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Spyborgs (Nintendo Wii)

Artikel veröffentlicht am 02.09.2009

Capcoms Superheldenabenteuer "Spyborgs" war den Testspielern zu Comic-haft und kindlich. Da haben die Entwickler kurzerhand umgedacht und einen actiongeladenen Prügler daraus gezimmert. Von Mark Heywinkel

Maskottchen, Schildkröten und Superhelden

Stinger in Aktion: Der Superheldenanführer zeigt sein Können.

Aberwitzige Prügelspiele kommen bei Wii-Besitzern im Moment ziemlich gut an. Die Macher von Super Smash Bros. Brawl, in dem sich die Nintendo-Maskottchen eins auf die Comicvisagen hauen, haben vorgemacht, wie man aus bunter Grafik und abgefahrenen Attacken einen Must-have-Titel zaubert. Ubisoft will das Erfolgsrezept nachkochen und schickt in TMNT - Smash Up die beliebten Riesenschildkröten in knallige Gefechte. Und jetzt wirft auch noch Capcom ein Prügelspiel ins Rennen: "Spyborgs" sollte zuerst eine Minispielsammlung werden und kommt aufgrund müder Kommentare der Testspieler nun als waschechter Prügler für geübte Kämpfer daher.

Viele taktische Möglichkeiten

Besser zu zweit: Im Koop-Modus habt ihr viele taktische Möglichkeiten.

Ein Superheld ist zum Bösewicht geworden und will die Welt in Angst und Schrecken versetzen, und ihr, Herren über ein Team von unterschiedlichen Superhelden, sollt dem Einhalt gebieten. Schnelle Zwischensequenzen führen euch ins Geschehen ein, das ein bisschen an die Story des Disney-Animationsfilms "Die Unglaublichen" erinnert, dann geht's aber schon bald ans Kämpfen: Im Singleplayer stellt ihr euch ein Helden-Duo zusammen und kickt und boxt euch durch die Reihen eurer Gegner. Dabei könnt ihr stets zwischen euren Charakteren hin und her wechseln, um deren unterschiedliche Fähigkeiten gezielt gegen die Kontrahenten einzusetzen.

Die Schlachten sind schnell, bunt und knallig - jeder Prügel-Fan sollte da auf seine Kosten kommen. Da die Steuerung sehr präzise und gut an die Wiimote angepasst zu sein scheint, werden wohl besonders geübte Spieler an "Spyborgs" ihre Freude haben. Im Multiplayer könnt ihr eure Attacken im Team sogar kombinieren, wodurch euch eine Bandweite an taktischen Möglichkeiten geboten wird, die Smash Bros. Brawl vermissen lässt.

Fremde Erscheinungen

Bunt und actiongeladen: "Spyborgs" kommt mit ganz neuen Figuren daher.

Gegenüber Smash Bros. und TMNT - Smash Up hat "Spyborgs" einen ganz entscheidenden Wettbewerbsnachteil: Während die Zockergemeinde Figuren wie Mario und Yoshis oder auch Donatello und Splinter seit einer gefühlten Ewigkeit kennt, sind die "Spyborg"-Charaktere völlig fremde Erscheinungen. An die Gesellschaft des Soldaten Stinger, des hünenhaften Roboters Bouncer, der schnittigen Clandestine und weiterer Superhelden müsst ihr euch erst noch gewöhnen. Für viele kann das fremde Setting aber auch ein Grund sein, lieber zu den bekannten Brawlern zu greifen.

Vielleicht hilft es ja, wenn sich unentschlossene Zocker mit den Webisodes der offiziellen Homepage auf "Spyborgs" einstimmen. Da werdet euch die einzelnen Figuren schon mal vorgestellt.

Fazit

Mark Heywinkel von Mark Heywinkel

Nach einer Vielzahl von Änderungen sieht "Spyborgs" zwar realistischer, aber immer noch sehr Comic-haft aus. Aber das ist gar nicht so schlimm, denn abgedrehte Figuren und bunte, irrwitzige Kampfarenen muss ein Prügler einfach haben, um erfolgreich zu sein. "Super Smash Bros. Brawl" ist es auf diese Weise gelungen, die Gunst zahlreicher Spieler zu gewinnen - warum sollte das Capcom mit "Spyborgs" nicht auch hinbekommen? Technisch ausgefeilt scheint der Titel zu sein. Wenn er jetzt noch dauerhaft Spaß bringt, gibt es für geübte Prügel-Fans einen neuen Must-have-Titel für die Wii.


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