Black Mirror 2 (PC)
Artikel veröffentlicht am 08.09.2009
Black Mirror Castle war vor vielen Jahren Schauplatz einer fürchterlichen Tragödie. Mysteriöse Morde sind dort geschehen, und ein Jahrhunderte alter Fluch schlummert in dem alten Gemäuer. Das Point&Click-Adventure Black Mirror 2 führt die dichte und packende Story des ersten Teils nahtlos weiter. Wir haben uns in Willow Creek schon persönlich umgesehen. Von Frank Hinken
Gruselkino vom Feinsten
Ein äußerst gut gemachtes und spanendes Intro reißt noch einmal kurz die Story von Black Mirror 1 an. Zwölf Jahre später finden wir uns in Biddeford, Maine wieder. Biddeford ist ein kleines, verschlafenes Kaff in Norden der USA. Darren, der Hauptdarsteller des Adventures, verbringt dort seine Semesterferien. Er wohnt bei seiner Mutter und arbeitet in einem Fototshop. Fuller, sein Chef, ist ein richtiger Sklaventreiber und ein Arsch obendrein. Im Keller seines Geschäfts beginnt für uns das eigentliche Spiel. Fuller brüllt von oben, dass Darren endlich die Sicherung erneuern soll, damit er weiter fotografieren kann.
Beeil dich, du Versager!
Fullers Befehle werden immer gefolgt von ein paar nicht sehr netten Kraftausdrücken. Es ist erfreulich, mal einen Charakter zu sehen, der sich nicht an die Etikette hält. Die Steuerung von Darren und die Interaktion mit der Umgebung ist dabei sehr intuitiv und geht leicht von der Hand. Per Leertaste werden euch sofort alle Hotspots angezeigt, mit denen ihr etwas anfangen könnt. Damit es nicht all zu einfach wird, werden die Punkte nur markiert, nicht aber, was dahinter steckt. So müsst ihr im Zweifel erst mal alle Punkte abgrasen, bevor sich eine Lösung auftut. Aber in der Regel sind alle Rätsel sehr logisch aufgebaut, auf das Adventure-typische "benutze Alles mit Allem" müsst ihr nur sehr selten zurückgreifen.
Autoschubsen als Sabbelbremse
Kleines Beispiel: Im Souvenirladen steht die Verkäuferin, mit der ihr dringend reden müsst, und labert ununterbrochen mit ihrer besten Freundin. Ihr habt keine Chance, hier etwas zu erreichen, solange sie im Laden ist. Aber draußen vor der Tür steht das Auto der Freundin. Ein Klick auf den Wagen genügt, und Darren schubst es mit dem Fuß an, sodass die Alarmanlage losgeht. Die Freundin rennt raus, um nach ihrem Auto zu sehen. Jetzt ist der Laden leer, und ihr könnt ungestört ein paar Worte mit der Verkäuferin wechseln.
Gespräche verlaufen dabei völlig unkompliziert. Am unteren Bildschirmrand tauchen die Gesprächsthemen als keine Bildchen auf. Einmal eins ausgewählt, läuft der Dialog um dieses Thema automatisch ab.
Frechheit!
Diese kleinen Unterhaltungen sind mitunter äußerst witzig. Als eine Kundin den Laden von Fuller verlässt, fragt sie Darren:"Begrabscht dein Chef eigentlich immer alle Kunden?" Antwort:"Nein, nur die Frauen!" Die Sprachausgabe der einzelnen Charaktere ist auf einem sehr hohen Niveau. Sie kommt flüssig rüber, und es macht Spaß, den Gesprächen zu lauschen. Auch wenn ab und an noch ein kleiner Schnitzer drin ist und der Ton immer langsamer und verzerrter wird, ist diese Beta-Version in einem erfreulich fortgeschrittenen Stadium. Fehler sind kaum mehr vorhanden, so wie es kurz vor der Veröffentlichung auch sein soll.
Nur die Besten sterben jung
Speichern dürft ihr das Spiel auch zu jeder Zeit. Was auch gut ist, denn ihr seid wie schon in Black Mirror 1 nicht unsterblich. Allerdings hat das Spiel eine gute Autospeicher-Funktion, so dass euch ein plötzlicher Tod nicht all zu weit zurück wirft. Und wenn ihr mal längere Zeit nicht mehr gespielt habt, werft ihr einfach einen Blick in Darrens Tagebuch. Dort sind alle wichtigen Aufgaben aufgeführt. Die erledigten, wie die nicht erledigten. Außerdem werden in diesem Buch immer wieder automatisch wichtige Schlüsselsequenzen festgehalten, so dass ihr mit einem kurzen Blick in das Buch immer auf dem Laufenden seid.
Fazit
von Frank Hinken
Mann, ist das Spiel klasse! Es hat mir lange nicht mehr so viel Spaß gemacht, den Dialogen zuzuhören. Denn immer wieder schlägt einer über die Stränge, oder es gibt einen Hieb unter die Gürtellinie. Es macht richtig viel Laune, in einem Adventure die übelsten Schimpfwörter zu hören, auch wenn das Spiel damit wohl nichts mehr für Kinderhände ist. Die Rätsel sind immer logisch und lösbar, die Story ist äußerst spannend und dabei humorvoll verpackt. Ich habe sogar vergessen, meine täglichen World of Warcraft-Quests zu machen, nur um dieses Spiel zu spielen. Und das sagt eine Menge aus!
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