Dissidia - Final Fantasy (Sony PSP)
Artikel veröffentlicht am 15.09.2009
Wer kennt Final Fantasy als leidenschaftlicher Spieler nicht? Die klassische Rollenspielreihe machte schon mit Final Fantasy Tactics einen Ausflug in ein anderes Genre, nun erwartet uns mit Dissidia - Final Fantasy ein gutes Beat'em-up mit vielen bekannten Charakteren. Von Sandra Friedrichs
Wenn zwei sich streiten
Wie es immer so ist, leben am Spielanfang alle Geschöpfe auf der Welt im Einklang miteinander. Doch nun will sich der Gott der Zwietracht, Chaos, an diesem Frieden zu schaffen machen. Dafür sucht er sich zehn Mitstreiter aus, allesamt die Antagonisten aus Final Fantasy 1-10. Cosmos, die Göttin der Harmonie, will mit ihren zehn Kämpfern, die Helden aus den zehn FF-Teilen, dagegen halten - und verliert unweigerlich. Nun liegt es an euch, zehn Kristalle zu finden (je einen mit einem Charakter) und die Welt vor dem Bösen zu retten. Um erfolgreich zu sein, dirigiert ihr euren Helden rundenweise auf einer Karte Richtung Ziel. Dabei sammelt ihr nur nicht Schatztruhen und nützliche Items ein, sondern stellt euch auch einfachen Klonkämpfern. Am Ende jedes Kapitels wartet ein harter und bekannter Gegner auf euren Helden. Tidus wird beispielswiese von Jekkt angegriffen, wohingegen Cloud seine Klinge mit Sephirots Schwert kreuzt.
Die Charakterentwicklung bietet gerade neben der Geschichte viel Umfang und Tiefgang, dennoch lässt sich damit nicht die Monotonie des Story-Modus übertünchen. Die Levels sind bei fast jeder Spielfigur identisch und machen beim fünften Durchlauf einfach keinen Spaß mehr.
Komplex, aber immer noch einfach
Bei einem Beat'em-up ist natürlich die Steuerung extrem wichtig. Mithilfe von umfangreichen Tutorials werden euch schrittweise die verschiedenen Tastenbefehle aufgetischt. Am Anfang erschlagen euch die vielen Hinweise und Tipps, doch seid beruhigt, euch gehen die Befehle bald ins Blut über. Die wichtigsten Attacken sind die Mut- und LP-Angriffe. Die Mut-Attacke führt ihr mit der Kreis-Taste aus. Dadurch nimmt euer Gegner zwar keinen Schaden, dafür senkt ihr seinen sogenannten Mut-Wert. Infolgedessen verursacht ihr mit dem LP-Angriff, den ihr mit dem Viereck-Knopf ausführt, mehr Schaden.
Ihr werdet schnell merken, dass unüberlegtes Draufhauen überhaupt nichts bringt und deshalb neben diesen taktischen Angriffen auch schnelle Ausweichmanöver oder Sprints benutzen. Natürlich tauchen auch viele weiteren Feinheiten im Verlauf des Spiels auf, wie Beschwörungen, Ex-Modus oder Wall-Runs, mit denen es einfacher ist, schwierige Kämpfe zu bestreiten.
Prügelsucht
Natürlich gibt es neben dem umfangreichen Story-Modus noch mehr zu entdecken. Im Schnellen Spiel könnt ihr beliebige Charaktere gegeneinander antreten lassen. Dabei ist jeder Kampf erlaubt. Ihr möchtet mit Squall Leonhardt Terra schlagen? Kein Problem! Wenn ihr lieber ein Ziel vor Augen haben wollt, wählt den Arcade-Modus aus. Dabei entscheidet ihr euch für einen Recken und lasst ihn gegen eine vorgegebene Anzahl von Gegnern antreten. Je nach Schwierigkeitsgrad unterscheidet sich natürlich die Stärke eurer Kontrahenten und so wird es immer schwieriger, das bestimmte Ziel der Runde zu erreichen. Glücklicherweise sind eure Mühen nicht umsonst, denn durch jeden Kampf wird euer Charakter nicht nur stärker, sondern ihr erhaltet noch die Möglichkeit, viele Extras freizuschalten.
Genug vom Singleplayer? Dann beweist euren Freund, wer der bessere virtuelle Prügler ist! Leider steht euch nur ein lokaler Multiplayer-Modus zur Verfügung, denn ein Online-Battle-Modus wurde von den Entwicklern völlig außer Acht gelassen. Zwar machen die Freundeskämpfe Spaß, doch leider wird das Geschehen mit den etlichen Lichteffekten zu unübersichtlich und die Kamera, die im Singleplayer kaum Probleme gemacht hat, zu einer reinen Nervenfolter.
Effekte über Effekte
Eins müssen wir Square Enix lassen: Sie wissen, wie ein Final Fantasy -Spiel auszusehen hat. Die Charaktere sind schön detailliert verarbeitet, die Kampfanimationen mit vielen Lichteffekten untermalt und die Videosequenzen erstaunen wegen ihres Facettenreichtums selbst erfahrene PSP-Spieler. Leider wurde an der Optik der Schauplätze gespart und ihr startet zu oft in gleichaussehenden Arenen. Dank einer Teilinstallation werden die Ladezeiten im Spiel verkürzt und es kam während des Testens nie ein Aussetzer oder Ruckler vor. Weiterhin positiv anzumerken ist der Sound. Viele bekannte Titel aus den zehn vergangenen Final Fantasy -Teilen erwarten euch in den Kämpfen und Menüs. Zwar hätten sich manche englischen Sprecher etwas mehr Mühe beim Synchronisieren der Charaktere geben können, dennoch wird das Spiel dadurch keinesfalls schlechter.
Fazit
von Sandra Friedrichs
Als Final-Fantasy-Fan war ich natürlich überaus gespannt auf Dissidia. Gelingt es Square Enix, einen gelungenen Mix aus Beat'em-up und Rollenspiel zu erschaffen? Erfreut habe ich festgestellt, dass es ihnen geglückt ist. Das Spiel hat mich stundenlang in seinen Bann gezogen. Einen Kampf zwischen altbekannten Charakteren wie Cloud gegen Tidus auszufechten weckte Erinnerungen an die vorangegangen Rollenspiele. Nostalgie pur!
Leider fehlt ein Online-Battle-Modus, indem ich mich nach dem gelungenen, aber etwas monotonen Singleplayer austoben könnte. Doch für ein schnelles Spiel zwischendurch bin ich stets zu haben, gerade wegen meiner FF-Lieblinge.
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