USK-Abschaffung stößt auf Ablehnung - Seite 2

(Special)

Von PEGI lernen und nicht umgekehrt - das fordern die Piraten.Von PEGI lernen und nicht umgekehrt - das fordern die Piraten.

Einheitlich - aber wie?

Die Idee eines einheitlichen europäischen Systems findet auch in der Politik Anklang: "Eine einheitliche Alterskennzeichnung in Europa wäre grundsätzlich zu begrüßen", so Dr. Jürgen Scheele, Referent für Medienpolitik der Fraktion Die Linke. Monika Griefahn spricht in diesem Zusammenhang sogar von einer "Harmonisierung" zwischen USK und PEGI, bei der das PEGI-Modell von dem der USK profitieren könne. Von wegen Abschaffung also - mehr USK wagen, so die nahezu einhellige Devise der großen Parteien.

Die Piraten jedenfalls sehen das anders. Zwar wünscht man sich auch dort ein einheitliches System für ganz Europa, allerdings könne sich die USK dabei so einiges von PEGI abschauen. Simon Lange, stellvertretender PR-Koordinator der Piratenpartei, nennt im Gespräch mit spieletipps beispielsweise die PEGI-Symbole als ein Element, das die USK übernehmen könne. Im PEGI-Standard illustrieren genormte Icons, warum ein Spiel eine gewisse Altersfreigabe bekommt - oder eben nicht. So steht eine Spritze für die Darstellung von Drogenkonsum oder eine Spinne für Inhalte, die Kinder verängstigen könnten. "Dadurch erhalten Eltern eine wesentlich bessere Medienkompetenz", so Lange.

"Es findet eine Zensur statt"

"Die weltweit verbindlichsten Regelungen"

Überhaupt stehen die Piraten der USK kritischer gegenüber als die anderen von uns befragten Parteien. "Es findet tatsächlich eine Zensur statt", sagt Lange und verweist darauf, dass selbst Spiele ohne Jugendfreigabe häufig geändert werden müssten, um in Deutschland erscheinen zu dürfen. So sei es kaum nachvollziehbar, dass verfassungsfeindliche Symbole in Spielen grundsätzlich verboten seien, während die gleichen Symbole in Filmen gezeigt werden dürften. Und zwar auch in solchen, die eine Jugendfreigabe erhielten. "Es wäre zu begrüßen, wenn die USK davon absehen würde, Erwachseneninhalte zu zensieren".

Ein gewisse inhaltliche Diskrepanz ist also gegeben zwischen den Piraten und den anderen Parteien. Ganz besonders, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die FDP in einer Pressemeldung erklärte, dass es zur USK "keine Alternative" gäbe. "Deutschland hat weltweit die verbindlichsten Regelungen bei Prüfung und Verkauf von Computerspielen" - genau die, so scheint es, würde die Piratenpartei nur zu gerne über die Planke schicken.

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