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The Beatles - Rock Band (Playstation 3)

Artikel veröffentlicht am 24.09.2009

Haufenweise Download-Content wurde sowohl für Rock Band als auch Rock Band 2 veröffentlicht, doch eine Band haben wir schmerzlich vermisst: Die Beatles. Doch jetzt kennen wir den Grund - die Pilzköpfe haben ihr eigenes Spiel bekommen: The Beatles Rock Band. Von Oliver Hartmann

Kniefall vor einer Musik-Legende

Legenden aus Liverpool: Die Beatles.

Entwickler Harmonix hat sich sehr viel Zeit damt gelassen, statt Rock Band 3 zu entwickeln den Beatles ein eigenes Spiel zu widmen. Dieser Band wäre man mit einem einzelnen Track Pack auch nicht gerecht geworden.Und wie auch immer man zu den Beatles steht: Sie waren wegweisend in den "Swinging Sixties", haben Millionen Platten verkauft und den Grundstein für das gelegt, was heute unter Boygroups und Britpop bekannt ist.

Das Spiel ist ein Kniefall vor der Karriere der vier Liverpooler. Dazu stand Harmonix ein geradezu riesiges Musikangebot zur Verfügung und mit Rock Band eine Marke, die sich bestens etabliert hat. Lizenztechnisch ein Meisterstück von Electronic Arts, denn die Rechte haltende Apple Corps hat erst kürzlich erlaubt, die Beatles-Song erstmals digital remastered zu vertreiben.

Geschichte nachspielen

Nicht Starpower oder Overdrive, jetzt heißt es Beatlemania.

Im direkten Vergleich zu den anderen Band-Games Guitar Hero - Metallica oder Guitar Hero: Aerosmith steckt in The Beatles Rock Band deutlich mehr Liebe. Im Karrieremodus startet ihr mit den Fab Four im Liverpooler Cavern Club, landet mit einem Abstecher im Shea Stadium von New York beim legendären letzten Konzert auf dem Dach des Firmengebäudes der Apple Corps.

Ihr spielt die Songs in chronologischer Reihenfolge und erlebt so den Wandel des Musikstils der Beatles. Zunächst spielt ihr die frühen Hits wie "Twist and Shout" oder "Hard Day‘s Night" in kleineren Clubs vor begeisterten Massen, die sich der Beatlemania hingeben. Alle Szenarien sind dabei liebevoll bis ins kleinste Detail umgesetzt und ihr seht auch, wie die vier sich im Laufe der Zeit verändern.

Visuelle Lichtspiele

Wie könnte man den Hintergrund zu "Here comes the sun" bessser machen? Richtig, gar nicht!

In der zweiten Hälfte der Karriere ist dies natürlich schwieriger, da die Beatles sich dann in die Abbey Road Studios zurück gezogen hatten, um sich auf die Neuausrichtung ihrer Musik zu konzentrieren. Da ein Studio natürlich langweilig anzuschauen ist, hat sich Harmonix den Dreamscape ausgedacht. Bei "Yellow Submarine" erlebt ihr im Hintergrund eine psychedelische Unterwasserwelt, bei "Here comes the sun" spielt die Band auf einem grasbewachsenen Hügel, der vom grellen Sonnenlicht beleuchtet wird. Natürlich stilecht alles in Pastelltönen gehalten. Optisch höchst beeindruckend und ihr habt Gelegenheit, Teil des Beatles-Phänomens zu werden.

Wo viel Licht ist, ist auch Schatten

Durch die knalligeren Farben wirkt das Spiel ein Stück weit übersichtlicher.

Das aus dem Vorgänger Rock Band 2 bekannte Spielprinzip blieb nahezu unverändert, die beteiligte Apple Corps wollte jedoch kein Verzerren der Beatles-Songs und so bleibt die Whammy-Bar wirkungslos. Neu sind die Harmoniegesänge, bei denen - genug Mikrofone vorausgesetzt - bis zu drei Sänger zusammen den Refrain intonieren. Der Schwierigkeitsgrad wurde deutlich gesenkt, Profis werden allenfalls auf "Expert" etwas gefordert. So fällt es jedoch leichter, die hübschen Videos zu betrachten und einfach nur locker zur Musik mitzuswingen. Spieler, die bisher einen Bogen um Musikspiele gemacht haben, finden so vielleicht den idealen Einstieg ohne Frust.

Ein wenig enttäuscht sind wir vom Umfang mit gerade mal 45 Songs, da bietet die Konkurrenz in Form von Guitar Hero 5 mit 85 deutlich mehr. Dazu kommt, dass das Spiel "abgeschottet" ist, Importe rein oder raus sind nicht möglich.

Akustisches Meisterstück

Das legendäre letzte Konzert der Beatles auf dem Dach des Apple-Corps-Gebäudes.

Schon jetzt gibt es die Ankündigung, dass später im Jahr ganze Beatles-Alben als Download-Content veröffentlicht werden. Darunter zum Beispiel "Abbey Road", "Sgt. Pepper‘s Lonely Hearts Club Band" und "Rubber Soul". So schön der Support auch ist, ein paar der ganz großen Hits hätten wir uns schon direkt im Hauptprogramm gewünscht. Wo sind zum Beispiel "Hey Jude", "Yesterday" oder "Love me do"? Zugegeben, es ist sicher keine einfache Aufgabe, aus dem riesigen Fundus an Beatles-Hits die richtige Mischung für so ein Spiel auszuwählen. Die Soundqualität ist jedoch über jeden Zweifel erhaben, da die neuen, digital überarbeiteten Aufnahmen zum Einsatz gelangen. Dazu kommt, dass Apple Corps ein waches Auge auf die Entwicklung geworfen hat und wohl auch die Ex-Beatles bzw. deren Erben nicht ganz unbeteiligt waren.

Volle Beatles-Power

Flower-Power: Kein LSD-Rausch, das Spiel ist teilweise so knallbunt.

Um das Beatles-Erlebnis abzurunden, könnt ihr mit den verdienten Sternen aus dem Karrieremodus Bilder sowie Videos der Band aus allen Stationen ihrer Karriere freischalten, die euch dem Beatles-Kult noch näher bringen. Ein Problem hat das Spiel natürlich: Wer mit den Beatles so gar nichts anfangen kann, macht auch um das Spiel einen Bogen. Aber dieser Personenkreis sollte nicht allzu groß sein. Klar werden muss man sich jedoch, dass das Beatles-Erlebnis im Vordergrund steht und nicht die spielerische Herausforderung. Wer sich mit dieser Prämisse anfreunden kann, wird jeden Moment des Spiels innig lieb haben.

Fazit

von Oliver Hartmann

Bei der ersten Ankündigung des Spiels hätte ich mein Erstgeborenes darauf verwettet, dass Beatles Rock Band die 90er Wertungsgrenze überspringen würde. Gut, dass ich das nicht gemacht habe, denn es hat nicht ganz gereicht. Das Beatles-Erlebnis hätte man nicht besser rüber bringen können, doch nur 45 Songs und der insgesamt doch stark reduzierte Schwierigkeitsgrad verhindern eine Wertung jenseits der 90. Unseren spieletipp haben sich die Fab Four jedoch redlich verdient.

spieletipps meint: Gelungene Hommage an die größte Band der Musikgeschichte. Nur die etwas kleine Trackliste und der zu einfache Schwierigkeitsgrad verhinden eine höhere Wertung.
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