Test Venetica: Leben und Sterben in Venedig

von Jan Höllger (14. September 2009)

Adventures und Rollenspiele haben allgemein große Gemeinsamkeiten, bei beiden ist beispielsweise eine spannende Story wichtig, interessante Charaktere und Rätsel ebenso. Doch es gibt natürlich auch Unterschiede bei der Spielmechanik, ein Rollenspiel im Stile eines "Gothic 3" mit offener Spielwelt erfordert weitaus mehr Entwicklungsaufwand als ein simples Point&Click-Abenteuer. Dennoch hat Deck13 den Schritt gewagt und sich nach dem tollen "Jack Keane" an das epische Rollenspiel "Venetica" gewagt.

Der Morgen nach dem Angriff auf das Dorf.Der Morgen nach dem Angriff auf das Dorf.

Eine Frau steht ihren Mann

Erste Überraschung des Spieles ist der Held oder besser gesagt die Heldin, denn endlich dürft ihr mal mit einer Frau in einem von Männern dominierten Genre herumlaufen. Die junge Scarlett hinterlässt dabei einen guten Eindruck, auch wenn wir uns persönlich nie so richtig mit der Heldin identifizieren konnten. Das liegt aber weniger am Aussehen, sondern eher an den etwas zu neutral gehaltenen Gesprächen. Trotz überzeugender deutscher Sprecher fehlt es den Dialogen am letzten Schliff, worunter letztlich auch die Storyerzählung leidet.

Die zweite Überraschung von "Venetica" ist der Schauplatz. Mit Venedig samt Umland steht euch eine Spielwelt offen, die zumindest bislang noch in keinem anderen Rollenspiel zu erkunden war (bald aber auch Schauplatz von Assassin's Creed 2 sein wird). Das Spiel beginnt allerdings in den Bergen, wo Scarlett während eines nächtlichen Überfalls auf ihr Dorf erste Kampferfahrungen macht und sich schneller als ihr lieb ist im Mittelpunkt des Interesses befindet. Als dann auch noch ihr geliebter Freund Benedict stirbt, hält sie nichts mehr im Dorf, zumal große Abenteuer auf die junge Frau warten.

Imposanter Anblick: Mühle auf Felsen mit Sicht auf Venedig.Imposanter Anblick: Mühle auf Felsen mit Sicht auf Venedig.

Die lebende Tote

Auch wenn uns die Geschichte vor allem zu Beginn recht kalt gelassen hat, hat sie durchaus spannende Momente, etwa wenn Scarlett lernt, dass sie zwischen der Welt der Lebenden und Toten wechseln kann. So bekommt sie immer mal wieder die Möglichkeit mit ihrem toten Freund Kontakt aufzunehmen, profitiert aber auch in Kämpfen oder bei Rätseln von der Weltenwanderung. Denn auch wenn Scarlett im Kampf fällt, bedeutet das für euch nicht unbedingt das Game Over, vielmehr erwacht Scarlett in der Totenwelt und kann sich bei genügend vorhandener Energie wiedererwecken.

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