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Bus-Simulator 2009 (PC)

Artikel veröffentlicht am 25.08.2009

Die Simulationsspiele aus dem Hause Astragon bleiben ein Phänomen. Obwohl sie in keinem einzigen Test über äußerst mittelmäßige Wertungen hinauskommen, finden wir sie regelmäßig auf vorderen Chartplatzierungen. Grund genug für uns, sich mal mit dem "Bus-Simulator 2009" zu befassen und zu prüfen, wo der Reiz solcher Spiele liegt. Von Jan Höllger

King of the Road

Ihr müsst euch sogar um den Ticketverkauf kümmern.

Natürlich hält der Titel "Bus-Simulator" das, was er verspricht. Als Busfahrer übernehmt ihr das Lenkrad von Stadt-, Überland- oder kleinen Shuttlebussen und müsst diverse Beförderungsaufträge übernehmen. Die sind immerhin in der Theorie abwechslungsreich, mal will eine Schulklasse zum Flughafen gebracht werden, eine Reisegruppe ins Blaue fahren oder ihr müsst im Linienverkehr auf den knappen Fahrplan achten. Zusammen mit dem möglichen Erstellen von eigenen Buslinien in der fiktiven Stadt in einem Editor holt der Titel also durchaus schon etwas aus dem Thema heraus, noch mehr wäre aber möglich gewesen. Zur Belohnung dürft ihr später weitere Busse für euren Fuhrpark kaufen und anspruchsvollere Jobs übernehmen.

Die Hässlichkeit in 3D

Die Grafik ist absolut trostlos.

Leider ist die Umsetzung des Ganzen äußerst dürftig. Am auffälligsten ist das bei der Technik. Wir verlangen ja gar keine Wunderwerke, aber wenn ihr schon mit dem Bus durch eine offene Spielwelt fahren dürft, möchtet ihr doch sicher auch ein wenig fürs Auge geboten bekommen. Doch die Grafik ist selbst gegenüber dem allerersten 3D-GTA hoffnungslos veraltet und erinnert an das erste Midtown Madness. Immerhin sind wenigstens die Busse selbst einigermaßen detailreich, das könnt ihr bei den elendig langen Ladezeiten aber auch zumindest erwarten.

Nächster Halt: Langeweile

Im Editor entwerft ihr eigene Linien durch die öde Stadt.

Wir hatten zudem auch nie wirklich das Gefühl, einen mehrere Tonen schweren Bus zu lenken, die Physik passt einfach nicht. So eiert ihr mehr auf der Straße und müsst aufpassen, keine Verkehrsregeln zu brechen, denn dafür gibt es Punktabzüge. Aufgrund der schwachen KI passiert das aber leider laufend, denn immer wieder krachte uns ein anderes Auto ins Heck des Busses, nur weil wir vor einer roten Ampel warten mussten. Habt ihr erstmal alle Aufträge einmal angespielt, ist die ohnehin geringe Motivation schon verflogen, es fehlt an echten Herausforderungen, wie etwa ein Abtransport von Fußballfans nach einem Spiel vom Stadion oder ähnliches. Gegenüber dem Bus-Simulator 2008 hat sich bis auf den Linieneditor übrigens nur sehr wenig geändert, ein Neukauf rechtfertigt sich für Besitzer des letzten Teils also kaum.

Fazit

von Jan Höllger

Als Kind wollte ich nicht Feuerwehrmann sondern Busfahrer werden und bin auch heute noch ein großer Fan des Öffentlichen Nahverkehrs. Somit müsst ich eigentlich der perfekte Kunde für den "Bus-Simulator 2009" sein. Doch in dieser technischen Ausführung vergeht mir schon fast an der ersten Kreuzung die Lust. Technisch rutsch der Titel unter jedem Qualitätsanspruch durch, das gilt ebenso für weite Teile der KI und die Fahrzeugphysik. Über die Idee eines Bussimulators möchte ich daher auch gar nicht diskutieren, gut umgesetzt würde so was in einer großen glaubhaften Spielwelt wie in einem "GTA" schon Spaß machen. Trotz der Warnung in Form unserer Wertung wird aber sicherlich auch der "Bus-Simulator 2009" in den Verkaufs-Charts einen oberen Platz erklimmen und dabei viele richtig gute Spiele übertrumpfen.

spieletipps meint: Technisch und spielerisch hoffnungslos schlecht umgesetzte Simulation, die einzig von der Idee und den ganz hübschen Bussen lebt.
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