. Erst in einem Kampf zeigt der neue "Suikoden" Titel sein neues Spielelement. Strategiegemäß wird auf einem schachähnlichen Brett gespielt. Ihr beschränkt euer Aufgaben hauptsächlich auf Bewegung, Angriff, Einsatz von Gegenständen und die Abfrage des Zustandes eurer Charaktere. Dies klingt recht langweilig, ist es aber nicht. Spezielle Spielfelder ermöglichen den Einsatz verschiedener Zauber, andere können den Zauber verbessern oder blocken, daher sollte immer gut und strategisch ausgewählt werden auf welches Feld ihr welchen Angriff ausführt. Zudem dürfen auch mehrere Angreifer gleichzeitig angreifen, was die Taktik somit besonders hervorhebt. Ebenfalls darf das "Schachbrett" auch mit speziellen Runen verändert werden, was in einigen Kämpfen besonders wichtig ist. Das einzige Problem an diesem etwas anderen Kampfstil ist, dass kaum Spieltiefe vorhanden ist, seit ihr erstmals auf eine gute Taktik gekommen, lässt sich diese immer und immer wieder verwenden. Nach mehreren Stunden ist die Luft schon raus, aber immerhin spinnt sich die Story immer weiter und wird in Echtzeit im Comic Look erzählt. Nur leider sind die Zwischensequenzen ein wenig langatmig und sorgen für jede Menge Lesestoff, da die Sprachausgabe nur in Englisch verfügbar ist.
Comic Look:
Im technischen Bereich hebt sich "Suikoden Tactics" nicht so richtig von der Konkurrenz ab. Anstatt hoch auflösenden, toll animierten Charaktermodellen bietet der Titel nur einen schlichten Comic Look, die so genannte Cell Shading Technik. Leider gibt diese Technik grafisch nur wenig her, Fans von gigantisch tollen Grafiken gehen in "Suikoden Tactics" leider vollkommen leer aus. Zwar sehen die Zauber- und Explosionseffekte sehr toll aus, aber für die heutige Zeit ist der Titel in diesem Bereich ein wenig veraltet, einzig PSone Veteranen werden an der Grafik ihre Freude haben. Aber wenigstens ist der Sound recht anständig gelungen, Kämpfe werden in "Suikoden Tactics" von einem stimmungsvollen orchestrierten Soundtrack unterstützt. Geräusche und Effekte klingen sehr realistisch und führen eine tolle RPG Atmosphäre weiter. Nur beim Reisen durch die Gebiete passt der Soundtrack leider nicht zu den Ereignissen, zudem wiederholen sich die Tracks viel zu oft. Das einzige, das besonders nervt ist die englische Sprachausgabe. Bei den vielen Zwischensequenzen, die deutsch untertitelt sind, ist ein schnelles Mitlesen von besonderer Wichtigkeit. Auch die Steuerung ist ganz passabel programmiert worden, die Bewegungen passen besonders gut zur Bedienung und die Auswahl der Zauber funktioniert ebenfalls reibungslos. Ein wenig mehr Entwicklungszeit hätte dem Titel jedoch sicherlich gut getan.
Fazit
von Frank Roglmeier
Das Rollenspieltitel nicht immer das Gleiche sind beweist Konami mit "Suikoden Tactics" eindeutig. Einmal mehr auf Taktik statt auf sinnloses Geprügel zu spielen, kommt besonders gut an. Auch die Möglichkeit die Story des vierten "Suikoden" weiterzuspielen beweist, dass Konami noch so manches Präsent im Ärmel hat. Nur kann "Suikoden Tactics" nicht so wirklich überzeugen. Zwar ist der Titel mit rund 24 Levels und 30 Stunden Spielspaß ganz passabel, verliert aber seinen Pluspunkt im Technikbereich. Die sehr veraltete Grafik und der mittelmäßige Sound ruinieren öfters mal die Atmosphäre. Auch die langen sehr verwirrenden Zwischensequenzen nerven zum größten Teil. Somit ist "Suikoden Tactics" nur für eingefleischte "Suikoden"- und Taktikfans zu empfehlen. Rollenspielfans warten daher lieber auf "Suikoden V" oder auf "Final Fantasy XII".
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